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WISO-Tipp: Gebrauchtwagen online verkaufen

Verbraucher | WISO - WISO-Tipp: Gebrauchtwagen online verkaufen

Über Online-Kfz-Börsen können Gebrauchtwagenbesitzer ihre Autos unkompliziert anbieten. Wie geht man beim Gebrauchtwagenverkauf aber am klügsten vor?

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.03.2019, 19:25

Gebrauchtwagen erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Längst entscheiden sich weitaus mehr Privatleute für den Kauf eines Gebrauchten als für den eines Neuwagens. Über Online-Kfz-Börsen können Gebrauchtwagenbesitzer ihre Autos zu jeder Tages- und Nachtzeit anbieten. In deutschen Online-Kfz-Börsen finden sich dazu täglich knapp drei Millionen Angebote. Der Durchschnitts-Gebrauchtwagen ist beim Verkauf 6,5 Jahre alt, hat 74.000 km auf dem Tacho und wechselt für 11.250 Euro den Besitzer.

Chancen zum Verkauf erhöhen

Verkäufer können ihre Verkaufschancen erhöhen, indem sie ihre Anzeige ansprechend gestalten. Dazu gehören ansehnliche Fotos sowie ein ausführlicher Text, der alle wichtigen Einzelheiten des Autos aufführt. Außerdem wichtig: Recherchieren Sie für die Anzeige einen realistischen Preis für Ihren Gebrauchten. Dabei können Autohändler, Online-Kfz-Börsen oder auch die sogenannte Schwacke-Liste behilflich sein. Prüforganisationen wie DEKRA oder TÜV bieten Gebrauchtwagen-Checks ab rund 100 Euro an. Damit wissen potentielle Käufer, dass der Wagen durchgecheckt wurde und keine ersichtlichen Mängel aufweist.

Als Privatverkäufer sollten Sie unbedingt darauf achten, die Gewährleistung prinzipiell auszuschließen. Dieser Punkt muss schriftlich im Vertrag festgehalten sein. Im Internet finden Sie kostenlose Vertragsvordrucke, zum Beispiel bei Automobil-Clubs. In den Vertrag sollte der Verkäufer außerdem die Ausweisdaten des Käufers sowie Datum und Uhrzeit des Verkaufs eintragen. Damit ist klar, ab wann der neue Besitzer haftet, beispielsweise für Falschparken oder zu schnelles Fahren.

Erfolgreich verkauft – und jetzt?

Werden sich Käufer und Verkäufer einig, müssen nicht nur Schlüssel und Kaufvertrag ausgehändigt werden, sondern auch alle Papiere, die zum verkauften Wagen gehören. Tun Sie dies unbedingt erst dann, wenn Sie den gesamten Kaufpreis erhalten haben – am besten in bar! Verabreden Sie sich dazu möglichst in der Nähe einer Bank oder beenden Sie die Probefahrt dort. Akzeptieren Sie in keinem Fall Überweisungen, Kreditkarten, Schecks oder Anzahlungen! Und nicht vergessen: Stellen Sie eine Quittung für den Käufer aus.

„Viele denken, dass mit der Unterschrift unter dem Kaufvertrag und der Bezahlung des Kaufpreises bereits alles Wichtige erledigt ist. Dabei ist es zudem wichtig, dass der Eigentümerwechsel auch von den Behörden und der Haftpflichtversicherung nachvollzogen wird. Der Verkäufer eines Kfz ist gesetzlich verpflichtet, bei der Zulassungsstelle eine Veräußerungsanzeige zu machen. Hierzu ist neben dem Verkauf des Fahrzeugs auch der Zeitpunkt der Übergabe und die Anschrift des Erwerbers anzuzeigen. Bei manchen Zulassungsstellen ist sogar die Angabe der Personalausweisnummer des Käufers nötig,“ informiert Tatjana Halm, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.

Abgemeldetes Auto verkaufen

Der ADAC rät daher: Verkäufer gehen auf Nummer sicher, wenn sie ihr Fahrzeug im abgemeldeten Zustand verkaufen. In diesem Falle müssen für eine Probefahrt Kurzzeitkennzeichen am Auto angebracht werden. Der Grund: „Meldet der Käufer das Fahrzeug nicht um, ist er für die Versicherung nicht ermittelbar oder zahlt den Versicherungsbeitrag nicht, besteht die Gefahr, dass der Verkäufer die Versicherungsprämie noch bis zum Ablauf des laufenden Versicherungsjahres weiterzahlen muss. Theoretisch kann zwar der Verkäufer vom Käufer die an den Versicherer gezahlte Versicherungsprämie zurückfordern, fraglich ist jedoch, ob dieser Schadensersatzanspruch in der Praxis auch durchsetzbar ist, weil beispielsweise der Käufer nicht mehr ermittelbar oder mittellos ist,“ so Dr. Markus Schäpe, juristischer Leiter des ADAC.

Parallel zur Meldung bei der Zulassungsstelle müssen Sie auch Ihre Versicherung über den Verkauf Ihres Wagens informieren. Am besten faxen Sie den unterzeichneten Kaufvertrag dorthin. Theoretisch wird der Versicherungsvertrag mit dem Auto zusammen verkauft. Sie können den Vertrag allerdings auch für sich behalten, müssen dies jedoch der Versicherung ebenfalls mitteilen. Wer sein Fahrzeug verkauft, verfügt über ein Sonderkündigungsrecht bei seiner Versicherung. Denn in der Regel kann diese nur zum 30. November jeden Jahres geschehen.

Was Käufer beachten sollten

Der neue Besitzer sollte umgehend den Wagen ummelden und versichern. Die DEKRA-Checkliste verrät, worauf Sie als Käufer nach dem Verkauf achten sollten. Zur Anmeldung Ihres neuen Gebrauchten bei der Zulassungsstelle benötigen Sie folgende Unterlagen:

  • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) oder Stilllegungsbescheinigung bei stillgelegtem Fahrzeug
  • Bescheinigungen für Hauptuntersuchung (HU)
  • Versicherungsbestätigungskarte (Doppelkarte)
  • Personalausweis oder Reisepass, eventuell auch eine amtliche Meldebestätigung für den Wohnsitz des Besitzers.
  • Beim Wechsel des Zulassungsbezirks die bisherigen Kennzeichenschilder mitbringen.
  • Sollten Sie nicht selbst zur Zulassungsstelle fahren, stellen Sie eine Vollmacht für Ihren Beauftragten aus, der sich ebenfalls ausweisen muss.
  • Setzen Sie sich bei Importfahrzeugen vorab mit der Zulassungsstelle bezüglich der benötigten Unterlagen in Verbindung.

Achtung Betrugsmaschen!

Nicht alle potentiellen Interessenten hegen ein ehrliches Kaufinteresse. Verkäufer sollten daher Betrugsmaschen erkennen, um sich selbst und ihr Eigentum zu schützen. Vor folgenden Betrugsmaschen warnt unter die Seite "mobile.de":

  1. Seien Sie bei der Probefahrt dabei. Auch wenn der Interessent Ihnen Personalausweis und Kreditkarte als Pfand hinterlässt, um alleine eine Runde zu drehen – beides könnte gefälscht sein und das Auto könnte während der Probefahrt geraubt werden!
  2. Ein Interessent meldet sich auf Ihr Inserat und fragt die Versicherungsdaten Ihres Fahrzeugs ab – angeblich deshalb, um die Versicherungskosten zu prüfen. Eventuell fragt er Sie sogar nach Ihrem Kennzeichen, Ihrer Versicherung und weiteren Fahrzeugdaten. Der Zweck: Der angebliche Interessent nutzt Ihre Daten, um einen eigenen Schaden über Ihre Versicherung abzuwickeln.
  3. Manchmal geschieht diese Abfrage per Mail. Seien Sie vorsichtig und öffnen Sie niemals Anhänge! Auf diese Weise könnte Ihr Computer durch Schadsoftware manipuliert werden. Ebenfalls Vorsicht geboten ist bei Links, auf die Sie klicken sollten. Betrüger versuchen so, in den Besitz Ihrer persönlichen Daten zu kommen.
  4. Eine ähnliche Betrugsmasche: Betrügerische Interessenten bitten Sie, zur Bestätigung oder zu Recherchezwecken Ausweispapiere und/oder Fahrzeugpapiere einzuscannen und zuzuschicken. So können Betrüger Ihre Identität annehmen und ebenfalls in Ihrem Namen handeln.
  5. Profikäufer erscheinen zu zweit. Die Rolle des zweiten: den Wagen schlecht reden und damit den Preis drücken. Lassen Sie sich von Sätzen wie „Jetzt haben wir extra den weiten Weg bis hierher gemacht“ nicht unter Druck setzen! Es gibt nicht nur diesen einen potentiellen Käufer!

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