Tiefkühlpommes: Teuer oder billig

Verbraucher | WISO - Tiefkühlpommes: Teuer oder billig

Die Deutschen lieben Pommes frites: Über 300.000 Tonnen Tiefkühlpommes verzehren die Deutschen jedes Jahr. WISO wollte wissen, welche Tiefkühlpommes besonders gut sind und machen den Markencheck.

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9 min
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Video verfügbar bis 15.02.2017, 20:00

Die Deutschen lieben Pommes frites. Über 300.000 Tonnen Tiefkühlpommes verzehren die Deutschen jedes Jahr. Wir wollten wissen, welche Tiefkühlpommes besonders gut sind und machen den Markencheck: teuer gegen billig. Welche Tiefkühlpommes-Marke wird überzeugen?

Günstige Backofenpommes gibt es bei Edeka, Lidl und Netto schon für 89 Ct. je Kilo. Deutlich mehr kostet ein Kilo beim Biosupermarkt Alnatura: 2,82 Euro. Für die Backofenpommes von Agrarfrost haben wir im Schnitt 2,12 Euro je Kilo bezahlt.Und für den Klassiker, die 1-2-3-Frites von McCain, 2,60 Euro. Neben Preis, Ölverwendung und Geschmack, blickt WISO auch auf mögliche Schadstoffe.

Schon vor mehr als zehn Jahren haben Forscher erstmals vor Acrylamid gewarnt, auch in Pommes Frites. Es kann beim Erhitzen von kohlenhydratreichen Lebensmitteln entstehen, unter anderem also bei Kartoffeln. "Acrylamid gehört zu den sogenannten genotoxischen Substanzen. Das heißt, sie schädigen das Erbgut und können Krebs auslösen. Die krebserzeugende Wirkung von Acrylamid ist bislang nur im Tierversuch erwiesen. Es gibt allerdings Hinweise, dass bei einer ernährungsbedingten hohen Aufnahme von Acrylamid das auch im Menschen von Relevanz sein kann. Von daher gilt das Minimierungsgebot. Das bedeutet, man ist angehalten, so wenig wie möglich acrylamidhaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen", sagt Prof. Dr. Edmund Maser vom Institute of Toxicology and Pharmacology for Natural Scientists University Medical School am Campus Kiel.

Keine Auffälligkeiten

„Die Acrylamidbildung hängt vom gesamten Herstellungsprozess ab. D. h. , das Vorfrittieren des Herstellers natürlich und dann der Zubereitung des Verbrauchers zu Hause. Wir haben für die Untersuchung die Ober-Unter-Hitze gewählt, weil dort die höchsten Temperaturen erreicht werden und die Acrylamidbildung bei hohen Temperaturen begünstigt wird“, sagt Dr. Alexandra Hahn von GALAB Laboratories. Alle Pommes werden genau nach den jeweiligen Empfehlungen der Hersteller zubereiten. Dann werden die Pommes geschreddert.  Anschließend misst das Labor jeweils den Acrylamidgehalt.

"Die hier gemessenen Werte geben keinen Anlass zur Sorge. Wenn es also Normalverzehrer trifft, dann kann man also ruhig Pommes frites mit diesem Acrylamidgehalt essen, ohne dass man gesundheitl. Schäden befürchten muss. Natürlich muss man berücksichtigen, dass es auch sogenannte Vielverzehrer gibt, also Menschen die jeden Tag sehr viel Pommes essen und da entsteht noch das Problem, dass Acrylamid aus anderen Expositionsquellen, also z. B. aus Bratkartoffeln aus Chips noch dazu kommt, welches dann im Körper akkumuliert und besonders zu erwähnen ist hier noch der Raucher und der Passivraucher. Man weiß, dass also aus dem Tabakrauch auch eine relevante Menge an Acrylamid freigesetzt wird und den Menschen noch zusätzlich belastet", sagt Prof. Dr. Edmund Maser.

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