Ketchup: Teuer oder billig

Verbraucher | WISO - Ketchup: Teuer oder billig

Wenn Bratwurst und Pommes Frites auf den Tisch kommen, gehört Ketchup dazu. Doch muss es das teure Marken-Ketchup sein? Oder reicht auch ein günstiges Discounter-Produkt? WISO macht den Markencheck!

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.05.2017, 00:00

Wenn Bratwurst und Pommes Frittes auf den Tisch kommen, gehört Ketchup einfach dazu. Doch muss es das teure Marken-Ketchup sein? Oder reicht auch ein günstiges Discounter-Produkt? WISO macht den Markencheck!

Im Rahmen unseres Markenchecks haben wir die verschiedenen Ketchup-Produkte auch im Labor auf Auffälligkeiten untersuchen lassen. Die gute Nachricht: Hinsichtlich Pestiziden, Chlorat und Perchlorat gab es keine Auffälligkeiten. Hier ist alles in Ordnung.

Bei der Untersuchung des Lykopin-Gehaltes fällt besonders auf, dass der Marktführer Heinz-Ketchup nur 90 Milligramm pro Kilogramm beinhaltet. McDonalds Tomaten-Ketchup hat dagegen 150 Milligramm pro Kilogramm - und das Bio-Ketchup von Alnatura sogar 152 Milligramm pro Kilogramm. Hinsichtlich der Ketchup-Farbe (Helligkeit) lassen sich keine Rückschlüsse auf den Lykopin-Gehalt ziehen.

Was ist Lykopin?

Der sekundäre Pflanzenstoff Lykopin ist besonders in reife Tomaten besonders viel vorhanden. Dem Stoff werden gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt, etwa antioxidative Eigenschaften sowie der Schutz von Krebs-und Herzerkrankungen. Lykopin aus gekochten oder verarbeiteten Tomaten kann vom Körper noch besser aufgenommen werden als aus frischen Tomaten, weil durch das Erhitzen die Zellwände aufgebrochen werden.

Übrigens: Die vorgeschriebene Menge an verarbeiteten Tomaten unterscheidet sich von der Art des Ketchups. Während Tomatenketchup zumindest 25 Prozent aus Tomaten bestehen muss, darf der Anteil in Gewürzketchup darunter liegen. Entsprechend geringer fällt dann auch der Anteil des gesundheitlich vorteilhaften Lykopins aus.

Wie steht es um den Zuckergehalt?

Der Zuckergehalt ist bei Heinz-Ketchup besonders hoch. Überraschend wenig Zucker hat „Ja!“ von Rewe. Aber Achtung: Hier ist das künstliche Süßungsmittel Natrium-Saccharin enthalten. Dadurch reduziert sich zwar der Kaloriengehalt, aber der süße Geschmack kann noch höher sein.

Doch ist dem süßen Schein auch aus gesundheitlicher Sicht zu trauen? Die Wissenschaft ist sich uneins. Verschiedene Studien haben die künstlichen Süßmacher mit Gesundheitsrisiken wie Krebs, Diabetes und Übergewicht in Verbindung gebracht. Nach Einschätzung der EU-Lebensmittelbehörde (Efsa) gehen bei den verzehrüblichen Mengen jedoch keine Gesundheitsrisiken von Süßstoffen aus. Ob das letztlich die gesündere Variante ist, muss jeder selbst entscheiden.

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