Startklar für DVB-T2 HD?

Wie Sie bis Ende März umrüsten

Verbraucher | WISO - Startklar für DVB-T2 HD?

Ende März wird es ernst für Millionen Fernsehzuschauer, die ihr Programm per DVB-T-Antenne empfangen: Dann beginnt der Regelbetrieb für das neue Antennenfernsehen DVB-T2 HD. WISO erklärt, wie Sie umrüsten und zeigt die Vor- und Nachteile im Überblick.

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4 min
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Video verfügbar bis 13.03.2018, 19:25

Lars Franzen wohnt in einem von über drei Millionen deutschen Haushalten, die Fernsehen per DVB-T empfangen. Das gute alte Antennenfernsehen war früher die einzige Möglichkeit, die Sender zu empfangen. Heute ist die Technik abgehängt von Satellit und Kabel, die weitaus verbreiteter sind. Ein Grund ist bisher die schlechtere Bildqualität, ein anderer die geringere Zahl an empfangbaren Sendern -  und das trotz des Vorteils, dass es sehr günstig ist.

Bildqualität soll besser werden

Vieles ändert sich jetzt mit dem Start von DVB-T2 HD. Die Bildqualität soll besser werden, optimal für große Fernseher, von SD - Standard Definition - auf HD - High Definition. Lars Franzen hat das über eine Laufschrift während des laufenden Programms erfahren. Ende März wird DVB-T bei ihm abgeschaltet. Für den Nachfolger, DVB-T2, muss er einiges umstellen, sonst bleibt der Bildschirm schwarz: „Bisher habe ich alles im Fernseher eingebaut, der schon sechs, sieben Jahre alt ist. Jetzt brauche ich einen extra Receiver - aber immerhin kann ich meine Antenne nutzen, die auch für das alte DVB-T geeignet war.“

DVB-T2 steht vor der Tür

Mit Satelliten-und Kabel-Fernsehen hatte er sich bisher nicht befasst, da er beim Bau des Hauses froh war über die günstige Möglichkeit, mit einer kleinen Antenne am Dach das Fernsehprogramm zu empfangen: „Ehrlich gesagt habe ich nichts vermisst in den ganzen Jahren. Die Zahl der Sender war mit rund 30 überschaubar und auch die Bildqualität hat mich nie gestört.“ Insofern hätte sich nichts ändern müssen, aber die Entwicklung ist eben da: DVB-T2 steht vor der Tür.

DVB-T2 HD hat Vorteile: Die Bildqualität ist besser, hochauflösend/HD. Und es gibt bis zu 40 Sender. Die Öffentlich-Rechtlichen wie ARD und ZDF bleiben kostenlos. Für die Privaten wie RTL und Sat.1 ist dagegen nach einer mehrmonatigen Testphase, frühestens ab Juli, eine Jahresgebühr fällig: 69 Euro.

Was benötigen Sie für DVB-T2 HD?

Mit einem neuen Fernseher, der maximal ein bis zwei Jahre alt ist, könnten Sie bereits in der Lage sein, den neuen Standard für terrestrisches Antennenfernsehen zu empfangen. Die entsprechende Info finden Sie in der Bedienungsanleitung. Falls nein, benötigen Sie einen entsprechenden Receiver oder einen Fernseher, der für DVB-T2 HD geeignet ist.

Privatsender empfangen?

Wenn Ihr Fernseher oder Receiver für DVB-T2 geeignet ist, benötigen Sie bei manchen Geräten noch ein „freenet TV-Modul“, das Sie für ca. 79 Euro kaufen können. Oft ist dieser Empfangschip aber auch eingebaut, Sie benötigen dann lediglich die Freischaltung für die Privatsender über „freenet TV“. Kosten: 5,75 Euro im Monat oder ca. 69 Euro pro Jahr.

In jedem Fall gilt: Man braucht einen geeigneten Fernseher oder Receiver – erkennbar am grünen Logo (DVB-T2 HD).

Receiver von teuer bis billig

Es gibt bereits eine Vielzahl an Receivern auf dem Markt. Aber was taugen die? Das checken wir gemeinsam mit den Experten des Technikmagazins c’t. 15 Receiver von teuer bis billig, von TechniSat für über 300 Euro über Schwaiger für rund 100 Euro bis Skymaster für knapp 60 Euro.  c’t-Ressortleiterin Ulrike Kuhlmann über die Auswahl der Receiver: „In letzter Zeit wurde der Markt geradezu überschwemmt mit Ware auch von unbekannten Herstellern. Da muss man noch genauer hinsehen: Wie ist die Empfangsqualität? Wie gut sind die Receiver bedienbar? Und: Gibt es Extras wie eine Anbindung ans Internet, denn das wird immer wichtiger.“

Gut: Bei allen Modellen sind die Tester mit der Bildqualität zufrieden. Aber insbesondere bei einigen Geräten aus China ist die Menüführung unverständlich: „Da sieht man, dass mit einer sehr heißen Nadel gestrickt und versucht wurde, noch auf die Schnelle ein deutsches Menü hinzubekommen. Das Ergebnis: Eine schlechte Übersetzung und ein kompliziertes Menü.“

HbbTV beherrschen wenige Receiver

Und es gibt noch einen Unterschied: Einige Receiver haben einen Anschluss fürs Internet. So können sie etwa direkt auf die Mediathek zugreifen. Auch die Verbindung von Fernsehinhalten und Internet über HbbTV soll möglich sein. Das Prinzip: Wenn Sie etwa ZDF schauen, drücken Sie auf einen Knopf und öffnen ein Untermenü, das Sie übers Programm, den Videotext, Nachrichten oder auch das Neueste aus der Mediathek informiert. So weit, so gut, allein: Es klappt bei den getesteten Receivern fast nie: „Nur vier der von uns getesteten 15 Receiver beherrschen HbbTV - es beschränkt sich bisher auf die obere Preisklasse über 100 Euro und deutlich darüber“, sagt Ulrike Kuhlmann.

Es gibt bereits eine Vielzahl an Receivern auf dem Markt.
Für DVB-T2 braucht man einen geeigneten Fernseher oder Receiver. Quelle: ZDF

Das Ergebnis des Vergleichs der 15 DVB-T2-Empfänger: Fernsehen und Internet verbinden nur der Technisat Digit Isio STC (ca. 310 Euro) und der Humax (HD Nano T2, ca. 110 Euro) ordentlich. Wer vor allem fernsehen will und nicht viel ausgeben möchte, sollte sich die günstigen Modelle von Microelectronic (Microm 4HD IR, ca. 55 Euro) und Strong (SRT8540, ca. 58 Euro) ansehen.

Die übrigen Modelle im Test der c’t, jeweils mit dem Ergebnis in Kurzform: Comag SL65T2, Digitalbox Imperial T2 IR Plus, Fuba ODT 300 (alle baugleich, ordentliches Bild, keine Internetfunktionen); Skyvision 150 T-HD (gute Bedienung, gutes Bild, kein Internet, schlechte Verarbeitung); TechniSat Digipal T2 DVR (gute TV-Leistung, kein Internet), Philips DTR 3442B (guter Empfang, schlecht bedienbar), SetOne EasyOne 740 (baugleich mit Schwaiger FTR700D) (Internetfunktionen vorinstalliert, aber instabil), Skymaster DTR5000 (guter Empfang, kein Internet), Vantage VT-93T-HD IR (guter Empfang, langsam, Internet dürftig) und Xoro HRT 8772 Twin (schnell, guter Empfang, kaum Internet). Den ausführlichen Test finden Sie in „c’t Magazin für Computertechnik“, Heft 6/2017. Für Ulrike Kuhlmann lautet das Fazit: „Es gibt sehr viel zu beanstanden bei den Receivern: Schlecht bedienbare Menüs, Abstürze, mangelhafte Verarbeitung“, kritisiert sie: „Wer sich ein Gerät zulegen möchte, sollte sich vorher gut informieren und sich die Möglichkeit vorbehalten, den Empfänger zurückzugeben, wenn er sich als mangelhaft erweist.“

Grünes Logo mit DVB-T2

Lars Franzen wird schnell fündig in der Masse an Geräten im Elektronikmarkt. Das grüne Logo mit DVB-T2 zeigt ihm, wonach er suchen muss. Allzuviel will er nicht ausgeben: „Also diese Gebühr für den Empfang der Privaten schreckt mich ehrlich gesagt ab, das macht es teuer, daher kann es sein, dass ich demnächst zu Sat oder Kabel wechsle. Bei Satellit habe ich die Kosten einmal und kann aber alle Sender empfangen“, rechnet er: „Ich gebe DVB-T2 aber eine Chance, für mich liegt die Grenze dennoch bei 50, 60 Euro.“

Immerhin: Die bisherige Antenne kann er nutzen, der Receiver ist schnell angeschlossen. Drei Monate Test, dann will er entscheiden, ob DVB-T2 auch für ihn die Zukunft des Fernsehens ist.

Alternativen: Satellit, Kabel und IPTV

Schon länger wird DVB-T an den Rand gedrängt von den alternativen Empfangswegen Satellitenfernsehen und Kabel-TV. Über 17 Millionen Haushalte empfangen jeweils ihr Fernsehprogramm über eine dieser Techniken, Fernsehen per Internetdaten, IPTV, nutzen knapp 2,5 Millionen Haushalte. Durch die Umstellung auf DVB-T2 und die anfallenden Gebühren für den Empfang der Privatsender dürfte sich so mancher überlegen, ob er ebenfalls diesen Schritt geht. Denn bei allen Alternativen ist zumindest der Empfang der Privatsender wie RTL, Sat.1 und Co in Standardauflösung gesichert. Für die bessere Bildqualität in HD muss man fast immer zahlen. Die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF strahlen ihr Fernsehprogramm immer in HD und SD aus - ohne weitere Kosten. Dies ist mit der Rundfunkabgabe abgegolten.

Alternative Online-Fernsehen

Anbieter wie Zattoo oder waipu.tv richten sich an die wachsende Zahl derer, die es gewohnt sind, Fernsehinhalte als Stream zu empfangen. Dazu benötigt man auf dem Smartphone oder Tablet eine entsprechende App, aber auch viele Fernseher und Receiver oder Set-Top-Boxen unterstützen die Angebote. Alle Inhalte kommen über die Datenleitung aus dem Internet, so wie bei Netflix, Amazon Prime TV & Co. Auch hier gibt es die volle Sendervielfalt nicht zum Nulltarif, sondern gegen monatliche Gebühren ab 5 Euro bis ca. 10 Euro. Weitere Kosten entstehen nicht. Insofern ist diese Lösung für Haushalte mit schneller Datenleitung eine echte Alternative zu klassischem Fernsehen via Antenne oder Kabel.

Vor- und Nachteile:

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Verbraucher | WISO - Umstieg auf DVB-T2 und Alternativen

Wie gelingt der Umstieg auf DVB-T2? Ist SAT-TV oder Kabelfernsehen eine Alternative? Ulrike Kuhlmann vom c't Technikmagazin gibt Antworten.

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