#service vom 16. Januar 2017

Verbraucher | WISO - #service vom 16. Januar 2017

Kein Anspruch auf Aufzug, Abzocke mit DVB-T2, Warnung vor Reiseversicherungs-Abo, Einschränkung von Amalgam.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.01.2018, 19:25

Kein Anspruch auf Aufzug

Ein Wohnungseigentümer darf in einem gemeinschaftlichen Treppenhaus keinen Aufzug einbauen lassen ohne Zustimmung aller anderer Eigentümer. Selbst dann nicht, wenn er die Kosten komplett selbst übernimmt und auf einen Aufzug angewiesen ist. So ein Urteil des Bundesgerichtshofs.

Geklagt hatte ein älteres Ehepaar, das nicht mehr gut zu Fuß ist und zudem eine schwerbehinderte Enkeltochter im gleichen Haus betreuen. Sie wollten auf eigene Kosten einen geräuscharmen und energieeffizeinten Aufzug im Treppenhaus einbauen lassen. Die Eigentümerversammlung lehnte den Aufzug jedoch mehrheitlich ab und bekam nun letztinstanzlich Recht. Der Einbau sei ein erheblicher Eingriff in das Gemeinschaftseigentum, das Treppenhaus würde deutlich verengt. Den Einbau eines Treppenlifts oder einer Rollstuhlrampe müssten andere Wohnungseigentümer dagegen hinnehmen. Hier seien die Eingriffe in die Bausubstanz nicht so groß, so dass die Interessenabwägung zugunsten des Gehbehinderten ausfalle.

Abzocke mit DVB-T2

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor unseriösen Lockangeboten im Zusammenhang mit der Umschaltung des terrestrischen Antennenfernsehens DVB-T auf DVB-T2 ab März. Einige Firmen machen sich die Unkenntnis vieler Verbraucher zunutze, um ihnen teure Kabel-Verträge mit langen Laufzeiten anzudrehen. Circa 50 Euro für die einmalige Anschaffung eines DVB-T2 Tuners etwa reichen zumindest für den Empfang der öffentlich-rechtlichen Sender. Und wer in den letzten Jahren einen neuen Fernseher gekauft hat, hat den notwendigen neuen Tuner bereits drin.

Die Umstellung auf DVB-T2 erfolgt stufenweise. Seit Mai 2016 ist in den großen Ballungsgebieten eine Einführungsphase gestartet, allerdings nur mit einem Angebot von einer Handvoll Programmen, die bisherigen "alten" DVB-T" laufen erst mal noch unverändert weiter.

Am 29. März 2017 wird DVB-T2 zunächst in den Ballungsgebieten in vollem Umfang auf Sendung gehen. Gleichzeitig erfolgt die DVB-T Abschaltung. Einen Parallelbetrieb wird es nicht geben. Lediglich im Sendegebiet des NDR werden vereinzelt noch für einen kurzen Zeitraum etwa drei bis vier öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme über DVB-T empfangbar sein. Bis Ende 2018 sollen weitere Regionen dazu kommen bzw. DVB-T Sender abgeschaltet werden.

Wer über eine Dach- oder Außenantenne verfügt, kann diese genauso weiter nutzen wie die weit verbreiteten kleinen Zimmerantennen. Dach- oder Außenantennen werden aber immer eine stabilere Empfangssituation auch in größeren Entfernungen von DVB-T2-Sendern gewährleisten.

Wer derzeit über die Anschaffung eines neuen Fernsehers nachdenkt, sollte beim Hersteller oder Händler genau nachfragen, ob das Gerät auch mit dem neuen DVB-T2-Standard mit HEVC umgehen kann. Stichproben haben gezeigt, dass nicht alle Händler wirklich gut orientiert sind. Die einfache Bezeichnung "DVB-T2-Tuner integriert" oder "DVB-T HD" reicht nicht aus.

Warnung vor Reiseversicherungs-Abo

Verbraucher beschweren sich zunehmend über Reiseversicherungen im Internet, die sich als kostspieliges Versicherungs-Abo entpuppen. Das meldet die Verbraucherzentrale Hamburg. Zahlreiche Kunden gingen bei Abschluss der Versicherung davon aus, diese gelte für ein Jahr oder einen Urlaub. Tatsächlich verlängert sich der Versicherungsschutz automatisch um ein Jahr und wird dabei oft teurer. Meist fällt das erst bei der zweiten Abbuchung auf. Mittlerweile weisen einige Versicherungen deutlicher auf die Verlängerung hin – dennoch wird sie immer wieder übersehen. Mehr Infos: Marktwaechter

Einschränkung von Amalgam

Zahnärzte sollen bei Kindern, Jugendlichen sowie schwangeren und stillenden Frauen kein Amalgam mehr verwenden. So eine Forderung der EU-Kommission. Amalgam enthält neben Silber, Kupfer und Zinn das hochgiftige Quecksilber. Seit Jahrzehnten ist Amalgam ein billiger und gängiger Füllstoff für Löcher in den Zähnen und nach wie vor Regelleistung für gesetzlich Versicherte. Ursprünglich wollte das EU-Parlament Quecksilber komplett aus der Zahnmedizin verbannen. Dagegen hatten sich die Mitgliedstaaten ausgesprochen. Daher nun der Kompromiss, Amalgam nur bei bestimmten Personengruppen nicht mehr zu verwenden – er gilt ab Mitte 2018.  

Die Forderung ist Bestandteil der Minamata-Konvention. In dieser japanischen Stadt haben sich 2013 über 90 Staaten (darunter die EU und Deutschland) verpflichtet, die Nutzung von Quecksilber zurückzufahren. 75 Tonnen des Schwermetalls Amalgam kommen jährlich in der EU in Umlauf. Kritiker verweisen auf Gesundheitsrisiken bei der Verarbeitung und Entsorgung und bei der Verbrennung von Verstorbenen in Krematorien. Quecksilber kann über die Atmosphäre in die Nahrungskette kommen und sich letztendlich im Körper anreichern. Mehr Infos der Europäischen Kommission.

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