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WISO-Tipp: Der Weg in die Selbstständigkeit

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Eigener Chef sein und ein eigenes Unternehmen aufbauen. Doch was ist mit den bürokratischen Hürden oder der Finanzierung? Wer sich traut, sollte sich gut darauf vorbereiten. Wie Sie Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit gehen können.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.04.2019, 19:25

Häufig scheitern Neugründungen innerhalb der ersten drei Jahre, weil das Wissen über das Business fehlt. Bevor Sie gründen, sollten Sie sich genau überlegen, welchen rechtlichen Rahmen Sie Ihrer Firma geben. Über die Rechtsform legen Sie beispielsweise fest, wer die Geschäftsführung übernimmt, wie hoch der Betrieb besteuert wird, ob Sie Gründungskapital brauchen und wer im Falle einer Pleite haftet.

Welche Rechtsform sich für wen eignet

Es gibt Personen- und Kapitalgesellschaften, deren wichtigster Unterschied in der Haftung besteht. Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaften haften für Schulden in der Regel nicht nur mit dem Vermögen der Gesellschaft, sondern auch privat. Bei Kapitalgesellschaften ist die Haftung dagegen beschränkt. Allerdings gibt es eine Reihe von Ausnahmen.

Gewerbetreibende

Welche Rechtsform sich für Sie eignet, hängt auch davon ab, ob Sie Gewerbetreibender oder Freiberufler sind. Die meisten Gewerbetreibenden sind Kaufleute und müssen ihr Unternehmen im Handelsregister eintragen lassen. Für sie kommen folgende Rechtsformen in Frage:

  • Einzelunternehmen
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • GmbH & Co. KG
  • Offene Handesgesellschaft (OHG)
  • Aktiengesellschaft (AG)

Wer nur ein sehr einfach organisiertes Kleingewerbe wie einen Kiosk oder ein kleines Dienstleistungsunternehmen hat, muss sich nicht ins Handelsregister eintragen lassen. Gründen lässt sich das als Einzelunternehmen oder Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).

Freiberufler

Rechtsanwälte, selbstständige Ärzte oder Journalisten gehören den sogenannten freien Berufen an und damit nicht zu den Gewerbetreibenden. Sie müssen sich auch nicht im Handelsregister eingetragen lassen. Welche Berufe darunter fallen, ist nicht ganz leicht festzustellen. Das wichtigste Kennzeichen ist die enge Verknüpfung zwischen persönlicher Ausbildung und beruflicher Selbstständigkeit.

Freiberuflern stehen die Rechtsformen Einzelunternehmen, Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), Partnergesellschaft (PartG) oder Partnergesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartG mbB) offen.

Beratungsangebote

Die Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammern vor Ort sowie Berufsverbände beraten auch in puncto Rechtsform. Weil die Entscheidung finanzielle, steuerliche und rechtliche Auswirkungen hat, sollten Sie auch einen Steuerberater und Rechtsanwalt hinzuziehen. Wichtig: Sie können die Rechtsform jederzeit wechseln.

Welches Gründerwissen wichtig ist

Behörden. Zunächst müssen Sie wissen, ob Sie eine freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit ausüben werden. Freiberufler brauchen eine Steuernummer vom Finanzamt und müssen den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen. Gewerbetreibende sind zur Meldung beim Gewerbeamt verpflichtet, das alle weiteren Behörden und Institutionen informiert. Kaufleute müssen Ihr Unternehmen durch einen Notar im Handelsregister eintragen lassen.

Kaufmännische Kenntnisse. Nicht jeder ist gut in seinem Fach und automatisch ein guter Unternehmer. Selbständige sollten kaufmännische Kenntnisse mitbringen (oder erwerben) und sich in Buchführung auskennen oder weiterbilden.

Was beim Antrag auf Gründerzuschuss zu beachten ist

Wer arbeitslos ist und sich selbstständig machen will, kann den sogenannten Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit bekommen. Allerdings geht das nicht direkt aus einer Beschäftigung heraus: Sie müssen mindestens einen Tag lang arbeitslos gemeldet sein. Wer sein bestehendes Arbeitsverhältnis selbst kündigt, bekommt während einer Karenzzeit von drei Monaten keine Förderung.

Voraussetzung

Die Förderung ist eine Ermessungsleistung, es besteht also kein Rechtsanspruch darauf.  Voraussetzung ist, dass Sie:

  • noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben,
  • die Arbeitslosigkeit beenden und eine Selbstständigkeite Tätigkeit aufnehmen,
  • persönlich und fachlich geeignet sind,
  • die Tragfähigkeit der Existenzgründung geprüft und bestätigt wird.

Förderdauer

In den ersten sechs Monaten bekommen Sie einen Zuschuss in Höhe Ihres individuellen monatlichen Arbeitslosengeldes plus eine Pauschale von 300 Euro für Krankenversicherung und Altersvorsorge. Im Anschluss kann die Förderung um weitere neun Monate verlängert werden. Aber nur, wenn Sie Ihre Geschäftstätigkeit und Ihre hauptberuflichen unternehmerischen Aktivitäten nachweisen. Allerdings gibt es in der Phase nur noch die Pauschale von 300 Euro.

WISO-Tipp: Innerhalb der ersten drei Monate der Selbstständigkeit können Sie sich entscheiden, freiwillig in der Arbeitslosenversicherung einzuzahlen. So sind Sie abgesichert, falls es mit der Selbstständigkeit nicht klappen sollte. Nach dieser Frist ist das nicht mehr möglich.

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