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Solarstrom für die Mietwohnung

Photovoltaik-Module für Mieter: Leistung, Kosten, Unterschiede

von Michael Bisping

Neben Solarpaneelen auf dem Dach kann Solarstrom für den eigenen Bedarf mit kleinen Photovoltaik-Modulen produziert werden. Wie funktionieren diese und für wen lohnt es sich? Außerdem: Welche Rahmenbedingungen müssen Mieter einhalten?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.12.2020

Mini-Solarmodule – Strom vom Balkon für den eigenen Hausgebrauch

Die je nach Modell und Anbieter etwa ein- bis zwei Quadratmeter großen, sehr pflegeleichten Mini-PV-Anlagen gibt es im Online-Fachhandel zu kaufen. Sie kosten zwischen etwa 300 und 1000 Euro und liefern zwischen rund 150 und 600 Watt Strom. Die Installation ist einfach: Die Anlagen werden samt Wechselrichter, der Gleich- in Wechselstrom wandelt, als steckfertiger Bausatz geliefert. Alles ist so einfach konzipiert, dass eine falsche Handhabe praktisch ausgeschlossen ist und man alles in ein bis zwei Stunden gut selbst zusammenbauen kann. Sobald das Solargerät dann über die Steckdose mit dem Stromhaushalt der Wohnung verbunden wird, beginnt es zu arbeiten: Dann fließt Strom durch die Steckdose ins Stromnetz der Wohnung.

Funktionsweise

Ist das Modul eingestöpselt, wird in der Wohnung zunächst der über das Modul eingespeiste Strom verbraucht. Dieser Strom wird nicht gespeichert, sondern sofort, im gleichen Moment verbraucht, in dem er eingespeist wird. Erst, wenn der über das Minimodul eingespeiste Strom nicht mehr ausreicht, wird auf den Strom des herkömmlichen Stromversorgers zurückgegriffen.

Der Strom-Ertrag ist eher gering: Im Durchschnitt reicht eine Minianlage aber immerhin aus, um zum Beispiel den Kühlschrank mit Strom zu versorgen. Scheint die Sonne mal kräftiger, können auch weitere Haushaltsgeräte betrieben werden. Die Ersparnis an Stromkosten liegt bei rund 5-10 Euro im Monat, ein Modul rechnet sich je nach Stärke, Kosten und Sonnenernte nach ca. 7-10 Jahren.

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass trotz der geringen Leistung der Mini-Anlagen mehr Strom produziert wird als im Haushalt gerade verbraucht. In solchen Fällen kann das Stromnetz der Wohnung „überlaufen“ und Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Dann würde sich der Stromzähler rückwärts drehen; das käme jedoch Stromdiebstahl gleich und ist verboten. Deshalb müssen die Stromzähler über eine sogenannte Rücklaufsperre verfügen, die ein Rückwärtsdrehen verhindert. Alte analoge Dreh-Zähler lassen sich gratis oder kostengünstig vom Netzbetreiber nachrüsten, in modernen digitalen Zählern ist eine solche Rücklaufsperre schon integriert.

Bei technischen Fragen, etwa zur Funktionsweise oder zur Installation (zum Beispiel ob die Steckdosen geeignet sind) lohnt es sich, einen Elektriker zu Rate zu ziehen.

Vor dem Einstöpseln: den Vermieter informieren

Vor dem Kauf eines Mini-Solarmoduls sollte man unbedingt seinen Vermieter informieren. Der hat nämlich dann ein Mitspracherecht, wenn durch das Modul bauliche oder optische Veränderungen am Haus vorgenommen werden. Installiert man die Solarpanele zum Beispiel außen an der Balkonbrüstung, verändert das die Optik des Gebäudes, schraubt man es an die Hauswand, nimmt man eine bauliche Veränderung vor. In solchen Fällen hat der Vermieter ein Mitspracherecht und kann sein Veto einlegen.

Anmeldepflichten

Bevor man eine Mini-PV-Anlage in Betrieb nimmt, muss man sie anmelden. Und zwar bei der Bundesnetzagentur und beim zuständigen Netzbetreiber. Welcher das ist, erfährt man unter anderem bei seinen örtlichen Stadtwerken. Bei der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie gibt es einen Musterbrief zum Download, der die Anmeldeformalitäten beim Netzbetreiber vereinfacht.

Tipps und Ansprechpartner

Unterstützung und Rat bei technischen und bürokratischen Fragen gibt es bei:

Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie DGS. Dort gibt es auch einen Musterbrief zur Anmeldung beim Netzbetreiber
Verbraucherzentrale NRW
Solarverein Frankfurt

Hier eine von der DGS zusammengestellte Liste von Anbietern!

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