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Weniger Zecken, aber mehr FSME!

Zecken sind die Hauptüberträger der tückischen FSME. Die Krankheit tritt nun auch vermehrt im Norden der Republik auf. Warum? Experten sind ratlos.

Das Bild zeigt einen Mann im hohen Gras. Zecken leben im hohen Gras oder Unterholz. Sie klettert nicht höher als 1,50 Meter. Sie übertragen folgende Krankheiten: Borreliose (dagegen gibt es keinen Impfschutz) und FSME (dazu gibt es Impfschutz). Zur Vorsorge sollte man insektenabwehrende Mittel verwenden und lange und geschlossene Kleidung tragen. Zecken setzen sich vor allem an folgenden Orten fest: Ohren und Haaransatz, Achseln, Innenseiten der Oberarme, Gesäß, Schritt und Kniekehlen. Wer eine Zecke entdeckt, sollte sie zeitnah, hautnah, langsam und kontrolliert entfernen.
Achtung, Zecken! Quelle: ZDF

Die Gefahr einer Infektion mit der tückischen Krankheit FSME breitet sich nach Erkenntnissen von Zeckenforschern in Deutschland nach Norden aus. Zwar traten die weitaus meisten Erkrankungsfälle (85 Prozent) im Jahr 2017 in Süddeutschland auf, wie Zeckenexperten sagten. Doch zuletzt haben sich demnach auch vermehrt Menschen an der niedersächsisch-niederländischen Grenze, in privaten Gärten in Berlin oder auch in Stadtparks in Mecklenburg-Vorpommern angesteckt. Dabei handelt es sich jeweils um wenige Einzelfälle.

"Wir haben eine Dynamik, die wir nicht verstehen", räumte Gerhard Dobler ein, Leiter des Deutschen Konsiliarlabors für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). An der Stuttgarter Uni Hohenheim treffen sich Experten zum 4. Süddeutschen Zeckenkongress (12. bis 14. März 2018). FSME kann zu Hirnhautentzündung führen. In der Regel wird FSME durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. Bei 100 Menschen, die von einer infizierten Zecke gebissen werden, bricht die Krankheit Experten zufolge bei 30 aus.

Trend erkennbar?

Das Robert-Koch-Institut registrierte im vergangenen Jahr bundesweit fast 500 Erkrankungsfälle - und damit die zweithöchste je registrierte Zahl. Einen Trend zu immer mehr Erkrankungen gebe es aber nicht, hieß es vom RKI. "Der Trend ist die Schwankung", sagte eine Sprecherin. Experte Dobler nannte eine Schwankungsbreite der letzten Jahre von bundesweit 250 bis 500 Erkrankungsfälle.

Ungewöhnlich sei 2017, dass es nach Zählungen insgesamt weniger Zecken gab, jedoch mehr Erkrankungen. Tückisch sei, dass Verbreitungsgebiete von FSME infizierten Zecken oft nicht größer als ein Fußballfeld seien und über Jahre stabil bleiben könnten. Genauso könnten Zecken, die das Virus in sich tragen, von einem auf das nächste Jahr verschwinden. "Wir haben noch keine Erklärung für so eine Entwicklung", sagte Dobler. Wie ein solcher Erkrankungsherd in der Natur entstehe oder verschwinde, sei noch lange nicht geklärt, ergänzte Ute Mackenstedt, Leiterin des Fachgebiets Parasitologie an der Uni Hohenheim.

Im Süden weniger, im Norden mehr

Die Entwicklung bleibe regional sehr unterschiedlich, berichteten die Experten: So sei die Zahl der FSME-Infektionen 2017 etwa in Unterfranken stark zurückgegangen, in der Alpenregion in einigen Tälern hingegen deutlich nach oben gegangen. Ein Grund könne das Wetter sein: So habe es im Sommer eine Kältewelle gegeben, zwei Wochen später wurde es warm und wieder zwei Wochen später wurde ein großer Krankheitsausbruch registriert. Offenbar habe es die Menschen nach der Kälte ins Freie gezogen - und das genau in der jahreszeitlichen Hochphase des Gemeinen Holzbocks, eine der FSME-übertragenden Zeckenarten.

Der relativ neue Übertratungsweg bei FSME über Rohmilch von infizierten Weidetieren habe auch im vergangenen Jahr eine Rolle gespielt. Erst 2016 hatte ein Fall Schlagzeilen gemacht, bei dem sich zwei Menschen an Rohmilch-Käse aus Ziegenmilch angesteckt hatten. 2017 seien acht solcher Fälle registriert worden, berichtete Mackenstedt.

Quelle: dpa

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