Teuer oder billig: Butter

Verbraucher | WISO - Teuer oder billig: Butter

Gibt es einen Unterschied zwischen der teuren Deutschen Markenbutter und der billigen? Wir haben die Qualität, Sensorik, Streichfähigkeit und das Fettsäurespektrum getestet.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.01.2017, 00:00

Gibt es einen Unterschied zwischen der teuren Deutschen Markenbutter und der billigen? Wir prüfen Konsistenz, Streichfähigkeit und Qualität. Die teure Butter und die billige im Expertencheck.

Frisches Brot. Darauf gehört für viele: frische Butter. Hergestellt wird sie in der Regel aus Rahm. Doch Butter ist nicht gleich Butter. Sauerrahmbutter schmeckt säuerlich-aromatisch. Der perfekte Begleiter zu Deftigem. Süßrahmbutter hingegen passt eher zu Süßem. Geschmacklich dazwischen die Mildgesäuerte - die meistverkaufte Butter in Deutschland.
Wir testen: Für 250 Gramm mildgesäuerte Butter von Weihenstephan haben wir 1,79 Euro gezahlt. Ebenso für die irische Marke Kerrygold. Noch teurer ist die Biobutter von Berchtesgadener Land mit 2,49 Euro. Auch mildgesäuert, aber deutlich günstiger: Milsani von Aldi nord, die Eigenmarke Gut und Günstig von Edeka und Milbona von Lidl. 250 Gramm kosten bei allen drei aktuell 89 Cent. Die teure Butter und die billige im Expertencheck.

Deutsches Qualitätssiegel

Erster Test: Die Qualität. Deutsche Markenbutter – das Siegel mit dem Adler prangt nicht nur auf den drei Billig-Produkten. Sondern auch auf der Biobutter und auf der teuren Marke Weihenstephan. Nur die irische Kerrygold hat das Siegel nicht. Verbraucher erwarten von Deutscher Markenbutter, dass die Milch von deutschen Kühen kommt und in Deutschland produziert wird. Stimmt das?

Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: "Deutsche Markenbutter wird zwar in Deutschland hergestellt, aber es ist so, dass die Milch nicht zwingend von Kühen aus Deutschland stammt. Sie kann durchaus auch aus anderen Ländern zugekauft sein, z. B. aus Dänemark, Holland oder aber aus osteuropäischen Ländern. Nur hergestellt werden muss die Butter in Deutschland."

Kommt die Milch aus Deutschland?

Woher kommt die Milch für die Deutsche Markenbutter in unserem Test? Wir haben nachgefragt bei den Herstellern. Alle geben an, dass die Milch hauptsächlich aus Deutschland stamme. Teils greife man aber auf Milch aus Nachbarländern zurück. Aus welchen genau, gibt nur der Hersteller der Biobutter an. Laut Berchtesgadener Land kann die Milch auch aus Österreich kommen. Die Milch für Deutsche Markenbutter kommt also nicht unbedingt aus Deutschland. Doch wofür steht das Siegel dann?

Das Siegel steht für amtlich geprüfte Qualität. Doch gibt es einen Unterschied zwischen der teuren Deutschen Markenbutter und der billigen? Und kann die irische Kerrygold mithalten, auch ohne das deutsche Qualitätssiegel? Das soll die Sensorikprüfung zeigen.

Sensorikprüfung der Butter

Wir lassen jede Butter von drei Experten prüfen. In Anlehnung an eine entsprechende DIN-Norm und die amtliche Butterprüfung. Für das Siegel muss eine Butter jeweils vier Punkte erlangen bei Textur, also Konsistenz, Geruch, Geschmack und Aussehen. Das Ergebnis: Bei der irischen Kerrygold war den Experten die Konsistenz etwas zu schichtig, also nicht gleichmäßig genug. Sie erfüllt damit nicht ganz die vergleichbaren Anforderungen für Deutsche Markenbutter.

Sonst aber gilt: Auf das Siegel Deutsche Markenbutter ist Verlass, egal, ob teuer oder billig. Die Discounterprodukte erfüllen die Qualitätskriterien ebenso wie die teure Weihenstephan und die Biobutter.

Wie sieht es mit der Streichfähigkeit aus?

Unser nächster Check: Harte Butter, weiches Brot. Das funktioniert nicht! Deshalb lassen wir die Streichfähigkeit testen. Gibt es hier Unterschiede zwischen teuer und billig? Dieses Gerät misst die Kraft, die für das Durchtrennen der Butter notwendig ist. Je geringer der Kraftaufwand, desto weicher die Butter und desto besser lässt sie sich streichen. Die Butter hat dabei immer eine Temperatur von ca. 15 Grad.
Das Ergebnis: Am besten funktioniert das Streichen mit einer teuren Marke, nämlich mit Kerrygold. Gefolgt von der billigen Milsani von Aldi.

Insgesamt aber gilt für jede Deutsche Markenbutter im Test: Keine Beanstandungen bei der Streichfähigkeit – egal ob billig oder teuer. Am besten aber funktioniert’s mit der siegellosen Kerrygold.

Wie gesund ist Butter?

Sie enthält Wasser, bis zu 16 Prozent. Der Großteil aber sind Fette. Wie wirkt sich das auf die Gesundheit aus? Wir fragen Prof. Dr. Stefan Lorkowski am Institut für Ernährungswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena: "Ungesättigte Fettsäuren insbesondere mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren können helfen, den Lipidstoffwechsel gesund zu erhalten. D. h., sie helfen das Cholesterin zu senken und auch Triglyceride im Blut zu senken und damit leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen."

Welche Fette enthält die Butter im Test?

An der Universität Jena lassen wir ein sogenanntes Fettsäurespektrum erstellen. Für jede teure und jede billige Butter. Auffallend die Biobutter und Kerrygold, so Lorkowski: "Hinsichtlich der Fettsäuremuster sind die Kerrygold-Butter und die Biobutter von Berchtesgadener Land die beiden Sorten, die am besten einen Beitrag zur Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren leisten."  Die anderen Produkte hingegen enthalten deutlich weniger gesunde Fettsäuren.

Den Grund für die Unterschiede, nennt Lorkowski: "Anhand der Fettsäuremuster kann man in eingeschränktem Maße Rückschlüsse auf die Fütterung entnehmen. Zum Beispiel enthalten die beiden Buttersorten Kerrygold und Berchtesgadener Land besonders viele konjugierte Linolsäure und Omega-3-Fettsäuren, was ein Hinweis darauf ist, dass sie aus Weidemilch hergestellt worden ist. D. h., dass die Tiere vornehmlich Frischfutter bekommen haben oder auf der Wiese gegrast haben." Je mehr Grünfutter also, desto mehr gesunde Fettsäuren in der Milch – und damit auch in der Butter. Auch die Jahreszeit kann eine Rolle spielen.

Das Ergebnis des Fettsäuren-Checks: Zwei teure Produkte liegen klar vorn: Die irische Kerrygold und die Biobutter von Berchtesgadener Land. Die teure Weihenstephan hingegen enttäuscht. Sie enthält nicht viel mehr wertvolle Fettsäuren als die Billig-Butter. Ausführlicher Laborbericht (pdf)

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