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Plastikmüll richtig entsorgen

In den Gelben Sack oder Restmüll?

von Nina Suweis, Ulrike Stegemann

Joghurtbecher, Nudeltüte, Orangen-Netz oder Einwegflasche: Alles Plastik-Verpackungen, die meist kurz nach dem Kauf im Müll landen. Wohin gehört der ganze Plastikmüll? In den Gelben Sack, Wertstofftonne, Wertstoffhof - oder doch in den Restmüll?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.01.2021

Eine wichtige Frage, gerade wenn man bedenkt, dass wir Deutschen im Jahr pro Kopf etwa 38,5 Kilogramm Plastikmüll produzieren und somit zu den Spitzenreitern in Europa gehören. Trotz dieser Unmengen an Verpackungsmüll herrscht oft Unsicherheit, was wirklich in den Gelben Sack gehört. Die Fehlwurfquote beim Gelben Sack liegt bei 40 bis 60 Prozent.

Das gehört NICHT in den Gelben Sack

  • Textmarker
  • Gießkanne
  • Plastikspielzeug
  • Fotopapier
  • Badeente
  • Kugelschreiber
  • Feuerzeuge
  • VHS-Kasseten: Sollten Sie noch alte VHS-Kassetten Zuhause haben: Diese dürfen nicht in den Gelben Sack! Hier besteht die Gefahr, dass sich die Bänder in der Anlage verfangen und dadurch den gesamten Sortierungsprozess stören. Das selbe gilt für großmaschige Netze, wie etwa vom letzten Weihnachtsbaum.
  • Dreckige Windeln! Diese verschmutzen nicht nur die Anlage, sie gehören generell in den Restmüll. Das gilt auch für stark verschmutzte Verpackungen.
  • CDs & DVDs: die bestehen überwiegend aus Polycarbonat ein hochwertiger und teurer Kunststoff. Deshalb gibt es für CDs und DVDs spezielle Rücknahmesysteme. Unser Tipp: fragen Sie Ihren Abfallentsorger ob eine Rückgabemöglichkeit in Ihrer Nähe besteht. Wenn nicht, gehören CD und Hülle in den Restmüll.

Besitzen Sie eine Wertstofftonne oder eine gelbe Tonne sind Ausnahmen erlaubt. Fragen Sie hierzu Ihren örtlichen Abfallentsorger.

Welcher Müll gehört in den gelben Sack?

Generell gilt, dass in den Gelben Sack alle Verkaufsverpackungen dürfen, die nicht aus Glas oder Papier sind. Also alle Leichtverpackungen aus Kunststoffen, Aluminium, Weißblech und Verbundstoffen, wie etwa Gummibärchentüten, Käseverpackungen, Eispackungen oder auch Tetrapacks. Sollten Sie sich unsicher sein, schauen Sie auf dem Gelben Sack nach. Dort wird anhand von Überbegriffen und Symbolen erklärt, was hineingehört.

Beachten Sie: Verpackungen nicht ineinanderstecken, das behindert den Sortierungsprozess. Generell sollten Verpackungsteile voneinander getrennt werden. Ist die Ummantellung des Joghurtbechers etwa aus Papier gehört diese ins Altpapier, der Deckel aus Aluminium separat vom Becher selbst in den Gelben Sack. So wird nicht nur der Recyclingprozess erleichtert, es gehen zudem keine wertvollen Rohstoffe verloren.

Den Joghurtbecher vor der Entsorgung auszuwaschen ist allerdings unnötig. Es reicht, ihn „löffelrein“ zu entsorgen. Die Verpackungen werden im Recyclingprozess sowieso noch einmal heiß gewaschen.

Die Dualen Systeme

Aber warum dürfen eigentlich nur Verpackungen in den Gelben Sack während andere Plastikprodukte in die Restmülltonne gehören? Der Grund dafür findet sich im Finanzierungssystem. In Deutschland müssen die Unternehmen, die Verpackungen produzieren und auf den Markt bringen, für eben diese Verpackungen Lizenzgebühren zahlen. Diese Gebühren finanzieren später die Entsorgung und Verwertung von Verpackungsabfällen.

Damit das logistisch und finanziell klappt, kümmern sich darum insgesamt acht sogenannte Duale Systeme. Da die Hersteller nach Material und Gewicht bezahlen müssen, sind viele Verpackungen immer dünner und leichter geworden. Für Kunststoff, der keine Verpackung ist, ist die Finanzierung jedoch nicht geregelt, weswegen diese Gegenstände im Restmüll entsorgt werden und dementsprechend nicht wiederverwertet werden.

Tipps zur Vermeidung von Plastik

  • Feste Seife statt Shampoo verwenden
  • Für Obst und Gemüse wiederverwendbare Beutel nutzen
  • Mit einer Bambuszahnbürste spart man sich Plastik sowohl im Produkt als auch in der Verpackung
  • Zum Einkaufen oder Transportieren von Gegenständen eine wiederverwendbare Tasche nutzen
  • Statt Alu- und Frischhaltefolie wiederverwendbare Bienenwachstücher benutzen
  • Auch andere Hygieneartikel wie zum Beispiel Ohrenstäbchen gibt es inzwischen mit Bambusstielen
  • Leitungswasser trinken statt PET-Flaschen zu kaufen

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Videolänge:
4 min

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