Teuer oder billig: Fahrradhelme

Verbraucher | WISO - Teuer oder billig: Fahrradhelme

Fahrradhelme können die meisten lebensbedrohlichen Kopfverletzungen verhindern oder zumindest abmildern. Es gibt sie in unterschiedlichen Preisklassen. Doch bekommt man für mehr Geld auch mehr Sicherheit?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.04.2018, 19:25

Allein im Jahr 2015 verunglückten fast 400 Radfahrer tödlich. Häufige Todesursache ist ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, weil kein Helm getragen wurde. Laut einer Studie können Fahrradhelme die meisten lebensbedrohlichen Kopfverletzungen verhindern oder zumindest abmildern.

Günstige Fahrradhelme gibt es schon für wenig Geld, zum Beispiel den City von Unitec für 21,95 Euro, den Fischer Blue ebenfalls für 21,95 Euro und den Ventura Blue Spots für 16,96 Euro. Sind die billigen Helme so sicher wie teure Marken? WISO testet von KED das Modell Spiri Two für 42,46 Euro, von Abus das Modell Aduro für 59,99 Euro und den Uvex i-vo für 49,99 Euro.  

Sturztest für Helme

Fahrradhelme müssen eine offizielle EU-Norm erfüllen, sonst dürfen sie nicht im Handel angeboten werden. Für den Test wird eine Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h simuliert. Dafür müssen die Helme einen Sturz aus bis zu 1,52 Metern Höhe bestehen. Das Ergebnis: Alle Helme im Test erfüllen den EU-Grenzwert von 250 g (durch die Beschleunigung erzeugte Belastung): „Die Unterschiede zwischen den Helmen waren nicht allzu groß, ob das jetzt ein teurer oder ein billiger Helm war“, sagt Wolfgang Herter vom Prüflabor PZT.

Doch laut einer Studie im Auftrag der Unfallforschung für Versicherer (UDV) hat die EU-Norm Schwächen. Demnach werden bei Kollisionen mit einem Pkw oft weit höhere Kopfaufprallgeschwindigkeiten erreicht. Wolfgang Herter gibt zusätzlich zu bedenken: „Die europäische Norm geht von einer Geschwindigkeit von knapp 20 km/h aus und Fahrräder sind – auch die E-Bikes – deutlich schneller unterwegs.“ Deshalb prüfen er und seine Kollegen den Schutz zusätzlich bei höherer Geschwindigkeit. Die teuren Helme bestehen den Aufprall hier deutlich besser als die billigen. Alle Helme erfüllen aber auch bei höherer Geschwindigkeit den EU-Grenzwert.

Stirn- und Schläfenpartie wichtig

Doch noch aus einem weiteren Grund gibt es Kritik an der EU-Norm: Schwere Verletzungen können auch durch Aufprallpunkte an Stirn und Schläfen entstehen. „Aber diese Prüfpunkte prüft die europäische Norm derzeit überhaupt nicht ab“, kritisiert Wolfgang Herter. Deshalb lässt WISO zusätzlich die Sicherheit bei Aufschlägen auf Stirn- und Schläfenpartie prüfen. Das Ergebnis: Alle Helme erfüllen auch beim Schutz von Stirn- und Schläfenpartie den EU-Grenzwert. Beim Schutz der Stirn liegen zwei teure vorn, Ked und Abus. Den besten Schutz für die Schläfen aber bietet ein günstiges Modell, das von Fischer.

Alle Helme haben Sonnenblenden aus Kunststoff. Wolfgang Herter kritisiert die spitzen Kanten der Blenden: „Die können auch mal ins Auge gehen. Die billigen haben die Sonnenblende sehr leicht befestigt, sie kann sich viel leichter lösen als bei den teuren Helmen.“

Teuer-oder-billig-Fazit

Alle Helme erfüllen den EU-Grenzwert von 250 g – auch bei mehr als 20 km/h und bei einem Aufprall auf Schläfe und Stirn. Im Schnitt ist man aber mit den teuren etwas sicherer unterwegs. Doch auch die günstigen bieten schon guten Schutz für wenig Geld. Nachteil sind die Sonnenblenden, die sich leichter lösen können als bei den teuren.

Den Prüfbericht gibt’s hier: Prüfbericht Fahrradhelme

Bußgelder für Radfahrer
Quelle: ZDF
Bußgelder für Radfahrer
Quelle: ZDF

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