Mobilfunkanbieter wechseln

Wie Sie reibungslos wechseln und Geld sparen können

Verbraucher | WISO - Mobilfunkanbieter wechseln

Unter Mobilfunkanbietern herrscht ein intensiver Wettbewerb. Der Kunde hat die Qual der Wahl: Wie Sie Ihren Mobilfunkanbieter erfolgreich wechseln. Und worauf Sie bei der Kündigung achten müssen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.09.2017, 12:00

Rund 125 Millionen Mobilfunkanschlüsse soll es nach Schätzungen derzeit in Deutschland geben. Verträge, Prepaid- & SIM-Karten eingeschlossen. So besitzt jeder Deutsche im Schnitt 1,5 SIM-Karten. Unter Mobilfunkanbietern herrscht ein entsprechend intensiver Wettbewerb. Gut für Mobilfunkkunden: Sie profitieren von sinkenden Preisen. Da macht es für viele Verbraucher Sinn den aktuellen Handyvertrag zu kündigen und zu einem anderen Mobilfunkanbieter zu wechseln. Doch leicht ist der Wechsel nicht immer.

Um Probleme zu vermeiden, sollte man darauf achten, dass im ersten Schritt die Kündigung reibungslos anerkannt wird.  Wichtig ist, dass Verbraucher den Handyvertrag rechtzeitig kündigen. Wird die Frist verpasst, verlängert sich die Laufzeit automatisch um ein weiteres Jahr. Daher ist es ratsam, in die Vertragsunterlagen zu schauen, wann der Vertrag ausläuft und welche Kündigungsfrist besteht.

Kunden sollten am besten schriftlich kündigen. Im Kündigungsschreiben sollten Angaben wie etwa die Vertrags- und Auftragsnummer sowie Kunden- und Telefonnummer nicht fehlen. In einigen Fällen erkennen Mobilfunkanbieter Kündigungen nicht an, da der Verbraucher nicht eindeutig identifizierbar sei.

Nachweis der Kündigung

Verbraucher sollten die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein senden. Dann gibt es einen Nachweis darüber, dass die Kündigung empfangen wurde. Wer seine Kündigung faxen möchte, sollte einen Sendebericht ausdrucken. Wer seine Kündigung per E-Mail an den alten Anbieter schicken möchte, der sollte das über einen rechtssicheren E-Mail-Dienst, wie zum Beispiel De-Mail oder E-Postbrief, tun. Denn: Bei einer normalen E-Mail müssen Sie im Streitfall nachweisen, dass die E-Mail empfangen worden ist.

Verbraucherschützen raten, sich die die Kündigung vom Mobilfunkanbieter schriftlich bestätigen zu lassen. Haben sich Kunden bereits vor der Kündigung für einen neuen Mobilfunkanbieter entschieden, ist es sinnvoll den neuen Mobilfunkanbieter mit der Kündigung zu beauftragen. Die Verbraucherzentrale bietet für Kunden einen Musterbrief für die Kündigung des Mobilfunkvertrages unter folgendem Link an: verbraucherzentrale.de

Mobilfunkanbieter wollen so Kunden halten

Wichtig: In der Regel müssen Kunden nach einer schriftlichen Kündigung nicht noch mal den Mobilfunkanbieter anrufen. Einige Telefonunternehmen suggerieren das. Allerdings: „Eine Kündigung wird mit dem fristgerechten Zugang beim Empfänger wirksam“, so die Verbraucherzentrale. Mobilfunkanbieter wollen mit einem solchen Anruf ihres Kunden versuchen, ihn zu halten, erklärt die Verbraucherzentrale. Der Kunde ist aber nicht verpflichtet, eine gültige Kündigung nochmals zu bestätigen.

Viele Mobilfunkanbieter melden sich ihrerseits kurz vor Ablauf des Vertrags beim Kunden, um sie mit Angeboten zurückzugewinnen. Die Verbraucherzentrale rät bereits im Kündigungsschreiben den Mobilfunkanbieter aufzufordern, auf solche Anrufe zu verzichten.

Außerordentliche Kündigung

Wer außerordentlich kündigen möchte, sollte folgendes beachten: Eine außerordentliche Kündigung wird in einigen Fällen dann anerkannt, wenn ein Umzug in aus Ausland bevorsteht, der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht absehbar war. Das muss man in der Regel nachweisen. Auch eine Preiserhöhung um mindestens fünf Prozent oder mehr kann dazu führen, dass ein Kunde sofort kündigen kann, so Verbraucherschützer.

Viele Kunden ziehen eine außerordentliche Kündigung in Betracht, wenn der Empfang an bestimmten Örtlichkeiten wie Zuhause oder im Büro schlecht ist. Dabei ist allerdings zu bedenken: Für ein solches Argument brauchen Kunden in der Regel eine schriftliche Zusicherung des Mobilfunkanbieters, dass der Empfang gewährleistet ist. Verbraucherschützer erklären, die meisten Anbieter würden solche Anfragen bei Vertragsabschluss aber nur mündlich erklären.

Prepaid-Vertrag

Ein Prepaid-Vertrag endet in der Regel automatisch, wenn über einen längeren Zeitraum hinweg keine weitere Aufladung stattgefunden hat. Dennoch sollten Kunden sichergehen und den Prepaid-Vertrag kündigen, wenn sie zu einem Laufzeitvertrag wechseln möchten. Das spielt vor allem dann eine Rolle, wenn Kunden ihre alte Rufnummer mitnehmen möchten.

Kündigung von Zusatzoptionen: Alle Zusatzoptionen, die von Kunden mit dem Mobilfunkvertrag gebucht worden sind und eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten haben, sollten zusammen mit dem Grundvertrag gekündigt. „Manche Mobilfunkanbieter offerieren aber Zusatzoptionen, die nur in den ersten Wochen oder Monaten kostenlos sind und dann kostenpflichtig werden, wie zum Beispiel Sicherheitspakete. Wünscht man diese nicht weiter, sollte man sie gleich bei Abschluss des Vertrags zum Ende des kostenlosen Testzeitraums kündigen“, empfiehlt Alexander Kuch von Teltarif.de.

Rufnummernmitnahme – Portierung

Wer trotz eines Mobilfunkanbieterwechsels seine alte Rufnummer behalten möchte, muss nicht darauf verzichten. Mobilfunkanbieter sind nach dem Telekommunikationsgesetz verpflichtet, den Wechsel zu einem anderen Anbieter unter Beibehaltung der Rufnummer zu ermöglichen, so die Bundesnetzagentur. Das gilt auch für Prepaid-Verträge. Allerdings: Der aufnehmende Anbieter sei nicht verpflichtet, jeden Kunden zu akzeptieren. Es gelte, so die Bundesnetzagentur, kein Kontrahierungszwang. Wichtig ist, dass Kunden den neuen Mobilfunkanbieter mit der Rufnummernmitnahme beauftragen.

Planen Kunden die Rufnummernmitnahme regulär zum Vertragsende, sollten sie die Portierung mindestens 10-14 Arbeitstage vor Vertragsende beim neuen Mobilfunkanbieter in Auftrag geben. So hat der neue Anbieter ausreichend Zeit, den alten Anbieter fristgemäß zu kontaktieren.

Verbraucher sollten beim Portierungsauftrag alle Kundendaten wie zum Beispiel Name, Adresse, das Geburtsdatum oder Handynummer genau überprüfen. Die Daten müssen identisch sein, nur dann kann eine Portierung ohne Probleme funktionieren. Für die Rufnummernmitnahme kann der alte Anbieter Geld verlangen. In der Regel sind das zwischen 25 – 30 Euro. Oft gibt es beim neuen Anbieter aber eine Gutschrift in ähnlicher Höhe.

Wichtig: Wenn ein Mobilfunkanbieter für die Portierung Kosten berechnet, muss dies vorher in den AGB oder in der Preisliste angekündigt worden sein, sagt Alexander Kuch von Teltarif.de. Ansonsten dürfe der Mobilfunkanbieter keine Kosten berechnen. Prepaid-Kunden sollten bedenken, dass die anfallenden Kosten der Portierung vom Kartenguthaben abgezogen werden. Daher ist es wichtig, dass auf der Prepaidkarte ein ausreichend hohes Guthaben ist, da sonst die Portierung nicht durchgeführt werden kann. Bei Überschreitung der Frist verfällt das Recht auf die eigene Rufnummer.

Mitnahme der Rufnummer während der Vertragslaufzeit

Eine Mobilfunknummer kann nicht nur zum Vertragsende zu einem anderen Mobilfunkanbieter mitgenommen. Grundsätzlich ist eine Mitnahme der Rufnummer auch während der Vertragslaufzeit möglich. Bei einer vorzeitigen Rufnummernmitnahme läuft in der Regel der Mobilfunkvertrag mit dem alten Mobilfunkanbieter weiter. Er bleibt also von der Portierung unberührt und ist weiterhin gültig. Der Kunde muss also weiter für die Kosten des Vertrages aufkommen.

Soll eine Rufnummernmitnahme von einem Prepaid-Vertrag zu einem Laufzeitvertrag stattfinden, sollte der Kunde vorher rechtzeitig, am besten zum Monatsende, den Prepaid-Vertrag kündigen. Zusammen mit der Kündigung sollte der Kunde dem Provider eine sogenannte Verzichtserklärung unterschreiben und mitsenden. „Darin bittet man den alten Provider, die Nummer nach Vertragsende unverzüglich freizugeben und nennt den neuen Provider“, empfiehlt Alexander Kuch von Teltarif.de. Die Mobilfunkanbieter bieten hierfür in der Regel Musterschreiben an.

Ratsam ist es, dem neuen Mobilfunkanbieter mitzuteilen, dass man die Rufnummer des alten Vertrags mitnehmen möchte. „Liegt der Vertragsabschluss beim neuen Provider zeitlich vor der Beendigung des alten Vertrags, weist der neue Provider in der Regel zuerst einmal eine neue Rufnummer zu und schaltet dann die alte Nummer auf die SIM-Karte, wenn diese vom alten Anbieter freigegeben ist“, sagt Alexander Kuch von Teltarif.de.

Der passende Handytarif

Viele Mobilfunkanbieter, viele unterschiedliche Tarife, immer wieder neue Angebote – der Markt der Mobilfunktarife ist unübersichtlich und unüberschaubar! Wie soll man da den passenden Tarif finden? Der erste Schritt: Kunden sollten ihr eigenes Nutzungsverhalten untersuchen und sich fragen: Wie viel telefoniere ich? Wie viele SMS schreibe ich? Wie viel und wie oft nutze ich das Internet unterwegs? So können Kunden herausfinden, wofür sie hauptsächlich das Handy nutzen.

Grundsätzlich sollten Kunden für sich klären, ob es ein Prepaid-Tarif oder ob es ein Mobilfunkvertrag sein soll. Bei einem Mobilfunkvertrag seien die Tarifkonditionen stabil, so Stiftung Warentest. Und: Viele Mobilfunkanbieter locken oftmals bei Abschluss eines Vertrages mit Extras wie zum Beispiel mit einem günstigen Handy. Allerdings sind Kunden dann über eine feste Laufzeit an den Mobilfunkanbieter gebunden und können so nicht von positiven Preisentwicklungen profitieren, so Stiftung Warentest. Außerdem gäbe es bei einem Laufzeitvertrag weniger Kostenkontrolle.

Mehr Kostenkontrolle

Wer darauf besteht, könnte mit einem Prepaid-Tarif besser aufgehoben sein. Nutzer telefonieren ihr Guthaben ab, das zuvor aufgeladen wurde. Doch Stiftung Warentest warnt: Bei einigen Prepaid-Angeboten kann es plötzlich doch teurer werden. Außerdem spielt bei der Suche nach dem passenden Handytarif der Netzbetreiber eine wichtige Rolle, denn die Netze sind unterschiedlich stark ausgebaut. Das ist vor allem bei Nutzern wichtig, die in ländlichen Regionen leben, da hier oftmals der Empfang weniger gut sein kann, da die Netzabdeckung dort nicht immer flächendeckend ist.

Daher ist es empfehlenswert, dass sich Nutzer vorab informieren, wie das Netz in ihrer Umgebung ausgebaut ist, ob es empfangsstark ist oder nicht. Das können Nutzer zum Beispiel auf den Webseiten der Netzbetreiber herausfinden. Verbraucherschützer raten: Sind Kunden in einer bestimmten Gegend auf Empfang angewiesen, sollte sie sich die Netzabdeckung vor Vertragsschluss vom Mobilfunkanbieter schriftlich zusichern lassen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet