Sekt im teuer-oder-billig-Markencheck

Verbraucher | WISO - Sekt im teuer-oder-billig-Markencheck

Sekt gibt’s im Supermarkt für weniger als drei Euro je Flasche. Aber natürlich auch in der teuren Edelvariante. Wir testen sechs verschiedene trockene Schaumweine. Alle erhältlich in Supermärkten.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.12.2016, 00:00

Manchmal muss es eben Sekt sein. Wenn es was zu feiern gibt in Deutschland, ist er nicht weit. Wir sind Weltmeister im Verbrauch des Schaumweins. Rund vier Liter pro Kopf und Jahr, macht etwa 420 Millionen Flaschen. Wir testen sechs verschiedene trockene Schaumweine. Alle erhältlich im Supermarkt. Teuer oder billig? Wer wird vorne liegen?

Sekt gibt’s im Supermarkt für weniger als drei Euro je Flasche. Aber natürlich auch in der teuren Edelvariante. Was erwarten Verbraucher von einem ordentlichen Sekt? Wir testen sechs verschiedene trockene Schaumweine. Alle erhältlich in Supermärkten:
- Teuerster Sekt: Fürst von Metternich. Zu kaufen für durchschnittlich 8,99 Euro je Dreiviertel-Literflasche.
- Günstiger ist: Mumm – im Schnitt zu haben für 5,99 Euro.
- Freixenet, der meistverkaufte ausländische Schaumwein in Deutschland, kostet etwas mehr: 6,99 Euro.
- Nur knapp 4 Euro zahlt der Sektfreund dagegen für Marktführer Rotkäppchen.
- Es geht noch billiger: 2,79 Euro kosten die Discountersekte Auerbach von Aldi Süd & Linderhof von Lidl. Lohnt es sich beim Sekt mehr Geld auszugeben? Wir wollen’s genau wissen. Unser Expertencheck.

Sekt ist nicht gleich Sekt

Sekt
Sektflaschen

In der Sektkellerei Ohlig in Rüdesheim am Rhein weiß man ganz genau, dass Sekt nicht gleich Sekt ist. Seit fast 100 Jahren werden dort Schaumweine produziert. Der technische Betriebsleiter Karlheinz Bubeck kennt alle Kniffe. Und alle unterschiedlichen Produktionsmethoden. Die meisten Sekte, die im Supermarkt zu kaufen sind, werden in Tanks gelagert. Darin entsteht das große Prickeln: Wein plus Hefe plus Zucker vergärt zu Sekt. Üblicherweise passiert das im großen Tank. In der Sektkellerei Ohlig werden aber einige wenige Spezialitäten ganz klassisch auf der Flasche vergoren. Das macht den Prozess deutlich aufwändiger. Nur Freixenet wird ebenfalls nach dieser traditionellen Methode hergestellt. Alle anderen Sekte im Test entstehen im Tank.

Für die Qualität mindestens ebenso wichtig wie die Gärmethode, ist aber noch etwas anderes, so Karlheinz Bubeck: "Die Qualität des Grundweines ist ein maßgeblicher Faktor für die spätere Qualität des Sektes. Natürlich spielt auch das Können der Kellerei und die technische Voraussetzung eine große Rolle. Aber die Qualität des Weines ist sehr wichtig, insbesondere darf kein Gerbstoff vorhanden sein. Gerbstoff harmoniert nicht besonders gut mit der Kohlensäure."

Brut, extra trocken, trocken und halbtrocken

Den wichtigsten Hinweis auf den Geschmack eines Sektes liefert schon das Etikett. Hier muss nämlich immer die Geschmacksrichtung vermerkt sein. Am geläufigsten sind bei Sekt die Bezeichnungen: brut (also herb), extra trocken, trocken und halbtrocken. Doch Vorsicht! Ein trockener Sekt ist viel süßer als trockener Wein. Und das liegt an den unterschiedlichen Zuckergehalten.

Ein trockener Wein darf laut Weingesetz nämlich nur bis zu 9 Gramm Zucker je Liter enthalten. Ein trockener Sekt dagegen bis zu 35 Gramm. Umgerechnet 12 Stück Würfelzucker! Wer also herben, trockenen Wein liebt, der sollte beim Sekt zur Bezeichnung brut (bis 15 Gramm Zucker) oder zum etwas milderen extra trocken mit bis zu 20 Gramm Zucker greifen. Wer aber eher halbtrockenen Wein mag – erlaubt sind hier maximal 18 Gramm Restzucker oder sogar auf den noch süßeren „lieblichen“ Wein steht, der sollte tatsächlich trockenen Sekt kaufen. Das kommt deutlich besser hin mit dem Zuckergehalt.

Untersuchung im Labor

Im spezialisierten Wein- und Sektlabor Witowski im rheinland-pfälzischen Alzey lassen wir unsere teuren und billigen Schaumweine untersuchen. Und zwar auf unterschiedlichste Stoffe und Parameter. Gibt es krebserregende Stoffe im Sekt? Das wird das Labor herausfinden. Alle Proben werden in verschiedenen Apparaten analysiert. Die Ergebnisse zusammengefasst: Alle untersuchten Proben haben die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten. Nur im Freixenet Sekt fanden sich Spuren von Schimmelpilzgiften. In einer Konzentration allerdings, die nicht nur der Hersteller, sondern auch unser Experte für unbedenklich hält. Laborwerte der Sekte (pdf)

Die „Jahresendfeierlichkeiten“ können also kommen. Die Korken können knallen. Welcher Sekt dabei auf den Tisch kommt, ist reine Geschmackssache.

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