Vanilleeis: Teuer oder billig

Verbraucher | WISO - Vanilleeis: Teuer oder billig

WISO testet Vanille-Eis: Muss es das teure Markenprodukt sein - oder ist die günstige Discounter-Alternative besser?

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.04.2017, 19:25

Cremig und fein sahnig - so muss ein Eis sein! Acht Liter schlecken die Deutschen pro Jahr. Am beliebtesten ist der Klassiker Vanilleeis. Wer sein Eis nicht in der Eis-Diele kauft, hat im Supermarkt die große Auswahl. Doch welche Unterschiede gibt es zwischen billigem und teurem Vanilleeis? WISO hat drei günstige Sorten von real, Aldi Süd und Lidl sowie drei teure Sorten vom Marktführer Langnese Cremissimo, Mövenpick und Häagen-Dazs getestet.

Wieviel echte Vanille steckt in den Eissorten? Das sollte für WISO ein Labor herausfinden. Gibt es Unterschiede zwischen teuren und billigen Produkten? Das Ergebnis der Tests erklärt Wolfram Wendler vom Arotop Labor: „Natürliche Vanille gab es in einem Produkt überhaupt nicht. Das war das Produkt von real. Bis hin zu guten, deutlichen Mengen bei dem Produkt von Aldi. Cremissimo hatte etwa ein Viertel des Gehaltes, das die Discounter in ihre Produkte getan haben.“

Das teure Cremissimo Eis enthält also deutlich weniger natürliches Vanillearoma, als in den billigen Discounterprodukten stecken. Wie kann das sein? Dazu Hersteller Unilever: „Der Geschmackseindruck wird durch die gesamte Zusammensetzung bestimmt, (…) nicht allein durch die Menge eines Aromas. Mehr Aroma trägt nicht unbedingt zu einem besseren Geschmackserlebnis bei.“ So sieht das zumindest der Cremissimo-Hersteller.

Viel kalte Luft

Welche Unterschiede gibt es noch? Obwohl die Packung von Häagen Dazs nur einen halben Liter Eis enthält, ist sie fast genauso schwer wie ein Liter Eis von Cremissimo. Ein halber Liter Häagen Dazs wiegt 430 Gramm. Ein ganzer Liter Cremissimo wiegt kaum mehr, gerade einmal 510 Gramm. Woran liegt das? Dazu Ernährungswissenschaftlerin Sabine Reichhold: „Das ist ein ganz klarer Hinweis darauf, dass die Hersteller sehr viel Luft in die Eismasse eingeschlagen haben um damit ein größeres Volumen zu erzeugen und damit natürlich auch ihre Gewinnspanne zu erhöhen“, erklärt sie.

Nur im teuren Eis von Häagen Dazs ist auch tatsächlich viel Eis. In allen anderen billigen wie teuren Sorten steckt viel Luft. Das ist schlecht für die Verbraucher, denn die bekommen für ihr Geld weniger Eis.

Milchfett oder Pflanzenfett?

Und es gibt noch mehr Unterschiede zwischen teuren und günstigen Eissorten. Einige Produkte beinhalten viel Kokosfett. In anderen ist viel Sahne enthalten. Was ist besser? Reichhold: „Für die Eisherstellung kann man sowohl Pflanzenfett als auch Milchfett verwenden, traditionell wird auch nur Milchfett verwendet. Wenn man in der Eisdiele ein selbstgemachtes Eis bekommt, dann ist das traditionell Milchfett. Es geht aber beides, in der Regel ist einfaches Pflanzenfett etwas preiswerter und wird deswegen in der industriellen Eisfertigung häufig auch verwendet.“

Welche Hersteller sind besonders sparsam mit teurem Milchfett? Um das herauszufinden, lassen wir teure und billige Sorten wieder im Labor untersuchen. Dazu noch einmal Wolfram Wendler: „Wir haben bei drei Produkten ausschließlich Milchfett gefunden, es handelte sich dabei um die beiden Discounterprodukte sowie Häagen Dazs, zwei Produkte hatten überhaupt kein Milchfett. Das war das Billigprodukt von real sowie Cremissimo. Und Mövenpick hatte etwa 50 Prozent seines Fettes aus Milchfett gewonnen.“ Warum finden sich im Eis von Real und im Cremissimo keine relevanten Mengen Milchfett? Hersteller Unilever erklärt gegenüber WISO: „Pflanzenfett ist ein ebenso hochwertiger Rohstoff wie Milchfett. Zudem ist Kokosfett neutraler im Geschmack.“

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