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E-Scooter im Alltagstest

Straßenzulassung, Alltagstauglichkeit und Kauftipps

Verbraucher | WISO - E-Scooter im Alltagstest

Tretroller könnten den Verkehr in den Städten revolutionieren. Dank eines Elektromotors schaffen die E-Scooter bis zu 20 Kilometer in der Stunde, sind klein und wendig – perfekt für die Stadt, den Weg ins Büro oder von der nächsten Haltestelle zum Ziel.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.04.2020, 19:25

Tretroller können die berühmte „letzte Meile“ der Verkehrswende überbrücken. Wir wollten wissen: Wie praktisch sind die Tretroller im Alltag wirklich? Wie sicher sind sie? Und wo darf ich damit fahren? Dafür haben wir drei E-Scooter aus verschiedenen Preisklassen getestet. Den CityBlitz für 200 Euro, den IO Hawk Sparrow für 500 Euro und das Premiummodell BMW X2City für 2400 Euro.

Neue E-Scooter-Richtlinie soll noch dieses Jahr kommen

In vielen Ländern gehören E-Scooter bereits zum städtischen Alltag. Hierzulande scheiterte der Durchbruch bisher vor allem an fehlenden Gesetzen. Die Scooter sind auf öffentlichen Straßen noch verboten und dürfen nur auf Privatgrund gefahren werden. Das soll sich bis zum Sommer ändern, denn bis dahin will das Verkehrsministerium E-Scooter unter folgenden Bedingungen erlauben:

  • Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 20 Kilometer in der Stunde
  • Der E-Scooter verfügt über 2 Bremsen, Licht und Klingel
  • Der Fahrer ist mindestens 12 Jahre alt (Scooter mit einer Höchstgeschwindigkeit über 12 km/h dürfen erst ab 14 Jahren gefahren werden)
  • Eine Haftpflichtversicherung und ein Versicherungskennzeichen sind Pflicht
  • Der Scooter verfügt über eine Halter- oder Lenkstange

Sind diese Bedingungen erfüllt, darf ein E-Scooter auf Radwegen und Straßen fahren. Gehwege sind, wie für Fahrräder, tabu. Ein Helm und Schutzkleidung sind nicht vorgeschrieben. Von unseren Testmodellen ist dank einer Sondergenehmigung derzeit nur der BMW zugelassen, der IO-Scooter hat noch keine Straßenzulassung, aber ein Nachrüstset an Bord, der CityBlitz lässt sich nicht nachrüsten.

E-Scooter im Alltagstest

Die typische Kurzstrecke von ein bis zwei Kilometern schaffte in unserem Test jeder Roller problemlos. Wer mit dem E-Scooter aber längere Strecken fahren will, sollte auf die Akkuleistung achten.

  • Der BMW schaffte in einer Stunde 19,4 Kilometer mit einer Restreichweite von rund 5 Kilometern.
  • Der IO machte nach 39 Minuten und 12,4 Kilometern schlapp.
  • Der Akku des CityBlitz war bereits nach 31 Minuten leer und schaffte damit nur rund 8 Kilometer.

Gefahren sind wir auf einer überwiegend ebenen Strecke mit nur kleinen Steigungen bergab wie bergauf – bei rund 10 Grad Celsius. Abweichungen sind je nach Wetterlage und Streckenführung natürlich möglich. Bei einem durchschnittlichen Preis von 29 Cent pro Kilowattstunde liegen die Stromkosten pro Kilometer bei den drei Testmodellen etwa zwischen 0,4 und 0,5 Cent.

Sicherheitscheck

Wie sicher Sie sich mit elektrischen Tretrollern fortbewegen können, testet für uns Motorradtrainer Martin Cernkovic auf dem Verkehrsübungsplatz. Er prüft den Bremsweg der Roller bei einer Vollbremsung und die allgemeine Stabilität, auch beim Umfahren von Hindernissen.

Sein Fazit: „Was die Sicherheitstechnik angeht, ist bei den Herstellern der günstigen Modelle noch Luft nach oben. Die Bremsleistung des CityBlitz ist katastrophal, da bremse ich schneller, wenn ich einfach absteige.“

Das sollten Sie beim Kauf beachten

Wenn Sie mit dem Kauf eines E-Scooters liebäugeln, sollten Sie besonders auf folgende Punkte achten:

  • Akkuleistung und Reichweite: Je längere Strecken Sie fahren möchten, desto höher sollte die Akkuleistung sein. Ein Beispiel: Der BMW schaffte in unserem Test mit einer Akkuleistung von über 400 Wattstunden ohne Probleme 20 Kilometer am Stück. Der IO Hawk hielt dagegen mit einem knapp 270 Wh starken Akku nur noch rund 12 Kilometer durch.
  • Gewicht und Größe: Leichte Modelle um die 10 Kilogramm lassen sich gerade so noch in Bus und Bahn mitnehmen. Größere Modelle wie der BMW sind unhandlicher und deutlich schwerer, bieten dafür aber ein sicheres Fahrgefühl.
  • Straßenzulassung: Erfüllt der E-Scooter die eingangs genannten Kriterien, um eine Straßenzulassung zu bekommen?
  • Komfort: Luftreifen gleichen Unebenheiten im Boden besser aus als Hartgummireifen und dämpfen Stöße effektiver ab.
  • Höhenverstellbarkeit der Lenkerstange: Nicht alle Modelle passen zu jeder Körpergröße – achten Sie deshalb auf die Länge und Höhenverstellbarkeit der Lenkerstange

Unser Tipp: Warten Sie mit dem Kauf, bis die E-Scooter offiziell zugelassen sind und viele unterschiedliche Modelle auf dem Markt sind. Wegen des umfangreichen Angebots fällt der Preis, und Sie haben eine bessere Chance genau das Modell zu finden, das zu Ihren Anforderungen passt.

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