Marode Poolanlagen

Verbraucher | WISO - Marode Poolanlagen

Immer wieder kommt es in Pools zu Unfällen mit Ansaugpumpen. Gerade für Kinder können diese zur tödlichen Gefahr werden.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.08.2019, 19:25

Parents4safety kämpft seit Jahren für mehr Sicherheit in Hotelpools. Auf der Website des Vereins finden sich viele Informationen rund um das Thema, unter anderem auch eine Checkliste, mit der sich Poolmängel identifizieren lassen.

Sommerzeit ist Schwimmbadzeit. Doch die drei Beispiele und andere Vorfälle zeigen auf dramatische Weise, dass die Nutzung öffentlicher Poolanlagen und Wasserattraktionen (beispielsweise Rutschen oder Fontänen) auch Gefahren bergen kann.

Ein häufiger Grund dafür: defekte Ansaugpumpen. „Fehlende, falsche oder defekte Schutzgitter und ein zu starker Ansaugdruck können dafür sorgen, dass Haare oder einzelne Körperteile wie Füße oder Arme, sowie ganze Körper unter Wasser in den Sog der Pumpe geraten und an oder gar in ein Absaugrohr gesaugt werden. Personen können sich nicht mehr daraus befreien, werden schwer verletzt oder ertrinken im schlimmsten Fall“, warnt Evelyn Wagner vom Verein „Sicherheit in Hotelpools“.

Ein TÜV für Schwimmbäder?

Fehlende oder mangelhafte, fachmännische Sicherheitskontrollen sind ein weit verbreitetes Problem. Dies bestätigt auch Michael Spönlein, Geschäftsführer von SafeWaterpark, ein Unternehmen, das sich in Kooperation mit TÜV SÜD für die Sicherheit von Wasseranlagen einsetzt. „Leider gibt es auch in Deutschland und vor allem in den Urlaubsländern keine Gesetze, die Normen und deren Einhaltung zwingend vorschreiben“. Er kritisiert: „Ein Auto muss regelmäßig zum TÜV, ein Schwimmbad nicht“.

Lediglich nach dem Neubau eines Pools gibt es eine Abnahme, ob alle vorgeschriebenen Standards erfüllt wurden. Danach ist der Betreiber in der Pflicht, diese Standards auch einzuhalten. Eine regelmäßige Kontroll-Pflicht durch Behörden oder Prüforganisationen gibt es nicht. In Folge dessen haben Betreiber von defekten Poolanlagen nur selten mit Konsequenzen zu rechnen.

Tipp und Tricks

Was kann man als Laie tun? Prinzipiell gilt: „Selbstkontrolle ist besser als blindes Vertrauen“, so Wagner. Folgende Anzeichen sind laut ihrer Einschätzung hinweisgebend für mögliche Wartungsmängel und damit einhergehende Gefahrenpotentiale:

  • Schlechte Wasserqualität
  • Starke Verschmutzung an den Schutzgittern
  • Freiliegende Absaugrohre im Pool
  • Scharfkantige Fliesen
  • Defekte Kabel und Beleuchtung
  • Beschädigte Ab- und Überlaufgitter
  • Lose Leitern und Einstiege


Sollten Ihnen diese oder andere Mängel an der Poolanlage auffallen, kontaktieren Sie umgehen den Betreiber der Schwimmanlage sowie den Reiseveranstalter. Meiden Sie die Anlage. Ein weiteres Problem kann mangelhaftes Aufsichtspersonal sein. Laut dem Bundesamt für Unfallverhütung (bfu) ist es dem Betreiber der Poolanlage überlassen, wie viele Badeaufsichten es braucht. Zudem ist es möglich, den Schwimmbereich ausschließlich durch Videoüberwachung sichern zu lassen (Quelle).

Zum persönlichen Schutz ist generell zu empfehlen:

  • Lange Haare fest am Kopf zusammenbinden oder eine Badekappe aufsetzen
  • Schmuck vor dem Badebeginn ablegen
  • Enganliegende Badehosen und Badeanzüge tragen
  • Grelle und auffällige Badesachen wählen
  • Aufmerksam sein, um sich selbst und andere zu schützen

Text: Larissa Gück und Kerstin Spath

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