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WISO-Tipp: Leben ohne Mikroplastik

Mikroplastik-Teilchen auf dem Finger
von Sina Groß

Es gibt viel Plastik in unserem Alltag. In Verpackungen von Lebensmitteln, Kleidung und Pflegeprodukten - überall steckt Plastik drin. Wie erkennt man Produkte mit Mikro-Plastik? Welche Alternativen gibt es? Und wie schafft man es, darauf zu verzichten?

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Abrufvideo: montags ca. 21 Uhr

Mikroplastik ist derzeit in aller Munde - im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt immer mehr Meldungen, dass es in Nahrungsmitteln wie Meeresfrüchten oder Meersalz, sogar in Leitungswasser und Bier stecken soll und in allen großen Flüssen schwimmt. Doch - was ist dieses Mikroplastik eigentlich? Wie gesundheitsschädlich ist es? Wie gelangt es in unsere Lebensmittel? Und wie verhindern wir das?

Plastik wird meist nur einmal genutzt

Tagtäglich sind wir umgeben von Plastik. Nahezu alle Lebensmittel sind darin verpackt, wir tragen Kleidung aus synthetischen Materialien, fahren in Autos, deren Innenraum aus Kunststoffen besteht. Die meisten benutzen wir ein einziges Mal, bevor sie im Müll landen. Da beginnt das Problem.

Plastikmüll, der achtlos weggeworfen oder nicht richtig entsorgt wird, zerfällt in der Natur zu winzigen Kunststoffpartikeln kleiner als fünf Millimeter - genannt Mikroplastik. In unseren Gewässern landen zudem viele winzige Plastikartikel aus unserem Abwasser, die Produkten bewusst zugegeben wurden. So werden Kosmetikprodukten wie Duschgel bewusst Kügelchen zugefügt, die dafür sorgen sollen, dass sie sich besser anfühlen oder reinigen. Ein großer Teil der Partikel stammt von synthetischen Textilien, die bei jedem Waschgang hunderttausende Kunstfasern verlieren. Aber auch der Abrieb von Reifen, der direkt in der Natur landet, ist ein Riesenproblem.

Plastik landet in Nahrungskette

Landet das Mikroplastik in den Gewässern, wird es dort von immer mehr Lebewesen aufgenommen und gelangt so auch in unserer Nahrungskette. Auch wenn es bis dato keine Beweise für ein konkretes Risiko gibt, halten es Wissenschaftler für möglich, dass selbst Menschen die Partikel aufnehmen und im Gewebe einlagern können. Das ist auch deshalb problematisch, weil die Kunststoffe nicht nur Substanzen wie Weichmacher enthalten, sondern wie ein Magnet auf giftige Schadstoffe wirken.

Wie können wir also verhindern, dass dieses Mikroplastik in unserem Leben und unseren Lebensmitteln landet? Auch, wenn es ein globales Problem ist und in anderen Ländern vielleicht mehr Müll in der Umwelt landet, kann jeder im Kleinen bei sich anfangen, Plastik im Alltag zu vermeiden.

Plastik im Alltag vermeiden

Das beginnt mit der Frage, ob Gemüse, Käse oder Wurst wirklich in Plastik verpackt sein müssen oder der Metzger oder Hofladen um die Ecke vielleicht eine Alternative sind? Ob man statt Saft im Tetrapack oder in der Einwegflasche nicht auch den Glaskasten schleppen kann? Und ob man sich den morgendlichen Coffee-to-go auch mal in den eigenen Becher abfüllen lassen kann, statt täglich einen Einwegbecher wegzuwerfen. Sprich: Mehrweg statt Einweg.

Viele Billigklamotten, aber auch Sport- und Fleece-Kleidung verlieren bei jedem Waschgang tausende Kunstfasern, die die Waschmaschinen (noch) nicht vollständig herausfiltern können. Die Hersteller und Betreiber von Kläranlagen arbeiten bereits an Lösungen. Bis es so weit ist, wäre es eine Alternative, öfter mal Textilien aus Wolle oder Baumwolle zu kaufen. Beides baut sich deutlich schneller ab als Kunstfasern. Deshalb muss die alte Lieblings-Fleecejacke nicht gleich in die Altkleidersammlung. Kunstfasertextilien sind oft schon ein Recyclingprodukt, beispielsweise von recycelten PET-Flaschen.

Verbraucher | WISO - Schädliches Mikroplastik

Interview mit Stefanie Werner vom Umweltbundesamt

Videolänge:
7 min

Naturkosmetik nutzen

Duschgels, Shampoos, Sonnencremes, aber auch Kosmetik wie Lippenstifte und Puder enthalten oft Plastik in Form flüssiger Kunststoffe. Bei solchen Produkten ist es relativ einfach, Mikroplastik auszuschließen, indem man zu Naturkosmetik greift. Inzwischen loben einige Hersteller sogar extra Produkte "ohne Mikroplastik" aus und ersetzen es beispielsweise durch Nussschalen. Mithilfe von Smartphone-Apps wie "Codecheck" erkennen Sie Mikroplastik und andere problematische Inhaltsstoffe. Einfach den Barcode auf der Produktverpackung scannen. Hilfreich ist auch der "Einkaufsratgeber Mikroplastik" des Bundes für Umwelt und Naturschutz. Der listet Körperpflege- und Kosmetikprodukte mit Mikroplastik auf.

Last, but not least: Wir Deutschen sind Meister im Sammeln von Müll - allerdings auch amtierender Europameister in puncto Verpackungsmüll. Pro Jahr und Kopf fallen bei uns über 220 Kilogramm an. Umso wichtiger ist es, diese Kunststoffe richtig zu recyceln und nicht einfach in den Restmüll zu werfen.

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