Sie sind hier:

Mobbing am Arbeitsplatz

Wie Betroffene Hilfe und Unterstützer am Arbeitsplatz finden

von Nina Suweis

Rund 1,5 Millionen Erwachsene werden in Deutschland gemobbt, häufig am Arbeitsplatz – und es kann jeden treffen. Was kann man als Betroffener selbst tun, wo finden Mobbingopfer Hilfe? Wie lassen sich Freunde und Kollegen einbinden?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.09.2020

Ausgrenzung, Anfeindung und Lästereien hat fast jeder schon einmal erlebt. Passieren diese Demütigungen über einen längeren Zeitraum und als systematische Angriffe, dann spricht man von Mobbing.

Was viele mit der Pubertät und der Schulzeit in Verbindung bringen, ist keinesfalls ein reines Jugendphänomen. Auch immer mehr Erwachsene leiden unter Mobbing – gerade am Arbeitsplatz. Aktuellen Schätzungen des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zufolge, leiden etwa 1,6 Millionen Menschen darunter an ihrem Arbeitsplatz feindselig behandelt, gedemütigt und ausgegrenzt zu werden.

Mobbing am Arbeitsplatz: Die Folgen

Das Fatale: Mobbing kann krank machen. Nicht selten sind psychische Schäden die Folge. Der Verlust des Selbstbewusstseins und des Selbstvertrauens führt zu Depressionen, Angststörungen bis hin zu körperlichen Beschwerden, wie dem Fibromyalgie-Syndrom – einer entzündlich rheumatischen Erkrankung.

Unterschied Mobbing Erwachsene und Unstimmigkeit

Doch wo liegt der Unterschied, zwischen normalen Unstimmigkeiten am Arbeitsplatz und gezieltem Mobbing bei Erwachsenen? Von Mobbing sprechen Arbeitsmediziner, wenn Sie häufig und über längere Zeit einem oder mehrerer dieser Faktoren ausgesetzt sind:

  • Schikane – Sie erhalten ständig grundlos destruktive Kritik.
  • Ausgrenzung – Sie werden gezielt nicht über Meetings oder Treffen Ihrer Abteilung informiert.
  • Demütigung oder Verunglimpfung – in Form von Gerüchten oder direkten Beleidigungen.
  • Und Benachteiligung.
  • Wenn der oder die Vorgesetzte beteiligt ist, spricht man von „Bossing“.  (Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Mobbing Report Deutschland 2002)

Offen mit Mobbing umgehen

In jedem Fall gilt: gehen Sie offen mit dem Mobbing um!

  • Suchen Sie das klärende Gespräch.
  • Nutzt das nichts, schalten Sie Ihren Vorgesetzten ein.
  • Ist dieser beteiligt, gehen Sie zum Betriebsrat. Denn ein von Mobbing betroffener Arbeitnehmer hat das Recht, sich gemäß § 84 BetrVG mit seinen Mobbing-Problemen an den Betriebsrat zu wenden. Der Betriebsrat muss aber auch von sich aus aktiv werden, wenn er von dem Problem Kenntnis hat.

Mobbing bei der Arbeit

Sind sie aufgrund der Situation am Arbeitsplatz krankgeschrieben, fordern Sie nach sechswöchiger ununterbrochener Krankheit das Ihnen zustehende Betriebliches Eingliederungsmanagement Gespräch, kurz BEM, ein. Und informieren Sie ihre Krankenkasse.

Auch diese ist gesetzlich verpflichtet nach § 20 Abs. 1 SGB V, Hinweise auf berufsbedingte gesundheitliche Gefährdungen oder Berufskrankheiten bei einzelnen Versicherten unverzüglich den für den Arbeitsschutz zuständigen Stellen und dem Unfallversicherungsträger mitzuteilen.

Mobbing am Arbeitsplatz: Hilfe finden

Wenden Sie sich in jedem Fall an außerbetriebliche Hilfen wie Mobbingberatungsstellen oder Selbsthilfegruppen. Diese sind in der Regel kostenlos. Allerdings gibt es Mobbingberater, die Geld kosten: Achten Sie dann auf ein klares Beratungskonzept, Referenzen und ein einkomensabhängiges Honorar.

Neben dem Austausch mit anderen bieten Selbsthilfegruppen und Berater auch Unterstützung in juristischen Fragen. Denn als Mobbingopfer haben Sie Rechte. Zwar gibt es in Deutschland kein Mobbinggesetz, aber andere Gesetze, wie zum Beispiel das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz – kurz AGG, können im Einzelfall greifen.  

  • Wichtig hierbei: Sammeln Sie Beweise.
  • Schreiben Sie ein Mobbingtagebuch,
  • und suchen Sie sich neutrale Zeugen.

Denn nur wenn Sie das Mobbing ausreichend vor Gericht belegen können, haben Sie eine Chance auf Erfolg.

Mobbing

Videospiel über mobbing

Nachrichten | heute plus - Mobbing in Videospielen

Lange Zeit waren viele Videogames als schlichte Ballerspiele verpönt. Doch es gibt immer mehr Entwickler, die …

Videolänge:
2 min
Hass

Wissen | nano - Was tun gegen Hetze im Netz?

Hassreden, Hetze und Abwertung ganzer Menschengruppen: Im Internet wimmelt es davon. Das alles bereitet den …

Videolänge:
2 min
Mobbing

Nachrichten | ZDF-Mittagsmagazin - Beratung 2.0: Mobbing an Schulen

Jedes Jahr nehmen sich rund 600 junge Menschen unter 25 Jahren das Leben – oftmals litten sie an …

Videolänge:
1 min
Cybermobbing-Skandal in Frankreich

Nachrichten | heute plus - Cybermobbing-Skandal in Frankreich

Sexistisches Mobbing durch Journalisten und Werber, über Jahre hinweg - die Machenschaften der …

Videolänge:
2 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.