Kontowechsel werden einfacher

Recht auf schnellen Wechsel soll im Sommer kommen

Verbraucher | WISO - Kontowechsel werden einfacher

Ist das kostenlose Girokonto ein Auslaufmodell? Müssen sich Bankkunden auf Gebühren fürs Konto einstellen?

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.03.2017, 20:00

Der Girokontowechsel von einer Bank zur anderen soll erleichtert werden. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundesrat am Freitag verabschiedet. Inkrafttreten soll das Gesetz voraussichtlich noch im Sommer 2016.

Wer sein Konto kündigen und zu einer anderen Bank wechseln möchte, soll einen Anspruch darauf haben, dass beide Institute ihn aktiv unterstützen, damit sich der bürokratische und finanzielle Aufwand in Grenzen hält. Beide Institute sollen die nötigen Informationen zur Verfügung stellen, damit bei Überweisungen, Daueraufträgen und Lastschriftmandaten der Übergang reibungslos läuft – und zwar innerhalb einer Frist von 14 Tagen.

Kontowechsel – das ist zu beachten

Unabhängig vom neuen Gesetz gibt es einige einfache Tipps, mit denen Sie einen Kontowechsel leichter bewerkstelligen können: Zunächst einmal sollte man sich bei seiner Bank nach einem sogenannten Kontowechselservice erkundigen. Durch diesen werden Daueraufträge, Lastschriften und andere regelmäßige Zahlungen automatisch vom alten auf das neue Konto umgestellt.

Darüber hinaus werden bei einem geeigneten Wechselservice beim Online-Banking alle Kontobewegungen der vergangenen Monate gefiltert und aufgelistet – und können vom Kunden sortiert werden. Er kann so seiner Bank mitteilen, welche Zahlungspartner über das neue Konto informiert werden sollen. In der Vergangenheit mussten Bankkunden das sogenannte Post-Ident-Verfahren absolvieren. Mittlerweile können sie sich von zu Hause mittels Videokonferenz ausweisen.

Im neuen Gesetz: das Basis-Konto

Älteren Schätzungen zufolge haben bis zu eine Million Menschen in Deutschland keinen Zugang zu einem eigenen Girokonto. Durch die vielen Flüchtlinge ist die Zahl noch gewachsen. Künftig soll jeder einen Rechtsanspruch auf ein sogenanntes Basiskonto haben - auch Wohnungslose, Asylsuchende und Geduldete. Alle Banken, die Konten für Verbraucher anbieten, sollen verpflichtet werden, Basiskonten anzubieten. Bislang boten nur Sparkassen ein Bürgerkonto für Menschen ohne regelmäßiges Einkommen an.

Beim Basiskonto handelt es sich um ein Konto, das die Nutzung der grundlegenden Zahlungsdienste ermöglicht - also Ein- und Auszahlungen, Lastschriften, Überweisungen und Zahlungskarten. Damit das Basiskonto erschwinglich ist, sollen die Kreditinstitute "nur angemessene Entgelte verlangen" dürfen.

Verweigerung rechtens?

Banken können eine Kontoeröffnung nur dann noch verweigern, wenn der Betroffene bereits ein Basiskonto hat, das er nutzen kann - oder bei bestimmten Straftaten oder Gesetzesverstößen wie zum Beispiel Geldwäsche. Ein dritter Grund für eine Absage ist, wenn das Institut schon einmal einen Vertrag für ein Basiskonto des Kunden wegen Zahlungsverzugs gekündigt hat.

Wenn Betroffenen ein Bankkonto verweigert wird, können sie sich an eine Schlichtungsstelle wenden oder vor Zivilgerichten dagegen klagen. Außerdem soll bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ein neues Verwaltungsverfahren geschaffen werden, mit dem die Betroffenen laut Finanzministerium "einfach, effektiv und kostengünstig ihren Anspruch durchsetzen können".

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