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Gesetzliche Rente mit freiwilligen Zahlungen aufbessern

Rendite von bis zu 3,8 Prozent möglich

Verbraucher | WISO - Gesetzliche Rente mit freiwilligen Zahlungen aufbessern

Sie sind 50 plus, wollen früher in den Ruhestand gehen, zweifeln aber, dass Ihre Rente reicht? Seit 2017 kann jeder ab 50, der früher in Rente will, die gesetzliche Rente durch "freiwillige Sonderzahlungen" aufbessern. Das kann sich lohnen.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.07.2019, 19:32

Die Zukunft der gesetzliche Rente ist immer mal wieder in der Diskussion: Eine Rentenkommission soll aktuell erarbeiten, wie sich verhindern lässt, dass die Rentenbeiträge nach 2025 zu stark steigen oder das Rentenniveau zu stark sinkt. Dennoch kann es sich angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen auf Sparbüchern und für Tagesgeld lohnen, sogar über freiwillige zusätzliche Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse nachzudenken.

So lässt sich in manchen Fällen erst durch die freiwilligen Einzahlungen ein Rentenanspruch erreichen. Denn für eine gesetzliche Rente bedarf es einer Mindestversicherungszeit von 5 Jahren. Wer nur kurz berufstätig war und nicht lange genug in die Rentenkasse eingezahlt hat, hat trotz gezahlter Beiträge möglicherweise noch  keinen Rentenanspruch. Das lässt sich durch freiwillige Einzahlungen vor Rentenbeginn oft noch ändern. In solchen Fällen lohnt sich meistens ein Gespräch mit einem Rentenberater. 

Nachdenken sollte über solche freiwilligen Einzahlungen auch, wer regelmäßig in die gesetzliche Rentenkasse zahlt und überlegt, seinen Ruhestand vorzuziehen. Mehr als die Hälfte der Versicherten nutzen heute schon die Möglichkeit, früher in Rente zu gehen. Das Gute: Seit 2017 kann jeder Pflichtversicherte ab 50, der plant früher in Rente zu gehen, seine Rente durch so genannte freiwillige Sonderzahlungen aufbessern.

Mit dem Rentenberater treffen

Auch der Anfang 50jährige Ulrich Frings möchte mit 63 gehen und noch etwas von der Welt sehen. Sein Traum: Bis zu sechs Monate im Ausland verbringen. Die Frage ist, ob er sich das leisten kann. Deswegen hat Ulrich Frings einen Termin bei seinem Rentenberater Wilhelm Schild. Er soll prüfen, ob seine Unterlagen vollständig sind und welche Kürzungen bei einem verfrühten Rentenbeginn auf ihn zukommen können. Denn Lücken kosten hier Rentenzeit und Geld. Bei Ulrich Frings fehlen noch die Schul- und Studienzeiten, die kann er bis zum Renteneintritt nachreichen. Und nur mit 35 Beitrags- und Anrechnungsjahren kann er überhaupt früher gehen.

Da er eigentlich bis knapp 67 arbeiten müsste, würde er mit 63 fast vier Jahre früher in Rente gehen und muss so tatsächlich mit einer nicht unerheblichen Kürzung seiner Rente rechnen. 14 Prozent würde ihm die Rentenkasse abziehen. Doch seit 2017 haben Pflichtversicherte die Möglichkeit ihre Rente durch freiwillige Zahlungen auszugleichen, um sich einen frühere Renteneintritt zu finanzieren. Dafür müssen sie sich nur bei der Rentenversicherung eine Auskunft holen, über die Höhe der Altersrente zum beabsichtigten Renteneintritt, die Höhe der Rentenminderung, sowie die Höhe des Beitrages der zum Ausglich gezahlt werden kann.

Beispielfall muss ca. 40.0000 Euro investieren

Falls sie sich am Ende entscheiden doch nicht früher in Rente zu gehen, erhöht sich die Rente. Eine Erstattung ist nicht möglich. Ulrich Frings müsste  knapp 40.000 Euro investieren um seinen Rentenverlust auszugleichen. In Zeiten des Niedrigzinses kann sich das lohnen, denn die Rentenkasse hat eine Rendite von bis zu 3,8 Prozent. Den Betrag kann Herr Frings als Einmalzahlung leisten oder  in Teilbeträgen bis zum Rentenbeginn bezahlen. Die Einzahlung ist bis zu zweimal jährlich möglich.

Die freiwilligen Zahlungen kann Herr Frings als Altersvorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen. Der jährliche Höchstbetrag hierfür liegt bei knapp 24.000 Euro, wovon sich ca. 86 Prozent steuermindernd auswirken. Das spart Geld. Auf die Rente fallen später zwar wieder steuern an. In der Regel sind sowohl Einkommen als auch Steuersätze im Alter aber niedriger, und damit auch die Steuerlast geringer.  Ob sich das für ihn lohnt, möchte Herr Frings mit seiner Steuerberaterin besprechen, erst dann entscheiden, ob er solche Zahlungen leisten möchte.

Verbraucher | WISO - "Steuern im Blick haben"

Interview: Freiwillig Rente aufbessern

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