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Wenn die Lebensversicherung ausgezahlt wird

Wie Sie das Kapital sicher anlegen können

Verbraucher | WISO - Wenn die Lebensversicherung ausgezahlt wird

Wer pünktlich zur Rente das Geld einer Lebensversicherung ausgezahlt bekommt, möchte möglichst lange in der Rente davon zehren. Wie flexibel, sicher oder risikoreich man die Geldanlage gestalten möchte, muss jeder Rentner(in) individuell entscheiden.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.03.2019, 17:24

Infos zum Fondsauszahlplan

Anleger können Fondsauszahlpläne bei Banken, Fondsgesellschaften und Brokern abschließen. Bei einem Fondsauszahlplan investieren Anleger am besten in einen kostengünstigen, weltweit orientierten Aktienfonds. Bei der Auswahl des Anbieters sollten Anleger auf die Gebühren für Depot, An- und Verkäufe der Fonds achten.

Für die Entnahme aus dem Fonds stehen dem Anleger verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: In allen Fällen wird zum Beispiel monatlich oder vierteljährlich ein Teil der Fondsanteile verkauft, der Verkaufserlös wird dem Anleger gutgeschrieben. Für die Höhe der Entnahme muss sich der Anleger bewusst entscheiden:

  • Entweder er entscheidet sich dafür, regelmäßig einen festgelegten Teil seiner Anteile zu verkaufen. Bei dieser Variante schwankt die Höhe der Auszahlung, da die Anteile mal mehr und mal weniger wert sein können – je nach Stand der Börse.
  • Oder er entscheidet sich dafür, jeden Verkauf in einer festgelegten Höhe durchführen zu lassen, zum Beispiel immer im Wert von 400 Euro. Dadurch sind die regelmäßigen Entnahmen aus dem Fondsauszahlplan fix, das Geld kann jedoch früher aufgebraucht sein als gedacht, da bei schlecht laufender Börse mehr Anteile verkauft werden müssen, um die festgelegte Entnahmehöhe zu erreichen. Rentner müssen in diesem Falle eventuell früher ausschließlich mit ihrer gesetzlichen Rente auskommen.

Die Laufzeit eines Fondsentnahmeplans sollte im besten Falle mindestens 15 Jahre betragen, denn diese Anlage ist riskanter als zum Beispiel eine Sofortrente und daher unvorhersehbar: Über eine so lange Dauer ist gewährleistet, dass sich eventuelle Verluste durch eine schlecht laufende Börse über die Zeit wieder ausgleichen.

Für wen eignet sich ein Fondsauszahlplan?

„Ein Fondsauszahlplan eignet sich für Sparer, die zu Beginn der Rente eine größere Summe Geld übrig haben. Zum Beispiel, weil eine Lebensversicherung ausbezahlt wurde oder, weil sie viele Jahre lang Geld in Aktien angespart haben. Damit kann der Sparer über eine lange Zeit regelmäßig eine Rente entnehmen und das Geld nicht auf einmal ausgeben,“ erklärt Sara Zinnecker von Finanztip. Außerdem sollte der Anleger nicht fix auf das Geld angewiesen sein.

Sara Zinnecker gibt außerdem zu bedenken: „Wer sich sicher ist, dass er in den Jahren nach dem Renteneintritt eine größere Anschaffung tätigen möchte oder verreisen will, sollte einen Teil seines Ersparten auf ein Tagesgeldkonto legen, damit er jederzeit darauf zugreifen kann. Nur der Rest sollte dann in den Auszahlplan fließen. Wichtig ist auch, günstige Aktienfonds für den Auszahlplan zu wählen.

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Steuern auf Fondsauszahlplan

Wie sehen die steuerlichen Regelungen für die Auszahlungen durch einen Fondsauszahlplan aus? „Beim Fondsauszahlplan müssen Sparer Kursgewinne, die auf die Auszahlrate entfallen, mit 25 Prozent Abgeltungssteuer versteuern. Die Erträge werden seit 2018 nur noch zu 70 Prozent versteuert.

Ein Beispiel: 200 Euro werden ausbezahlt, 20 Euro davon sind Erträge. Nur 70 Prozent dieser 20 Euro werden versteuert, also 14 Euro. Auf 14 Euro geht ein Viertel an Abgeltungssteuer ab, also 3,50 Euro. Sparer, die einen Freistellungsauftrag bei ihrer Bank eingerichtet haben, müssen diese Steuer gar nicht bezahlen. Der Freibetrag bei Kapitalerträgen liegt für einzeln Veranlagten bei 801 Euro pro Jahr und für gemeinsam Veranlagte bei 1602 Euro pro Jahr,“ so Sara Zinnecker von Finanztip.

Kann ich mein Fondsvermögen vererben?

Wer sein Fondsvermögen nach dem Tod vererben möchte, kann es an Hinterbliebene verschenken und vererben. Wichtig ist, dies notariell einwandfrei festzuhalten.

So funktionieren ETF-Auszahlpläne

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Indexes, zum Beispiel des DAX, abbildet. Experten empfehlen den Kauf von ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World. Dieser Index setzt sich aus rund 1600 Aktien großer weltweiter Unternehmen zusammen und bildet somit den weltweiten Markt ab. Durch die breite Streuung sinkt das Anlagerisiko. Bei einem ETF-Auszahlplan schließt der Anleger einen Auszahlplan auf einen ETF ab.

„Günstige Auszahlpläne gibt es vor allem bei Direktbanken und Fondsvermittlern. Kunden müssen dort ein Konto eröffnen und sich dabei meist per Postident- oder Videoidentverfahren identifizieren. Aber auch Filialbanken bieten ETF-Auszahlpläne an,“ informiert Heinz Landwehr, Chefredakteur Finanztest.

Anleger können einen ETF sowohl als Sparplan als auch als Entnahme-/Auszahlplan nutzen. Der Vorteil: ETFs sind günstig, der Anleger „handelt“ selbst – Gebühren für Fondsmanager oder ähnliches entfallen. Weniger Gebühren bedeuten: Das Geld reicht länger! Ein ETF-Auszahlplan kommt aber nur für solche Anleger in Frage, die – wie beim Fondsauszahlplan – auch schwankende Auszahlungen oder gar kürzere Laufzeiten verkraften können.

Wie ETF-Auszahlplan einrichten?

Welche Grundkenntnisse brauche ich, um einen ETF-Auszahlplan einzurichten? Anleger sollten bereit sein, sich um ihre Anlage zu kümmern. Das heißt: „Anleger müssen einen Auszahlplan bei einer Bank auf einen passenden ETF abschließen. Sie können aber auch einfach einen ETF kaufen und regelmäßig Anteile über die Börse verkaufen. Das kann monatlich sein, oder auch nur einmal im Jahr. Vor dem Start muss man sich auch Gedanken darüber machen, wie hoch die gewünschte Auszahlung sein soll und wie lange das angelegte Geld reichen soll. Zudem sollten Sparer von Zeit zu Zeit schauen, wie sich das verbliebene Vermögen entwickelt hat und die Entnahmerate eventuell anpassen,“ so Heinz Landwehr, Finanztest.

Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?

„Ein ETF-Sparplan funktioniert genau umgekehrt. Anleger zahlen regelmäßig in einen ETF-Fonds ein, um eine größere Summe anzusparen. Er eignet sich für alle, die zehn Jahre oder länger regelmäßig sparen wollen. ETF-Sparpläne sind auch gut geeignet für junge Leute, die schon etwas für ihre Altersvorsorge tun wollen, da sie gute Renditechancen bieten und sehr flexibel sind. Sparraten können je nach Lebenssituation erhöht oder gesenkt werden. Man kann auch jederzeit ganz aussetzen oder Geld entnehmen,“ informiert Heinz Landwehr, Chefredakteur von Finanztest.

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