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Was nach einem Verkehrsunfall zu erledigen ist

Pflichten und Ansprüche kennen

von Sina Groß

Eine Unachtsamkeit reicht aus und schon knallt es. Rund 2,6 Millionen Verkehrsunfälle gibt es jährlich in Deutschland. Bei vielen bleibt es glücklicherweise bei Blechschäden. Was muss man machen? Worauf hat man als Geschädigter Anspruch?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.03.2020

Wenn es im Straßenverkehr zu einem Unfall kommt, sollte man das machen:

  • Versuchen sich zu beruhigen und nach Verletzungen prüfen
  • Warnblinkanlage einschalten und Warnweste überziehen
  • Unfallstelle mit Warndreieck absichern
  • weitere Verletzte versorgen
  • Polizei und Rettungskräfte verständigen
  • Wenn möglich: Unfallort und Fahrzeugschäden dokumentieren. Hilfreich dabei ist der Europäische Unfallbericht. Diesen gibt es meist bei Automobilclubs oder der Kfz-Versicherung (bzw. hier beim Gesamtverband der Versicherer) - auch mit Übersetzungshilfe für Fahrten ins Ausland.

Unverschuldeter Unfall

Wer unverschuldet in einen Unfall gerät hat Anspruch darauf, den Schaden vom Verursacher und dessen Haftpflichtversicherung ersetzt zu bekommen. Die muss bei Sachschäden die Kosten für Reparaturen, Abschleppen, Mietwagen, Wertminderung sowie für einen Anwalt und Sachverständigen zahlen. Bei Personenschäden sind es unter anderem Heilungskosten, Folgekosten wie behindertengerechte Umbauten und Schmerzensgeld.

Um zu ihrem Recht zu kommen sollten Autofahrer bei unverschuldeten Unfällen immer einen Verkehrsrechtsanwalt einschalten, den die Gegenseite bezahlt. Denn die Versicherungen nutzen oft Unerfahrenheit und die nicht klar definierte Rechtsprechung aus, um so wenig Geld wie möglich zu zahlen.

Kfz-Sachverständigen einschalten

Nach einem Unfall hat der Geschädigte die Möglichkeit, sich an einen Kfz-Sachverständigen seiner Wahl zu wenden, der das Auto überprüft und die Schadenshöhe feststellt. Ein solches Gutachten ist notwendig, damit später der komplette Schaden erstattet wird. Die Kosten dafür übernimmt die Versicherung des Verursachers. Allerdings erst ab einer Schadenshöhe von rund 750 Euro. Darunter reicht ein  Kostenvoranschlag der Werkstatt aus. Wer es dennoch beauftragt, verstößt gegen die sogenannte Schadensminderungspflicht und muss die Kosten dafür gegebenenfalls selbst tragen.

WISO-Tipp: Gehen Sie nicht auf das Angebot der gegnerischen Versicherung ein, die Schadensabwicklung komplett zu übernehmen, indem sie einen eigenen Gutachter schickt und den Wagen in einer Partnerwerkstatt reparieren lässt. Sie handelt damit nicht in Ihrem Sinne, sondern um Kosten zu sparen. Als Geschädigter dürfen Sie den Kfz-Sachverständigen und die Werkstatt frei wählen.

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Videolänge:
10 min

Anspruch auf Mietwagen?

Ist der Wagen aufgrund des Unfalls nicht fahrbereit, haben Sie Anspruch auf einen Mietwagen in der gleichen Fahrzeugklasse. Allerdings gilt das nur für die Dauer einer zügigen Reparatur; bei einem Totalschaden für drei Wochen. Wer auf den Mietwagen verzichtet, kann stattdessen einen Nutzungsausfall geltend machen.

Die Höhe des Ausfalls ist abhängig von dem Fahrzeugtyp des Unfallwagens und wird vom Gutachter anhand spezieller Entschädigungstabellen berechnet. Weil viele Versicherungen den Nutzungsausfall nicht oder nur teilweise anerkennen, ist es ratsam, einen Verkehrsrechtsanwalt einzuschalten. Bei unverschuldeten Unfällen zahlt ihn die Gegenseite; bei Teilschuld müssen Sie die Kosten anteilig übernehmen.

"Fiktive Schadensabrechnung"

Statt einer Reparatur kann sich der Geschädigte dafür entscheiden, den Schaden "fiktiv abzurechnen". Das bedeutet, dass man keine Reparaturrechnung einreichen muss, sondern der Schadensbetrag auf Basis des Gutachtens oder Kostenvoranschlags erstattet wird. Was mit dem ausgezahlten Betrag passiert, bleibt dem Geschädigten überlassen.

Bei körperlichen Beeinträchtigungen aufgrund des Unfalls sollte man direkt zum Arzt gehen und sich diese bestätigen lassen. Kommt es zu einem Verdienstausfall oder sind Maßnahmen notwendig, um die Gesundheit wieder herzustellen, so trägt die gegnerische Versicherung auch die Kosten hierfür. Notwendig ist eine ärztliche Bescheinigung, die das genaue Krankheitsbild bezeichnet und deutlich macht, dass es durch den unverschuldeten Unfall zu dieser Krankheit kam. Weigert sich die Versicherung, den Ausfall zu übernehmen, kann auch hier ein Anwalt helfen.

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