Deo: Teuer oder billig

Verbraucher | WISO - Deo: Teuer oder billig

Vielschwitzer greifen gerne zum Antitranspirant. Das enthält Aluminiumsalze. Wirken die teuren Produkte besser als die billigen? Wir machen den Test.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.09.2017, 20:00

Pro Tag produzieren wir bis zu einem halben Liter Schweiß. Und bei körperlicher Anstrengung oder starker Hitze ist es sogar noch mehr. Die körpereigene Klimaanlage hat einen Nachteil: Es entwickelt sich ein unangenehmer Körpergeruch. Deos versprechen Abhilfe. Doch ist ein billiges Deo genauso gut wie ein teures? Das wollten wir wissen und haben getestet: drei teure und drei günstige Marken.

Schwitzen ist eigentlich sinnvoll: Denn es bewahrt uns vor Überhitzung. Der unangenehme Körpergeruch entsteht, sobald Bakterien den Schweiß auf der Haut zersetzen. Deos versprechen Abhilfe gegen Mief und feuchte Achseln. Unterschieden wird prinzipiell zwischen Deodorants und Antitranspirantien. Beides gibt es als Spray aus der Dose und als Roller. Funktional kein Unterschied und reine Geschmackssache.

Mit diesen Anti-Schwitz-Mitteln machen wir den Test

Da Männer erwiesenermaßen stärker schwitzen als Frauen, testen wir drei teure und drei billige Antitranspirantien für Männer. Als Sprays aus der Dose, denn die sind bei den Deutschen am beliebtesten. Die Preise unserer Testprodukte pro 100ml:

- Den Marktführer Nivea Men gibt’s für 1,18 Euro.

- Für das Produkt von Axe zahlen wir sogar 1,95 Euro.

- Rexona kaufen wir für 1,01 Euro. Es geht aber auch billiger:

- Das aluminiumhaltige Deo von dm und das von Lidl gibt es schon für 43 Cent pro 100 Milliliter.

- Isana von Rossmann kostet 42 Cent.

Umstrittene Aluminiumsalze

Eine geringere Schweißproduktion durch Antitranspirantien. Klingt erstmal gut. Aber: Aluminiumsalze sind umstritten. Sie stehen im Verdacht gesundheitsgefährdend zu sein. "Man hat lange Zeit geglaubt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Entstehung von Brustkrebs und der Anwendung von aluminiumhaltigen Deodorants. Die Studienlage heute konnte das nicht nachweisen", sagt Hautärztin Dr. Janina Staub von der Uniklinik in Aachen.

Aber Aluminium steht auch im Verdacht, Alzheimer auszulösen. "Für die Alzheimer Erkrankung im Zusammenhang mit der Aufnahme von Aluminium gibt es aktuell keine wissenschaftlichen Hinweise, dass die Erkrankung dadurch hervorgerufen wird. Man weiß, dass Aluminium auch ins Gehirn aufgenommen wird und bei Tieren neurologische Defizite entstanden sind in einer sehr hohen Dosis an Aluminium-Aufnahme. Doch das sind Daten, die auf den Menschen aktuell nicht übertragbar sind," so Dr. Janina Staub.

Wie viel Alu ist drin in unseren Testprodukten?

Trotzdem gilt in jedem Fall: Je weniger Aluminium wir aufnehmen, desto besser ist es. Wir schicken die sechs Antitranspirantien in ein Labor in Köln. Dort bestimmen die Experten den Aluminiumgehalt. "Die Gehalte sind unterschiedlich, sie liegen im Bereich von 2 bis 10 Prozent. Das ist durchaus normal in diesem Bereich für solche Produkte, das Aluminium hat ja eine entscheidende Funktion darin", so Benno Zimmermann vom Institut Prof. Kurz GmbH.

Fakt ist, es gibt viele Quellen, über die wir Aluminium aufnehmen. Nicht nur über Antitranspirantien. Nahrungsmittel etwa oder Medikamente. Weil das Alu aus so vielen Quellen stammt, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit für die gesamte Aluminiumaufnahme einen wöchentlich tolerierbaren Wert festgelegt: 1 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht.

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