Teuer oder billig: Glasreiniger

Verbraucher | WISO - Teuer oder billig: Glasreiniger

Mit Glasreiniger sollen Fenster und Spiegel glänzen. Einfach aufsprühen und abwischen. Praktisch, aber wie gut funktioniert das wirklich? Und was steckt im feinen Sprühnebel, der leicht in die Atemluft gelangen kann?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.02.2018, 19:25

Glasreiniger gibt es schon für weniger als einen Euro pro Liter bei DM (Denk mit), Aldi Süd (Zekol) und bei Rewe (Ja). Markenprodukte kosten mehr als dreimal so viel: Ein Liter kostet umgerechnet bei Viss 2,47 Euro und bei Sidolin 2,90 Euro. Noch teurer ist der Spiritusreiniger von Frosch mit 3,10 Euro je Liter.

Was im Sprühnebel steckt

Zwar weisen die Hersteller im Kleingedruckten auf den Flaschen darauf hin, dass Verbraucher das Einatmen vermeiden sollen. Schwierig beim Sprühen aus der Hand. Die Inhaltsstoffe gelangen dann doch leicht in die Atemluft. Und nicht alle sind unproblematisch: „Ein besonders kritischer Stoff aus unserer Sicht ist der Ammoniak. Der sollte in Glasreinigern gar nicht enthalten sein. Er ist nicht nur schädlich für die Umwelt, er ist auch noch atemwegsreizend. In den meisten Fällen ist die Konzentration des Ammoniaks in der Luft zwar gering, aber sensible Personen können durchaus darauf reagieren“, sagt Marcus Gast vom Umweltbundesamt. Drei der Reiniger enthalten Ammoniak: Ja von Rewe, Zekol von Aldi und die Marke Viss.

Beim Sprühen können Verbraucher aber noch weitere Substanzen einatmen, nämlich Duftstoffe. 26 Duftstoffe gelten als allergieauslösend und müssen in der EU auf den Produkten gekennzeichnet werden, allerdings erst ab bestimmten Konzentrationen. Nur die Marke Viss enthält einen der 26 allergieauslösenden Duftstoffe in so hoher Konzentration, dass der Hersteller dies auf dem Produkt angeben muss (Benzyl Alcohol). Sind die 26 Duftstoffe in geringeren Konzentrationen enthalten, müssen sie nicht gekennzeichnet werden – trotz ihres allergieauslösenden Potentials. Für Allergiker nicht ungefährlich: „99,9 Prozent der Bevölkerung werden sicherlich nicht reagieren, aber es kann doch einzelne treffen, die auch bei diesen geringen Konzentrationen schon eine allergische Reaktion zeigen“, so Gast. Welche Duftstoffe genau enthalten sind und in welcher Konzentration, gibt kein Hersteller an.

Am besten schneidet bei den Inhaltsstoffen der Spiritusreiniger von Frosch ab: Er enthält weder Ammoniak noch Duftstoffe.

Mehr Geld ausgeben lohnt sich nicht immer

Damit Fenster glänzen muss erstmal der typische Fensterschmutz runter. „Er besteht je nach Jahreszeit aus Staub, Fingerabdrücken und Pollen“, erklärt Reinigungsexpertin Stephanie Leucht. Außerdem sollen beim Putzen keine unschönen Schlieren entstehen. Sowohl bei der Reinigungsleistung als auch bei der Vermeidung von Schlieren hat ein Markenprodukt am besten abgeschnitten: der Spiritusreiniger von Frosch. Aber auch ein günstiges Produkte schneidet gut ab: Zekol von Aldi Süd schaffte in unserem Test den zweiten Platz.

Die Hersteller werben aber nicht nur mit Sauberkeit und Glanz, sondern teils auch mit „Abperleffekt“. Der zeigte sich im Labor nur bei einem Produkt deutlich: „Bei Sidolin konnte man einen Abperleffekt nachweisen, der sich aber nicht direkt nach dem ersten Reinigen aufgebaut hat, sondern erst nach zwei bis drei Reinigungszyklen.“

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