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Testament: Auf alles vorbereitet?

Schon jetzt für den Fall der Fälle vorsorgen

von Marcel Burkhardt

Die Deutschen vererben Jahr für Jahr geschätzt zwischen 200 und 300 Milliarden Euro Privatvermögen. Oft gibt es erbitterten Streit ums Erbe. Um dies auszuschließen, ist ein richtig erstelltes Testament unerlässlich!

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.11.2020

Beim Testament bestimmt der Erblasser, wer was zu welchen Teilen erhält. Wird hingegen kein Testament oder Erbvertrag aufgesetzt, gilt die gesetzliche Erbfolge: Dabei werden in erster Linie Ehepartner und Kinder berücksichtigt: Der Partner erhält die Hälfte des Vermögens, der Rest wird unter den Kindern gleichberechtigt aufgeteilt. Nachteil: Alle Erben müssen gemeinsam entscheiden, was oft zu Streit führt.

Ein Testament geht der gesetzlichen Erbfolge immer vor. Wichtig: Auch junge Ehepaare sollten sich schon Gedanken über ihren Nachlass machen: Mit dem „Berliner Testament“ soll in der Regel zunächst der Partner erben – und erst nach dessen Tod die Kinder. Ausnahmen sind jedoch im Streitfall möglich.

Testament: Was brauche ich?

Prinzipiell können Sie Ihr Testament eigenhändig aufsetzen. Im Internet gibt es zahlreiche Informationen dazu. Verbraucherzentralen und die Stiftung Warentest geben zudem regelmäßig aktualisierte Ratgeber heraus. Die kosten weniger als 20 Euro und versprechen, mit ihrer Hilfe den letzten Willen rechtssicher gestalten zu können, wenn man sich an grundlegende Regeln hält. Wie etwa:

• Das eigenhändige Testament müssen Sie vom ersten bis zum letzten Wort handschriftlich verfassen und mit Vor- und Zunamen unterschreiben. Sonst ist es ungültig.
• Geben Sie zudem Ort und Zeit an. Denn durch ein neues Testament wird ein älteres aufgehoben.
• Tipp: Verwahren Sie Ihr Testament für 75 Euro bei Gericht. Vorteil: Es wird sicher gefunden und kann garantiert eröffnet werden.

Vormundschaft für Kinder regeln!

Wichtig: Mithilfe einer Sorgerechtsverfügung im Testament können Eltern auch festlegen, wer die Vormundschaft übernehmen soll, falls beide Elternteile tödlich verunglücken sollten. In der Regel ist die bestimmte Person später auch vom Familiengericht zum Vormund zu bestellen, es sei denn, es sprechen gegen diese Personen Gründe, die das Kindeswohl gefährden.

In komplizierten familiären Konstellationen oder bei großen Vermögen empfiehlt es sich, einen Fachanwalt für Erbrecht oder einen Notar zu konsultieren. Ein so genanntes „öffentliches Testament“ vom Notar macht vor allem Sinn für Patchwork-Familien, denn wer sich dort auf die gesetzliche Erbfolge verlässt, könnte böse Überraschungen erleben.

Wann brauche ich Fachleute?

Außerdem informiert Sie ein Notar oder Fachanwalt für Erbrecht über die Folgen Ihrer gewünschten Erbregelungen. Und im Gegensatz zu privat verfassten Testamenten sind Formfehler nahezu ausgeschlossen. Außerdem wird das Testament vom Notar im Original bei Gericht hinterlegt, sodass es sicher gefunden und garantiert eröffnet werden kann. Dafür fallen Gebühren an.

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