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Gefahr beim Baden für kleine & ältere Kinder

Kinder im Pool sichern und vorm Ertrinken schützen

von Nina Suweis

Ertrinken ist die häufigste tödliche Unfallursache bei kleinen Kindern und die zweithäufigste bei älteren Kindern. Eine von Erwachsenen oft unterschätzte Gefahr, weil es schnell und lautlos geschehen kann. Wie Sie ihre Kinder vorm Ertrinken schützen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.07.2020

Sommerzeit ist Badezeit. Doch der Spaß am Wasser birgt auch Gefahren. Ertrinken ist die häufigste Todesursache bei Kleinkindern, die zweithäufigste Todesursache bei Kindern zwischen fünf und 14 Jahren. Das Hauptproblem: Die Gefahr wird nicht erkannt oder sogar verkannt.

Ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit, wie der Blick aufs Handy, kann gerade bei kleinen Kindern zum tragischen Badeunfall führen. Vielen Erwachsenen fehlt das Bewusstsein dafür, wie schnell und lautlos ein Kind ertrinkt.

Kinder haben anderen Körperschwerpunkt

Der Grund: Kinder haben einen anderen Körperschwerpunkt als Erwachsene. Der liegt, durch den großen Kopf viel weiter oben. Dadurch haben Kinder weniger Kontrolle über ihren Körper und sinken schneller zu Boden.

Aber auch flaches Wasser ist eine Gefahr. Denn Kinder unter drei Jahren haben einen so genannten Totstellreflex. Sie  können den Kopf nicht aus dem Wasser heben, weil sie vor Angst gelähmt sind. Selbst wenn das Wasser nur zehn cm tief ist.

Kinder verlieren im Wasser schnell die Orientierung

Außerdem verlieren Kinder unter Wasser sofort die Orientierung, das macht ihnen ein selbstständiges Auftauchen unmöglich. Das Fatale: Sie können in solchen Situationen nicht um Hilfe schreien. Experten nennen das „stilles Ertrinken“.

Hektische Bewegungen im Wasser und ein Kopf der immer wieder im Wasser verschwindet, sind die einzigen Anzeichen. Werden diese nicht erkannt, kann es bereits nach 30-60 Sekunden zu spät sein. Länger dauert der Ertrinkungsvorgang nicht.

Auch nach Rettung droht noch Gefahr

Auch nach einer Rettung droht Gefahr durch das „Sekundäre Ertrinken“. Das passiert, wenn Wasser in die Lunge gelangt ist.

  • Eltern sollten ihre Kinder nach einem Badeunfall 24 h genau beobachten.
  • Husten, schnelles Atmen und verfärbte Lippen deuten auf Sauerstoffmangel hin.
  • Rufen Sie in diesem Fall sofort den Notarzt, hier zählt jede Sekunde.

Kinder unter Aufsicht und Griffweite

Um Badeunfälle zu vermeiden, sollten Kinder immer unter Aufsicht und in Griffweite sein. Dazu sollten sie die richtigen Schwimmhilfen tragen.

  • Diese sollten unbedingt zur Größe und zum Gewicht des Kindes passen
  • und auf Sicherheit geprüft sein. Das erkennen Sie an der Kennzeichnung: EN 13138.
  • Eltern können wählen zwischen Schwimmringen, Badeanzügen mit Auftrieb, Schwimmflügeln und mehr. Experten raten zu Schwimmwesten. Auch deshalb, weil Schwimmflügel beim Toben auch vom Arm rutschen können.

Keinen Schutz bieten Schwimmtiere und Co. Im Gegenteil. Hier rutschen Kinder schnell ab und werden von den Schwimmtieren unter Umständen am Auftauchen gehindert.

Früh Schwimmen lernen

Die wichtigste Prävention frühe Wassergewöhnung und Schwimmen lernen. Sie sollten Kindern frühzeitig einen angstfreien aber respektvollen Umgang mit Wasser beibringen. Und zwar indem Sie frühzeitig dem Kind beibringen, nie alleine ans Wasser zu gehen, auch nicht an vermeintlich flache Gewässer.

Und üben Sie mit dem Kleinkind den Pustereflex. Spritzen Sie Wasser ins Gesicht des Kindes und bringen ihm bei dann zu pusten statt einzuatmen.

Schwimmkurs ab 5 Jahren

Ab fünf Jahren sollten Kinder einen Schwimmkurs machen. Die gibt es in allen öffentlichen Bädern.

  • Schauen Sie vor allem darauf, dass die Gruppen nicht zu groß sind
  • und die Schwimmlehrer zertifiziert sind.
  • Die Preise variieren, Sie müssen mit 80 bis 120 Euro rechnen für zehn mal 45 Minuten.

Der erste Kurs endet meist mit der Prüfung für das Seepferdchen. Das ist allerdings keine Garantie dafür, dass das Kind alleine im Wasser sicher ist. Erst ab dem Bronzeabzeichen gelten Kinder als sichere Schwimmer.

Fließendes Gewässer und Seen

Und selbst dann noch lauern Gefahren im Wasser – vor allem in fließenden Gewässern oder am See. Strömungen, dreckiges Wasser und Temperaturunterschiede können Kindern zur Gefahr werden. Auch hier gilt – lassen Sie ihr Kind niemals alleine und bleiben Sie in Griffweite.

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