WISO-Tipp: Passende Nachhilfe finden

Verbraucher | WISO - WISO-Tipp: Passende Nachhilfe finden

Rund 1,2 Millionen Schüler in Deutschland haben Nachhilfe. Vor allem Fächer wie Mathematik sind bei Nachhilfeschülern gefragt. Worauf Sie bei der Suche nach dem geeigneten Nachhilfeunterricht achten sollten, zeigt der WISO-Tipp.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.04.2018, 19:25

Wieder eine fünf in Mathe bekommen, das Halbjahreszeugnis ist schlecht ausgefallen oder die Versetzung ist gefährdet – für Nachhilfe-Unterricht gibt es viele Gründe und die Nachfrage ist groß. Der Nachhilfe-Markt boomt. Rund 1,2 Millionen deutsche Schüler im Alter zwischen 6 und 16 Jahren bekamen 2015 Nachhilfeunterricht. Dafür gaben Eltern fast 900 Millionen Euro aus. Das ergab eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung.

Der Nachhilfe-Markt sei unübersichtlich, warnen Verbraucherschützer. Eltern sollten daher nicht ungeprüft auf den erstbesten Nachhilfe-Profi setzen und bei Verträgen auf unwirksame Vorgaben achten. Und: Bevor Sie sich für Nachhilfe-Unterricht entscheiden, suchen Sie vorab das Gespräch mit den Lehrern Ihres Kindes. Fragen Sie, wo die Defizite Ihres Kindes liegen, wie man diese verbessern könnte und warum der Schüler nicht mitkommt. Einige Experten raten: Die Nachhilfe sollte zeitlich begrenzt sein und nicht mehr als zwei Fächer gleichzeitig umfassen.

Nachhilfe-Institute

Bundesweit gibt es mehrere tausend gewerbliche Nachhilfe-Institute, die ihre Dienste zur Verbesserung der Noten anbieten. Dabei lernen Schüler nach der Schule an regelmäßigen Terminen überwiegend in Kleingruppen. Dauer und Preise der Nachhilfe fallen je nach Nachhilfe-Institut unterschiedlich aus. In der Regel arbeiten große Institute mit festen Sätzen, die im Vertrag festgehalten sind. Vor allem für Schüler, die gut in Gruppen lernen können, kann ein Nachhilfe-Institut geeignet sein.

Wer sein Kind zu einem Nachhilfe-Institut schicken möchte, sollte sich vorab mehrere Angebote von Nachhilfe-Instituten in der Umgebung einholen – am besten drei. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass gute Institute vor Beginn der Nachhilfe das Leistungsvermögen des Schülers testen und das auch im Unterricht berücksichtigen. Und: Achten Sie darauf, dass eine Lerngruppe nicht mehr als fünf Schüler umfasst und vom Lernniveau möglichst ähnlich sein sollte. Auf diese Weise ist ein intensives und individuell ausgerichtetes Anleiten möglich, erklären Verbraucherschützer. Vereinbaren Sie mindestens eine Probestunde, so können Sie sehen, ob Ihr Kind sich dort wohl fühlt.

Wichtig: Eltern sollten sich die Verträge sorgfältig durchlesen. Vor allem im Kleingedruckten können sich unwirksame Vorgaben und Kosten verstecken. Beispielsweise ist wichtig, dass Änderungen von Terminen oder Lehrkräften nur mit Rücksprache der Schüler und Eltern als Vertragspartner erfolgen können. Wenn Sie Wert darauf legen, dass Ihr Kind immer nur in einer 2er-Gruppe unterrichtet werden soll, dann sollte das im Vertrag festgehalten werden. Klauseln, die beinhalten, dass auch die Ferien durchbezahlt werden müssen, obwohl kein Unterricht stattfindet, können je nach Formulierung ungültig sein.

Achten Sie auf eine kurze Vertragsdauer. Verbraucherschützer raten eine kurze Mindestvertragslaufzeit zu vereinbaren. Diese sollte nicht länger als 6 – 12 Monate betragen. So können Sie das Vertragsverhältnis relativ schnell kündigen, wenn das Institut nicht gefallen sollte. Beachten Sie dabei auch die Kündigungsfristen.

Private Einzelnachhilfe

Die Vorteile der privaten Nachhilfe: Der Schüler kann individuell gefördert werden und die Nachhilfe-Stunden lassen sich flexibel vereinbaren. Während ein Nachhilfe-Institut meist regelmäßige Termine vergibt, können Sie mit dem Nachhilfe-Lehrer auch kurzfristige Termine ausmachen. Und: Sie sind nicht an einen festen Vertrag gebunden, sondern können selbst die Honorar-Rechnung gestalten.

Eltern sollten sich in einem persönlichen Gespräch einen Eindruck von der Qualifikation eines privaten Nachhilfe-Lehrers verschaffen und eine Probestunde vereinbaren. Denn private Nachhilfe bringt nur etwas, wenn die Chemie zwischen Schüler und Nachhilfe-Lehrer stimmt. Kommt es zu Problemen oder Konflikten ist ein rascher Wechsel der Lehrperson möglich.

Online-Nachhilfe

Im Internet gibt es unzählige Nachhilfe-Angebote. Diese reichen von Erklär-Videos, Hausaufgaben-Chats bis hin zu Nachhilfe-Stunden per Webcam. Viele dieser Angebote sind in der Regel nicht kostenfrei, auch wenn damit geworben wird. Verbraucherschützer warnen: Wenn auf den ersten Blick nicht auffällt, dass der Service kostenpflichtig ist, kann man sich schnell auf ein Abonnement für ein bis zwei Jahre Laufzeit einhandeln. In einigen Fällen werden wohl Preishinweise auf vermeintlichen Gratis-Seiten versteckt. Deshalb gilt auch hier: Vereinbaren Sie schriftlich eine unverbindliche Probestunde mit dem Online-Nachilfe-Anbieter. Lesen Sie sich den Email-Verkehr und den Vertrag sorgfältig durch. Denn auch ohne Unterschrift können Sie einen Vertrag eingehen.

Wichtig: Klären Sie vorab genau, wie lange Sie sich binden, wie eine vorzeitige Beendigung des Vertrages möglich ist und wer ihr Vertragspartner ist: Das Online-Portal oder der Nachhilfe-Lehrer. Tipp: Versuchen Sie eine kurze Vertragsdauer zu verhandeln und beachten Sie die Kündigungsfrist. Beachten Sie: Grundsätzlich beträgt das Widerrufsrecht bei Internet-Verträgen 14 Tage.

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