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WISO-Tipp: Tierkrankenversicherung

Verbraucher | WISO - WISO-Tipp: Tierkrankenversicherung

Viele denken erst daran, wenn es zu spät ist. Dabei sollten sich Tierbesitzer frühzeitig erkundigen, ob der Abschluss einer Krankenversicherung für ihr Haustier in Frage kommt. Hierbei müssen viele Details bedacht und beachtet werden.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.01.2019, 19:25

Eine Untersuchung beim Tierarzt kann schnell teuer werden. Im Gegensatz zum Menschen können Tiere nicht verraten, wo genau es ihnen weh tut. Kann der Tierarzt bei augenscheinlich kranken Tieren äußerlich nichts feststellen, muss er zur weiteren Diagnostik Geräte einsetzen, zum Beispiel für eine Röntgen- oder MRT-Aufnahme. Dafür muss das Tier in Vollnarkose versetzt werden. Das ist aufwendig und kostet einige hundert Euro.

Mit Krankheit ist immer zu rechnen

"Schon bei der Anschaffung und beim Unterhalt des Tieres sollten Erkrankungen mitbedacht werden", rät Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale NRW.

Tierärzte empfehlen den Abschluss einer Tierkrankenversicherung. Sie stellen fest, dass Tierhalter – aus Angst vor den Tierarztkosten – eine Erkrankung des Tieres zunächst eine Zeitlang beobachten und erst, wenn es nicht mehr geht, zum Tierarzt gehen. Das hat häufig zur Folge, dass das Tier in der Zwischenzeit stärker erkrankt und die Behandlung teurer wird. Mit einer Tierkrankenversicherung fällt der Gang zum Tierarzt leichter.

Hunde- und Katzenbesitzer haben die Wahl zwischen Operations-Kostenversicherungen und Krankenvollversicherungen. Der Jahresbeitrag beider Versicherungen richtet sich nach Alter, Rasse, Größe und Gewicht des Tieres. Außerdem spielen die Art der Haltung sowie Vorerkrankungen eine Rolle. Achtung: Ältere oder kranke Tiere sind kostenintensiver. Bei Vorerkrankungen kann sich der Tarif erhöhen, die Versicherung kann die Krankheit ausschließen oder die Aufnahme des Tieres verweigern.

WISO-Tipp: Wer eine Tierkrankenversicherung abschließt, solange das Tier noch jung und gesund ist, spart bei der Beitragszahlung!

Das leistet eine gute Tierkrankenversicherung!
Das leistet eine gute Tierkrankenversicherung! Quelle: ZDF

Eine Krankenvollversicherung kommt allerdings auch nicht für alle entstehenden Tierarztkosten auf! „Schützen kann man sich mit Tierkrankenversicherungen vor allem vor teuren Operationskosten. Wenn also schon eine Tierkrankenversicherung, dann sollten vor allem Operationen gut und in ausreichender Höhe abgesichert werden. Achten sollten Tierfreunde zudem auf die Ausschlüsse im Vertrag und auf Obliegenheiten, also die Verhaltenspflichten“, rät Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale NRW.

Checkliste: Was Sie auf jeden Fall wissen sollten

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte gibt für den Abschluss einer Tierkrankenversicherung folgende Tipps:

  • Grundsätzlich freie Tierarzt- und Klinikwahl (keine Vertragstierärzte)
  • Therapiefreiheit des Tierarztes, das heißt, freie Entscheidung des Tierarztes zu Diagnose und Therapie einschließlich Medikation ohne Einschränkungen der Versicherung
  • Durchführung regelmäßiger Vorsorgemaßnahmen im Rahmen des jährlichen Gesundheitschecks (unter anderem Impfungen, Zahnsteinprophylaxe) sollten inbegriffen sein
  • Abrechnung wenigstens bis zum zweifachen Gebührensatz der Gebührenordnung für Tierärzte
  • Transparente Gestaltung des Leistungskataloges der Versicherung (z.B. werden Aussagen zum Umgang mit Erbkrankheiten, Vorerkankungen, chronischen Erkrankungen etc. getroffen). Leistungsausschlüsse müssen für den Tierbesitzer eindeutig erkennbar sein.
  • Unbürokratische Abwicklung der tierärztlichen Leistung (Tierhalter bezahlen beim Tierarzt und reichen Tierarztrechnung bei der Versicherung ohne weitere Formulare ein)
  • Klare Vertragsgestaltung hinsichtlich der Kündigungsmodalitäten

Beitrag ohne Selbstbeteiligung

Der Jahresbeitrag für eine OP-Kostenversicherung ist günstiger als für eine Krankenvollversicherung. Manche Versicherer haben sogar Tarife ohne Selbstbeteiligung im Angebot.

WISO-Tipp: Wer eine OP-Kostenversicherung abschließen möchte, sollte auf vollen OP-Kostenschutz achten, das heißt, Diagnostik, chirurgischer Eingriff und Nachbehandlung müssen abgedeckt sein.

Achtung: Die Anzahl der versicherten Behandlungstage nach einer Operation ist nicht bei allen Anbietern gleich! Am besten auf unbegrenzten Schutz achten!

Hierüber genau informieren

  • Werden Kastrationen übernommen?
  • Besteht bei der Tierkrankenversicherung ein lebenslanger Versicherungsschutz? Früher haben einige Anbieter eine Altershöchstgrenze gesetzt, bis zu der die Versicherung in Anspruch genommen werden konnte. Ab einem bestimmten Alter haben ältere Tiere bei diesen Policen ihren Versicherungsschutz verloren. Da jedoch in dieser Lebensphase häufiger Tierkrankenversicherungen in Anspruch genommen werden müssen, sollten Tierhalter genau darauf achten, wie lange die Versicherung läuft. Achtung: Teilweise können Tierkrankenversicherungen auch für verschiedene Laufzeiten abgeschlossen werden. Achtung: Alte Hunde werden oft nicht mehr von einer Tierkrankenversicherung aufgenommen!
  • Besteht Schutz im Ausland? Hier müssen Interessierte ganz genau hinsehen! Denn oft sind die Leistungen einer Tierkrankenversicherung beziehungsweise eines Tarifs nur auf das Inland beschränkt! „Wer viel mit seinem vierbeinigen Freund im Ausland unterwegs ist, sollte auf die versicherte Reisedauer und die Erstattungsgrenzen im Ausland achten“, so Philipp Opfermann, Verbraucherzentrale NRW.
  • Wie sieht es mit der Selbstbeteiligung aus? Hier variiert der Eigenanteil sehr stark! Es gibt OP-Kostenversicherungen, die gänzlich auf finanzielle Eigenbeteiligung der Tierhalter bei Inanspruchnahme der Versicherung verzichten. Krankenvollversicherungen gibt es hingegen nur mit Selbstbeteiligung. Doch auch hier gibt es große Unterschiede: Manche Versicherungen verlangen „nur“ 20 bzw. 40 Euro pro Versicherungsfall, andere verlangen eine Eigenbeteiligung von 20 Prozent an den Gesamtkosten des Versicherungsfalls. „Bei einer hohen Beitragsersparnis können absolute Selbstbehalte sinnvoll sein. Prozentuale Selbstbehalte ohne Höchstgrenze sind schwerer kalkulierbar und können teuer werden. Gerade in der Vollversicherung sind Selbstbehalte aber üblich. Finanzielle Rücklagen für den Fall der Fälle sollten also auch bei der Vollversicherung vorhanden sein“, rät Philipp Opfermann, Verbraucherzentrale NRW.
  • Haben Sie mehr als ein Haustier? Manche Versicherungen geben Rabatt, wenn Sie mehr als ein Tier bei ihnen versichern. Fragen Sie nach!
  • Wie hoch ist die Jahreshöchstgrenze? Die meisten Anbieter deckeln ihre Erstattungen für OP- oder Heilbehandlungskosten. Bei kostenintensiven Behandlungen trägt der Versicherungsnehmer – trotz Versicherung – dann einen großen Teil der Kosten selbst. „Auch sichern sich manche Versicherungen ein Kündigungsrecht bei chronischen Erkrankungen zu oder wenn der Gesundheitszustand nicht wiederhergestellt werden kann“, gibt Dr. Gerhard Staudacher, zu bedenken. Hier lohnt es sich, die Angebote ganz genau zu vergleichen!
  • Wie lange ist die Wartezeit? Unfälle passieren ungeplant. Manche Versicherungen haben nach Vertragsabschluss eine dreimonatige Wartezeit, das heißt, erst nach Ablauf von drei Monaten kann die Versicherung zum ersten Mal in Anspruch genommen werden. Andere Anbieter haben „nur“ eine Wartezeit von 30 Tagen oder bezahlen im Falle eines Unfalls sofort.

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