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Bingo-Runde mit Eierlikör

Beobachtungen aus einem Pflegeheim

Marcus Niehaves ist drei Tage in ein Pflegeheim gezogen.

Verbraucher | WISO - Bingo-Runde mit Eierlikör

Eierlikör, nicht selbstgemacht, aber aus Waffelbechern - und das um 16.00 Uhr. Mehr Klischee geht nicht? Nur ein Eindruck von Marcus Niehaves, dem 44-jährigen WISO Redaktionsleiter, der sich entschieden hat, drei Tage in ein Altersheim zu ziehen.

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Abrufvideo: montags ca. 21 Uhr

Dillenburg – 9.30 Uhr: Der erste Programmpunkt. Die zuständige Hausärztin klopft an meiner Tür. Sie hat das Namensschild gelesen. Marcus Niehaves, den Namen kannte sie noch nicht. Und neue Bewohner bekommen immer einen Besuch von der netten Ärztin aus der Stadt. „Mir geht’s gut“, mein Fazit der Untersuchung. „Das hör ich hier selten“, ihre Antwort.

Das Heim hat mich hier aufgenommen, weil es nichts zu verbergen hat, es ist ein gutes Heim. Viele Pflegeeinrichtungen haben mir eine Absage geschickt. Ich will aber auch nicht die Qualität der Pflege überprüfen, ich will wissen, wie es sich anfühlt, in einem Pflegeheim zu leben. Ich treffe hauptsächlich Menschen, die sich ihr Alter anders vorgestellt haben. Menschen, die eigentlich mit einem Glas Rotwein vor ihrem Haus sitzen wollten, ihre altes Leben vermissen und doch so bescheiden sind. Sie freuen sich über die liebevollen Pflegekräfte, die auch hier zu wenig sind,  über die Therapiehunde, die gestreichelt werden wollen und über den Bingo-Nachmittag, der immer am Mittwoch vor dem Abendessen stattfindet. 

Die Bewohnerinnen - und ich habe fast nur Frauen gesehen, weil die Männer in ihren Betten lagen oder schon tot sind - machen meist das Beste aus der Situation, sie hadern nicht und ja, sie warten hier auf das Ende. Für mich eine bittere Erfahrung, für Menschen über 90 ein letzter Abschnitt ihres Lebens, den sie oft in Dankbarkeit ertragen. 

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Irgendwann passiert es: Mama und Papa können nicht mehr wie früher. Was dann?

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43 min
Datum:

Pflegemodell der Vergangeheit geht nicht mehr

„Wenn Eltern alt werden“ heißt der WISO-Film, für den ich unterwegs war und es wäre kein WISO-Film, wenn es nicht auch um die Kosten gehen würde. Ist Pflege bezahlbar? Ich sag's mal so: Das System der Pflege in Deutschland basiert zum Großteil auf einem Familienmodell der Vergangenheit. Oma und Opa wohnen im Dachgeschoss, die Kinder mit ihrer Familie unten. Die Frau war zu Hause und hat neben der Kinderbetreuung und dem Haushalt auch noch die Eltern gepflegt – nicht selten auch noch nach den Schwiegereltern geschaut. Das war gestern und es war bezahlbar.

Heute zieht es die Kinder beruflich oder privat in andere Städte, Bundesländer oder Länder. Die Frauen arbeiten und die Menschen werden immer älter, so dass auch die Kinder oft schon ein Alter erreicht haben, in dem sie ihre Eltern selbst nicht mehr pflegen können. Und das wird dann teuer. Für viele nicht bezahlbar. Sobald ein mobiler Pflegedienst die Angehörigen unterstützt und vor allem dann, wenn eine 24-Stunden-Kraft sich um die Eltern kümmert oder die Eltern in ein Pflegeheim müssen, geht es ohne Vermögen oder ohne eine gute Rente nicht. 

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Marcus Niehaves trifft Familien, die sich schwierigen Fragen stellen müssen.

Videolänge:
9 min
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Der Staat zahlt

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Staat einspringt, wenn kein Vermögen da ist, wenn die Kinder nicht zahlen können. Der Punkt ist nur: jeder will selbstbestimmt alt werden, sich seine Form der Pflege aussuchen und das wird schwierig, wenn wenig Geld zur Verfügung steht. Würde ich mit 44 Jahren eine private Pflegeversicherung abschließen, verrät mir der Tarifvergleich, müsste ich zwischen 50 Euro und 112 Euro für das Schließen der Pflegelücke bezahlen. Nur für mich. Entschließt sich eine Person mit 60 Jahren, sich zusätzlich zu versichern, werden für gut bewertete Policen bis zu 290 Euro aufgerufen – im Monat. Noch Fragen? Die Alternativen zum Heim – richtig: Mobile Pflege ist bezahlbar, wenn es wenig zu pflegen gibt und eine 24-Stunden-Haushaltshilfe aus Polen ist erstens gar nicht so preiswert, weil die Agenturen ja mitverdienen - und illegal beschäftigen geht nicht - Punkt.

Bis zu 300.000 Frauen aus Polen oder Rumänien, so schätzt man, pflegen in Deutschland alte Menschen – legal und illegal. Ohne sie würde das System zusammenbrechen. Sie arbeiten für wenig Geld und erfüllen vielen Deutschen Familien einen Traum: die Pflege zu Hause. Den deutschen Mindestlohn bekommen sie nicht – stattdessen verdienen die Vermittler ordentlich. Das nehmen betroffene Familien in Kauf, weil es vielleicht nicht anders geht, weil ein Pflegeheim nicht in Frage kommt.

Zufrieden ins Bett!?

Dillenburg – 18.30 Uhr: „Morgen früh, wenn Gott will, wirst Du wieder geweckt“ singen, nach dem Abendessen, die zittrigen Stimmchen der alten Damen, jeden Tag. Dann gehen alle ins Bett. Mein Eindruck – sie gehen zufrieden. Und trotzdem: zufrieden im Pflegeheim leben – die Vorstellung fällt mir schwer. Der Aufenthalt an der letzten Station des Lebens war eine schmerzhafte Erfahrung – nicht, weil das Heim ein schlechter Ort ist, sondern weil ich nicht wahrhaben will, dass es von diesem Ort kein Zurück mehr gibt. Meinen Eltern will ich das Heim ersparen, so das Fazit des 44-jährigen Sohnes, der drei Tage im Heim wohnte und doch nur Beobachter blieb.

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