Sachschaden am Arbeitsplatz

Wann Arbeitnehmer haften müssen

Verbraucher | WISO - Sachschaden am Arbeitsplatz

Wir geben Tipps, wie Sie spezielles Mobiliar beantragen können und wie Sie selbst mit kleinen Tricks und Kniffen Ihren Büro-Arbeitsplatz gesundheitsfördernd gestalten können.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.01.2017, 20:00

Den Kaffee über der Tastatur verschüttet, den Firmenwagen beschädigt oder beim Kunden eine Leitung angebohrt? Auch der sorgfältigste Arbeitnehmer macht hin und wieder mal einen Fehler. Aber wer haftet im Schadensfall?

Grundsätzlich muss der Arbeitnehmer für alle Sachschäden haften, die er am Arbeitsplatz selbst verursacht. Aber er muss nicht immer für den kompletten Schaden aufkommen. Denn das Bundesarbeitsgericht hat festgelegt, dass ein Mitarbeiter nur beschränkt haften muss, wenn er einen Schaden verursacht. Nur wenn der Arbeitnehmer grob fahrlässig oder vorsätzlich die arbeitsvertraglichen Pflichten verletzt hat, muss er vollen Schadensersatz leisten.

Beschränkte Haftbarkeit

Wie der Schaden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilt wird und ob der Arbeitnehmer überhaupt am Schadensausgleich beteiligt wird, das kommt immer auf den Einzelfall an. Grundsätzlich unterscheidet das Arbeitsrecht drei Haftungs- bzw. Fahrlässigkeitsstufen, die den Schadensausgleich zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber regeln. Diese sind nicht gesetzlich geregelt, sondern liegen im Ermessen des Richters.

Versichert gegen Schäden

Bei einem Privatunternehmen hat der Firmeninhaber oder Geschäftsführer für die Schäden - die seine Mitarbeiter während Ihrer Arbeitszeit verursachen - in der Regel eine Betriebshaftpflichtversicherung, die solche Schäden abdeckt, stellt der Versicherungsmakler Marco Wenzl fest. Allerdings würde die Versicherung nur einspringen, wenn keine grobe Fahrlässigkeit des Arbeitnehmers vorliegt. Sie schützt also das Unternehmen und den Firmeninhaber vor Schäden, für die der Arbeitnehmer nicht haftbar gemacht werden kann, weil er den Schaden nur leicht fahrlässig verursacht hat.

Ausnahme öffentlicher Dienst

Eine Ausnahme ist der öffentliche Dienst: Hier gebe es die Besonderheit, das der Arbeitgeber in der Regel keine Betriebshaftpflicht hat, so Wenzl. „Ein Lehrer an einer staatlichen Schule, egal ob angestellt oder verbeamtet, sollte für seine Tätigkeit eine Privathaftpflicht und Diensthaftpflicht abschließen. Diese versichert Schäden bei der Verletzung der Aufsichtspflicht oder Schäden die der Lehrer gegenüber der Schule verursacht.

Zum Beispiel: Ein Lehrer gestaltet zur Präsentation eine Wandzeitung und heftet mit Klebestreifen Blätter an die Wand. Nach Ende des Projektes bereinigt er die Wand und beim Abziehen des Klebestreifen löst er die Farbe an der Wand. Die Schule macht den Lehrer für den Schaden verantwortlich und verlangt die Renovierung der Wand. Der Schaden würde in diesem Fall über eine Diensthaftpflichtversicherung des Lehrers reguliert werden können.“

Weitere Fälle in denen der Arbeitnehmer haftet

Für den Verlust des Dienstschlüssels ist der Mitarbeiter selbst verantwortlich und zwar im Privatunternehmen, wie auch im öffentlichen Dienst. Der Versicherungsexperte fasst es zusammen: „Kommt der Schlüssel weg, ist der Mitarbeiter gegenüber dem Arbeitgeber schadensersatzpflichtig: Der Arbeitgeber lässt alle Schlösser und Schlüssel austauschen und es kommt ein Schaden in Höhe von 15.000 Euro zustande. Daher sollten Arbeitnehmer prüfen, ob in der eigenen Privathaftpflicht berufliche Schlüssel mitversichert sind.“

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