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Die Inkasso-Falle

Geldeintreibern auf der Spur

von Andreas Baum

Schulden sind ein Milliardengeschäft für Inkasso-Unternehmen. Dabei sind über die Hälfte der Forderungen unberechtigt. Oft werden viel zu hohe Gebühren verlangt. Wie viele Geldeintreiber unseriös arbeiten.

Videolänge:
43 min
Datum:
27.07.2020
:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.07.2022

Jährlich bearbeiten Inkasso-Unternehmen mehr als 20 Millionen Mahnungen. Verbraucherschützer und Schuldnerberater beklagen seit Jahren, dass viele Geldeintreiber unseriös arbeiten: Über die Hälfte aller Forderungen seien unberechtigt, in fast zwei Dritteln aller Fälle würden zu hohe Gebühren verlangt. Wie das Geschäft mit dem Inkasso funktioniert und mit welchen Tricks dabei teilweise gearbeitet wird, zeigt die WISO-Dokumentation "Die Inkasso-Falle - Geldeintreibern auf der Spur".

Inkasso-Abzocke mit Fantasiegebühren und Wucherzinsen

Die Tricks von Inkasso-Abzockern sind vielfältig und reichen von Fantasiegebühren über mehrfach gestellte Forderungen bis hin zu Wucherzinsen. Und nicht nur deutsche Inkasso-Unternehmen versuchen, Schuldner über den Tisch zu ziehen. Auch aus dem Ausland agieren Abzocker, versenden massenweise überteuerte oder frei erfundene Inkasso-Forderungen.

Aus Tschechien beispielsweise werden Mahnungen für angebliche Telefonate mit Sex-Hotlines verschickt. Die Adressen der deutschen Empfänger stammen häufig aus fragwürdigen Quellen, beispielsweise von unseriösen Gewinnspiel-Anbietern.

Klage, Kontopfändung, Schufa-Eintrag

Um die Empfänger von Inkasso-Schreiben zur Zahlung zu bewegen, wird oft mit Klagen, Kontopfändungen, negativen SCHUFA-Einträgen oder gar mit Haft gedroht. Die Abzocker profitieren von einer schwammigen Gesetzeslage und häufig untätigen Aufsichtsbehörden und Gerichten.

Das kritisiert Boris Wita, Jurist der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: "In den einzelnen Bundesländern liegt die Inkasso-Aufsicht bei ganz unterschiedlichen Stellen, meist Amts- oder Landgerichten, und die prüfen nach eigenem Bekunden so gut wie gar nichts! Da wird praktisch jede Gaststätte hierzulande strenger kontrolliert als ein Inkasso-Unternehmen."

Die Folge: Trotz vorhandener Sanktionsmöglichkeiten wird gegen unseriöse Unternehmen bei Fehlverhalten so gut wie nie ein Bußgeld verhängt und auch die Inkasso-Erlaubnis nicht entzogen. In der Dokumentation zeigen Experten, woran man unberechtigte oder überhöhte Forderungen erkennt und wie man sich erfolgreich dagegen wehrt.

So wehren Sie sich gegen Inkasso-Abzocke

Die Verbraucherzentralen haben ein Online-Portal eingerichtet, das Inkasso-Forderungen kostenlos prüft: Inkasso-Check. Dort erfahren Sie, ob Sie überhaupt zahlen müssen und ob die Höhe der Kosten gerechtfertigt ist.

  • Bei unberechtigten Forderungen können Sie bei der Polizei eine Anzeige gegen Betrug erstatten. Denn auf Polizei-Anfragen müssen die Unternehmen reagieren. Schuldner dagegen haben keinen Rechtsanspruch auf vollumfängliche Auskünfte.
  • Wird ein gerichtlicher Mahn- und Vollstreckungsbescheid zugestellt und Sie legen keinen Widerspruch ein, dann kann der Gläubiger einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Das heisst: Sie haben noch mal zwei Wochen Zeit Einspruch einzulegen. Wenn Sie das nicht tun, liegt ein gerichtlicher Titel wie ein Gerichtsurteil gegen Sie vor, dass Sie diese Summe schulden. Auch wenn die Forderungen ursprünglich unberechtigt waren!
  • Wenn Sie als angeblicher Schuldner unberechtigten Forderungen stand halten und nicht zahlen, wird oft nicht gepfändet. Denn vor einer Pfändung müssen die Forderungen gerichtlich überprüft werden! Dabei werden nachträglich drauf geschlagene und ungerechtfertigte Kosten gestrichen.
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