Richtig kündigen

So wechseln Sie reibungslos

Verbraucher | WISO - Richtig kündigen

So einfach wie der Abschluss eines Vertrages ist die Kündigung meist nicht. Manchmal könnte man meinen, der Vertragsausstieg solle den Kunden so schwer wie möglich gemacht werden. Worauf Sie bei der Kündigung achten sollten.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.10.2019, 14:54

Gerade bei Verbraucherverträgen geben viele Unternehmen besondere Kündigungsregeln oder Prozeduren vor: Kündigungen nur per Telefonanruf bei einer Hotline, über ein Online-Kundenportal, per Fax oder über ein spezielles Formular.

Ganz oldschool: formloses Kündigungsschreiben

Lassen Sie die Finger davon und setzen Sie stattdessen ganz oldschool ein formloses Kündigungsschreiben auf. Werfen Sie dazu einen Blick in Ihren Vertrag, damit Sie die Kündigungsfrist korrekt einhalten. Kunden- und Vertragsdaten, Datum und Unterschrift nicht vergessen. Widerrufen Sie außerdem zum Tag des Vertragsendes die Einzugsermächtigung und bitten Sie um eine schriftliche Bestätigung ihrer Kündigung.

Schicken Sie den Brief per Einschreiben mit Rückschein an die im Impressum der Unternehmens-Website angegebene Adresse und ggf. zusätzlich als Datei an die dort stehende E-Mail-Adresse oder als Fax mit Sendebericht.

Zustellung per Gerichtsvollzieher

Halten Sie den Rückschein in den Händen können Sie davon ausgehen, dass dem Anbieter Ihre Kündigung zugegangen ist. Um ganz sicher zu gehen, kann man die Kündigung auch von einem Gerichtsvollzieher zustellen lassen. Das ist jedoch teurer, aufwendiger und dauert.

Beweise aufheben

Wichtig: Heben Sie die Beweise auf. Das heißt, eine Kopie Ihres Kündigungsschreibens, den Rückschein des Einschreibens sowie einen Ausdruck der E-Mail oder den Sendebericht des Faxes.

Entweder bestätigt der Anbieter die Kündigung ohne Probleme oder er behauptet, die Kündigung sei nicht eingegangen bzw. tut so, als bestehe Ihr Vertrag weiterhin. Rechtlich sieht es so aus, dass Sie eine eindeutige Willenserklärung abgegeben haben und beweisen können, dass sie dem Unternehmen fristgerecht zugegangen ist. Das bedeutet, dass Sie darauf nicht reagieren müssen.

Gerichtlicher Mahnbescheid

Falls der Anbieter nach Vertragsende trotzdem weiterhin versucht, Lastschriften von Ihrem Konto zu ziehen, weisen Sie diese bei Ihrer Bank zurück. Auch auf Mahnungen und Inkassobriefe müssen Sie nicht reagieren.

Anders sieht es bei einem Brief vom Amtsgericht mit einem gerichtlichen Mahnbescheid aus. Dem müssen Sie anhand des beiliegenden Formulars innerhalb von 14 Tagen widersprechen - per Einschreiben mit Rückschein. Tun Sie das nicht, ist der Mahnbescheid gültig, ohne dass geprüft wird, ob die Forderung zu Recht besteht. Dann kann der Gläubiger nach einigen Wochen einen Vollstreckungsbescheid erwirken.

Klage vom Anbieter unwahrscheinlich

Aller Wahrscheinlichkeit nach kommt jetzt nichts mehr vom Anbieter, da er im nächsten Schritt Klage auf Zahlung erheben und dafür einen Anwalt bestellen müsste. Das ist teuer und riskant, weil das Unternehmen als Kläger beweisen müsste, dass ihre Kündigung nicht wirksam ist. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es trotzdem passiert: Suchen Sie sich einen Anwalt.

Halten Sie sich beim Kündigen immer an die Grundregel, alles schriftlich abzuwickeln, weil es sich sonst später nicht beweisen lässt.

Verbraucher | WISO - "Persönlichen Fristenkalender führen"

Was ist beim Kündigen von Verbraucherverträgen zu beachten?

Videolänge:
5 min
Datum:

Weitere WISO-Tipps

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.