Geschirrspülmittel: Teuer oder billig

Verbraucher | WISO - Geschirrspülmittel: Teuer oder billig

In rund einem Drittel der Haushalte wird immer noch ausschließlich von Hand gespült. In unserem Markencheck testen wir sechs Spülmittel, kann billig mit teuer mithalten?

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.03.2017, 00:00

Kaum ein Haushalt kommt ohne Handspülmittel aus – trotz des Siegeszugs der Geschirrspüler. In rund einem Drittel der Haushalte wird sogar immer noch ausschließlich von Hand gespült. In unserem Markencheck testen wir sechs Spülmittel, kann billig mit teuer mithalten?

Günstige Konzentrate gibt es schon für wenige Cent. Denk mit von dm für 75 Cent je 500 ml. Fast genauso preiswert: Gut und Günstig von Edeka und Alio von Aldi für 79 Cent. Etwa doppelt so teuer die Marken: Pril haben wir für 1,79 Euro gekauft, Palmolive für 1,69 Euro und Frosch für 1,49 Euro. Können die billigen Spülmittel mit den teuren mithalten?

Wie ergiebig sind die Spülmittel?

Spülmittel-Konzentrate sollen besonders sparsam im Verbrauch sein. Auf den ersten Blick sind sie alle gleich: 500 ml in jeder Flasche. Und die Dosierungsanleitung gilt in der Regel für 5 Liter Wasser. Gibt es also keine Unterschiede bei der Ergiebigkeit? Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg sieht genauer hin: "Auffällig war, dass einige Produkte mit 2 ml auf 5 Liter Wasser ausgekommen sind, und bei den anderen waren es 3 ml. Sogar für stark verschmutztes Geschirr wurden 5 ml verlangt und das sind schon gravierende Unterschiede. Die Anzahl der Spülgänge wird natürlich mit der Höhe der Dosierung verringert."

Mit der teuren Marke Palmolive und dem günstigen Denk mit von dm kann man 250 mal Spülen. Bei allen anderen Herstellern reicht eine Flasche je nach Verschmutzungsgrad nur für 166 mal Spülen oder sogar nur für 100 mal. Das sind große Unterschiede bei der Ergiebigkeit. Am besten schneiden hier ab: das günstige Denk mit und die teure Marke Palmolive. Sonst gilt: Wer mehr Geld ausgibt, spült nicht unbedingt ergiebiger als mit den billigen.

Wie gut reinigen die Spülmittel?

Dabei testen wir die Reinigungsleistung in zwei Schritten. Zuerst testen wir bei frischen Speiseresten. Dafür brauchen wir Teller und einen speziellen Testschmutz. Der besteht unter anderem aus stärkehaltigen Lebensmitteln wie Mehl und aus Fetten. Angerührt ganz nach den offiziellen Vorgaben des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel. Dann kommt exakt dieselbe Menge Spülmittel auf jeden Teller. Entsprechend der Dosierungsempfehlung der Hersteller und immer mit derselben Menge Wasser, derselben Temperatur, derselben Spültechnik. Doch woran erkennt man, dass das Geschirrspülmittel nicht mehr richtig reinigt? Das erklärt Stephanie Leucht vom Prüflabor Weber und Leucht Application Lab: "Wenn die Schaumdecke aufreißt und es keine geschlossene Schaumdecke mehr gibt, ist das Spülwasser erschöpft. Das heißt, das Reinigungsmittel oder Spülmittel kann keine weiteren Teller mehr ordentlich reinigen."

Erstaunlich ist, dass ein teures Spülmittel am schlechtesten ist: Palmolive. Schon nach durchschnittlich 14 Tellern bricht die Schaumdecke auf. Die Reingungsleistung ist erschöpft. Allerdings ist die Dosierungsempfehlung mit nur 2 ml auch geringer als bei anderen Produkten. Deutlich besser hingegen eine andere teure Marke: Pril schafft im Schnitt doppelt so viel, ca. 30 Teller, und glänzt mit der besten Reinigungsleistung bei frischen Speiseresten.

Wie spülen die Mittel bei getrocknetem Schmutz?

Doch wie gut funktionieren die Spülmittel bei eingetrocknetem oder sogar eingebranntem Schmutz? Um das zu testen, präparieren die Reinigungsexperten Metallplatten mit Testschmutz. Dieser wird zunächst fest eingebrannt. Dann misst ein Gerät die Reinigungskraft der sechs Spülmittel im Test. Das Ergebnis: Am besten wieder Pril. Schlusslichter sind Palmolive und Frosch.

Die beiden Reinigungstests zusammengefasst: Sowohl bei frischen als auch bei eingetrockneten Speiseresten Platz 1 für Pril. Dann folgen Alio von Aldi und Gut und Günstig von Edeka, etwas schlechter das dm-Produkt Denk mit. Zwei Marken hingegen enttäuschen: Frosch nur knapp vor Palmolive. Fazit: Die billigen Spülmittel reinigen deutlich besser als die teuren Marken Palmolive und Frosch. Pril hingegen schneidet bei der Reinigungsleistung insgesamt am besten ab. Die ausführlichen Testergebnisse finden Sie hier: Laborergebnis Spülmittel (pdf).

Welche Inhaltsstoffe sind im Spülmittel enthalten?

Beim Spülen kommen die Hände direkt in Kontakt mit den Spülmitteln. Deshalb lassen wir die Inhaltsstoffe von der Hautärztin Vera Mahler checken. Ein Inhaltsstoff bereitet der Dermatologin Sorge: Der Konservierungsstoff Methylisothiazolinon, kurz MI. Vera Mahler, Uniklinik Erlangen: "Seit 2005 kommt Methylisothiazolinon sehr weit verbreitet vor, nicht nur in Kosmetika, sondern auch in Feuchttüchern, in feuchtem Toilettenpapier, in Wandfarbe und eben auch in Spülmittel. Und wir sehen in den letzten Jahren, seit 2009, einen rasanten Anstieg der Kontaktsensibilisierungen und Kontaktallergien auf diesen Inhaltsstoff."

Wenn man auf den Konservierungsstoff MI allergisch reagiert, wird die Haut geschädigt und man bekommt Hautausschlag. In unserem Test verzichtet nur Frosch auf den problematischen Konservierungsstoff. Alle anderen Produkte enthalten ihn. Bei Kosmetika hat die EU Grenzwerte für MI festgelegt. Bei Handspülmittel nicht.

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