Ferienhaus gebucht und Luftschloss erhalten

Verbraucher | WISO - Ferienhaus gebucht und Luftschloss erhalten

Im Internet locken sensationell günstige Ferienhäuser – die nicht existieren. Die Abzocke durch Betrüger sorgt nicht nur für Verärgerung, sondern auch für finanziellen Schaden bei den Betroffenen.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.05.2018, 19:25

In der Ferne und doch daheim: Ferienhäuser sind eine beliebte Alternative zu Hotels. Doch Vorsicht: Nicht jedes Ferienhaus ist traumhaft. Betrüger schreiben Unterkünfte als Ferienhäuser aus, die entweder gar nicht als solche genutzt werden sollen, anderweitig vermietet sind oder die es schlicht nicht gibt. So können Sie sich vor einem teuren Fehlgriff schützen.

Unglaubliche Schnäppchen = unglaubwürdige Schnäppchen

„20 Prozent Rabatt bei Sofortzahlung“, „50 Prozent billiger als vergleichbare Angebote“, oder: „extrem günstige Mietpreise“ – was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meistens auch. Betrüger wollen Sie mit falschen Versprechungen locken. Einfacher Gegentest: Prüfen Sie ähnliche Objekte und deren Konditionen. Liegen sie im Preis einheitlich drüber, ist das Traumhaus ein Luftschloss.

Erkennen Sie betrügerische Seiten an der inhaltsleeren Aufmachung

Falsche Internetseiten sind oft einfach gestrickt: Sind Preise, Kontakte oder Onlinebuchbarkeit nicht vorhanden, sind es die Ferienhäuser erst recht nicht. Wer zudem mit jahrelanger Erfahrung wirbt, aber nur zehn Häuser anbietet, ist meist nicht vertrauenswürdig. Auch „tolle“ Fotos der Objekte sind kein Zeichen von Seriosität. Denn oft sind Bilder und Beschreibung kopiert. Überprüfen Sie auf Google Maps, ob überhaupt ein Haus vorhanden ist und ob es die Adresse überhaupt gibt.

Machen Sie den Anbieter-Check

Im Impressum sollten Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse, Telefon und Anschrift des Vermieters und der Immobilie vorhanden sein. Rufen Sie den Anbieter im Zweifel an: Ist die Telefonnummer geschaltet? Ist eine Gesellschaft der Anbieter und hat sie ihren Sitz in Deutschland, können Sie beim Gewerbeamt erfahren, ob ein Gewerbeschein für die Ferienhausvermittlung vorliegt. Und: Wer seit Jahren aktiv ist, kann viele Bewertungen von Gästen vorweisen.

Lesen Sie das Kleingedruckte

Die AGBs liest niemand gern, aber nur so können Sie sichergehen, dass Sie nicht auf einen Nepp oder eine Kostenfalle hereinfallen. Die Bedingungen müssen auch vor der Buchung angezeigt werden, sonst werden sie nicht Vertragsbestandteil. Aus der Buchungsbestätigung muss dann eindeutig hervorgehen, mit wem der Vertrag abgeschlossen wurde. Zudem müssen die Vermittlungsagentur oder der Vermieter namentlich aufgeführt sein.

Zahlen, bitte!

Besteht der Vermieter auf Bezahlung via Cash-Transfer (beispielsweise Western Union), und fordert auch den gesamten Mietbetrag, können das Indizien für einen Betrugsversuch sein. Normal ist eine Anzahlung von 20 Prozent des Preises, im Ausland liegt der Betrag etwas höher. Wenn die Zahlung ins Ausland geht, prüfen Sie, an wen Sie überweisen. Ein Vermieter aus Mallorca sollte sein Geld auch dahin überwiesen bekommen – nicht in ein anderes Land. Achten Sie für eine sichere Zahlung auf die Verschlüsselung der Seite. Zahlen Sie mit Kreditkarte oder per Lastschrift, um notfalls den Betrag zurückfordern zu können.

Nicht nachgeben

Sie haben nach der Buchung Zweifel bekommen und haken bei dem Vermieter nach - doch der fordert das Geld gemäß einer Vertragsklausel ein und droht mit einer Klage? Bewahren Sie Ruhe und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wer auf einen Ferienhaus-Betrüger hereingefallen ist, sollte versuchen, die Zahlung zu stoppen oder zurückzuholen (etwa bei Lastschriften). Bringen Sie den Fall immer bei der Polizei zur Anzeige!

Vermittlungsportale wie fewo-direkt, Airbnb & Co.

Wenn Sie eine Wohnung beispielsweise über Airbnb buchen, läuft die Bezahlung über das firmeninterne Bezahlportal – und nur darüber. Gehen Sie niemals auf Aufforderungen ein, gegen einen „besseren Preis“ die Bezahlung über eine andere Seite laufen zu lassen. Auch für Portale wie zum Beispiel fewo-direkt gilt: Überprüfen Sie Inserate, die deutlich günstiger sind als vergleichbare Angebote und telefonieren Sie mit dem Vermieter. Werden Sie hier zu Barzahlung oder Cash-Transfer aufgefordert, ist das Objekt „zu schön, um wahr zu sein“.

Reisebüro und Agenturen

Vorsicht auch bei (unbekannten) Reisebüros oder –agenturen im Internet, die Ihnen unglaublich günstige Ferienhäuser in Aussicht stellen. Nach erfolgter Bezahlung leiten diese das Geld nicht an den Vermieter weiter, sondern in die eigene Tasche. Wenn Sie Zweifel haben, ob die Agentur seriös ist, recherchieren Sie den Namen: Wer wirklich auf dem Markt aktiv ist, hat auch entsprechende Referenzen. Ein Sicherheitsgarant von Reisebüros sind auch Siegel von Verbänden wie dem Verband Deutscher Ferienhausagenturen (VDFA), die zur Einhaltung von Qualitätsrichtlinien verpflichtet haben. Schauen Sie auf der Internetseite des Anbieters nach!

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