Sie sind hier:

Inkasso-Forderungen abwehren

Jede zweite Forderung unberechtigt oder zu hoch

Wer eine Inkasso-Aufforderung im Briefkasten findet, bekommt es erst einmal mit der Angst zu tun. Inkassobüros sind darauf spezialisiert, erfolgreich Schulden einzutreiben. Doch nicht alle Mahngebühren sind rechtens. Wie Sie sich dagegen wehren können.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.07.2020

In einer Inkasso-Aufforderung werden neben den Rechnungs- und Mahnbeträgen der Gläubiger weitere Mahngebühren erhoben – und bei Nichtzahlung mit Konsequenzen gedroht. Hausbesuche, Zwangsvollstreckung, Polizei, Haftstrafen. Ein Spiel mit der Angst vor den Folgen.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zahlen Sie nicht vorschnell überzogene Inkasso-Forderungen. Denn sehr viele Forderungen sind unberechtigt oder zu hoch!

Was ist ein Inkassounternehmen überhaupt?

Wie der Name schon sagt, treibt ein Inkassounternehmen fällige Forderungen ein. Entweder für einen Dritten, von dem sie beauftragt worden sind, oder weil sie Forderungen vom Gläubigerunternehmen gekauft haben. Dann schuldet man dem Inkassounternehmen die Hauptforderung direkt. Generell gilt: wenn ein Zahlungsverzug besteht, darf ein Inkassounternehmen eingeschaltet werden.

Aber Achtung, prüfen Sie, ob das Unternehmen im Rechtsdienstleistungsregister im Internet zu finden ist – nur dann darf es überhaupt Geld eintreiben!

Über 20 Prozent aller Inkasso-Aufforderungen erfunden

Laut der Verbraucherzentrale sind über 20 Prozent aller Inkasso-Aufforderungen unberechtigt und schlichtweg erfunden. Aber auch bei den berechtigten Forderungen sind viele unzulässig oder jedenfalls viel zu hoch.

Überprüfen Sie deshalb genau, ob die Forderung berechtigt ist und klären Sie, ob Sie die Ware oder Dienstleistung wirklich gekauft haben. Verbraucherzentralen bieten online einen kostenlosen Inkasso-Check an. Dort können Sie prüfen, ob Sie wirklich zahlen müssen und wenn ja, wie viel.

Auf Inkassoschreiben immer reagieren

  • Sofern die Forderung berechtigt ist, zahlen Sie nur die Hauptforderung
  • und weitere zulässige Kosten.
  • In jedem Fall aber sollten Sie auf ein Inkassoschreiben immer reagieren. Auch bei einer unberechtigten Forderung. Dann mit einem Widerspruch.
  • Am besten schriftlich per Einschreiben innerhalb von 14 Tagen.

Zulässige Forderungen sind

  • Mahnkosten des Auftraggebers bis maximal 3 Euro,
  • Zinsen auf die Hauptforderung
  • sowie Kosten für die Ermittlung Ihrer Adresse, falls Sie umgezogen sind. Hierfür sollten Sie unbedingt einen Nachweis verlangen.

Nicht zulässig sind

  • Umsatzsteuer,
  • Kosten für Beratung,
  • Verwaltung,
  • Kontoführung,
  • Bonitätsauskunft
  • oder Phantasiekosten wie etwa eine Vernunftappellgebühr.

Handelt es sich um ein Konzerninkasso?

Und achten Sie darauf, ob es sich eventuell um ein Konzerninkasso handelt – also ob Gläubigerunternehmen und Inkassounternehmen zur gleichen Dachfirma gehören. Verbraucherschützer warnen vor dieser Masche der Geldeintreiber. Denn in diesem Fall ist die Erhebung von Inkassokosten nicht zulässig. Die Inkassounternehmen haben hierzu eine andere Rechtsauffassung.

Hilfe und Unterstützung

Halten Sie Posten der Forderungsaufstellung für fragwürdig, widersprechen Sie und verlangen Sie Nachweise. Zahlen Sie nur die Hauptforderung und zulässige Forderungen.

Lassen Sie sich von Drohungen mit Zwangsvollstreckungen, Hausbesuchen oder Pfändungen nicht einschüchtern. Hilfe und Unterstützung finden Sie bei Schuldnerberatungen wie etwa der Diakonie oder Caritas, Rechtsanwälten oder den Verbraucherzentralen.

Inkasso

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.