Bester Einbruchschutz

Was funktioniert wirklich?

Verbraucher | WISO - Bester Einbruchschutz

Einbrecher stehlen nicht nur wertvolle Gegenstände, sondern auch das Gefühl von Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Wie Sie ihr Zuhause einbruchsicher machen, zeigt der WISO-Tipp.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.10.2017, 10:00

Sie kommen lautlos, oft nur mit einem Handbohrer oder Schraubenzieher ausgerüstet und verschaffen sich binnen Sekunden Zugang in eine Wohnung. Einbrecher durchwühlen Schränke und Schubladen, stöbern in der Privatsphäre ihrer Opfer. Dabei stehlen sie nicht nur Schmuck, Laptops oder lieb gewonnene Erinnerungsstücke, sondern vor allem das Gefühl von Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Welche Tricks und Kniffe dazu beitragen können, Ihre Wohnung einbruchsicher zu machen, zeigen wir Ihnen im WISO-Tipp.

Alle drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen, allein im Jahr 2015 mehr als 167.000 Mal. Bei über 40 Prozent der Fälle blieb es jedoch nur beim Versuch. Denn - wie die Polizei berichtet: Einbrecher scheitern immer häufiger an mechanischen Sicherungen der Türen und Fenster.

Der richtige Einbruchschutz

Falls solche mechanischen Sicherungen bei Ihnen nicht vorhanden sind, müssen Sie nicht alle Türen und Fenster Ihrer Wohnung austauschen - die meisten Türen und Fenster können Sie recht einfach nachrüsten oder nachrüsten lassen. Das ist teuer - aber es ist eine lohnende Investition in Ihre Sicherheit! Fenster und Balkontüren in Keller, Erdgeschoss sowie im 1. Obergeschoss sollten Sie gegen Aufhebeln schützen! Rüsten Sie nach! Sogenannte Pilzkopfverriegelungen kosten ab etwa 300 Euro inklusive Einbau pro Fenster. Abschließbare Fenstergriffe können Sie selbst montieren. Sie kosten rund 30 Euro.

Sichern Sie Ihre Türen mit einbruchhemmenden Schlössern. Diese bestehen aus einem Profilzylinder, Schutzbeschlägen und einer Mehrfachverriegelung. Eine komplette Nachrüstung kostet rund 800 Euro. Schutz bietet auch ein Querriegelschloss – das gibt es ab 400 Euro.

Polizeiliche Beratung

Nehmen Sie das Informationsangebot der Polizei wahr! In vielen Städten hat die Polizei Beratungsstellen eingerichtet, wo Sie sich konkret über Maßnahmen zum Einbruchschutz informieren können. Fragen Sie außerdem bei der zuständigen Polizei nach einer persönlichen Beratung! Dann kommen Polizeibeamte oder technische Fachberater der Polizei kostenfrei zu Ihnen nach Hause und untersuchen Ihr Haus oder Ihre Wohnung auf mögliche Schwachstellen. Außerdem erhalten Sie Tipps und Empfehlungen, wie Sie Ihre Wohnung einbruchsicher machen können und um welche mechanische Sicherheitstechnik Sie beispielsweise Ihre Fenster oder Türen erweitern sollten. Unter diesem Link finden Sie die Polizeiliche Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Polizei-Beratung.de (Das ZDF ist für die Inhalte externer Websites nicht verantwortlich.)

Alarmanlagen

Beim Thema Einbruchschutz denken viele zuerst an eine Alarmanlage. Die Polizei rät jedoch: Mechanik vor Elektronik! Hauptkommissar Ebner von der Kriminalpolizei Aalen erklärt: „Eine Alarmanlage meldet einen Einbruch. Sie kann ihn nicht zwingend verhindern.“ Das Wichtigste ist also, mögliche Schwachstellen am Haus auszumerzen, indem Fenster und Türen sicher gemacht werden. Eine Alarmanlage – oder Einbruchmeldeanlage – kann lediglich zusätzlichen Schutz bieten.

Es gibt zwei verschiedene Funktionsweisen von Alarmanlagen. So können Sie entweder Bereiche überwachen lassen. Das heißt, wenn der überwachte Bereich betreten wird, wird durch einen Bewegungsmelder ein Alarm ausgelöst. Die andere Funktionsweise nennt sich Außenhautüberwachung. Dabei werden die Melder an Fenster oder Türen angebracht. Wenn diese geöffnet werden, wird ein Alarm ausgelöst. Sie können auch eine Kombination aus beiden Varianten installieren.

Alarmierung: Verschiedene Arten

Neben diesen beiden Arten der Überwachung können Sie auch zwischen verschiedenen Arten der Alarmierung wählen. Man unterscheidet zwischen Externalarm, Fernalarm und Internalarm. Beim Externalarm ertönt in der Regel ein lauter Ton, den der Täter und gegebenenfalls Nachbarn hören können, außerdem wird eine Signallampe aktiviert. Dies soll den Täter abschrecken. Beim Fernalarm wird der Alarm beispielsweise an einen Sicherheitsdienstleister weitergeleitet, der dann entsprechende Hilfemaßnahmen einleitet. Den Internalarm kann man nur im Gebäude hören. Falls ein Einbruch passiert, während Bewohner im Haus sind, werden diese alarmiert und können gegebenenfalls Hilfe rufen.

Welche Einbruchmeldeanlage für Sie und Ihr Gebäude oder Ihre Wohnung die richtige ist, hängt von vielen Faktoren hab. Wenden Sie sich auch mit diesem Thema an die Beratungsstellen der Polizei! Die Beamten können einschätzen, wie hoch das Einbruchrisiko bei Ihnen ist und welche Anforderungen eine Alarmanlage bei Ihnen erfüllen sollte. Einbruchmeldeanlagen sollten VDS-zertifiziert sein und nur von entsprechend qualifizierten Unternehmen eingebaut und gewartet werden.

Staatliche Förderungen für Einbruchschutz

Wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Eigentumswohnung einbruchsicher machen möchten, können Sie dafür Fördermittel beantragen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt dafür Zuschüsse aus Bundesmitteln.

Die Höhe der Zuschüsse ist abhängig von der Höhe Ihrer Investition. Die KfW zahlt Ihnen zehn Prozent Ihrer Ausgaben. Voraussetzung: Sie investieren mindestens 2.000 Euro in den Einbruchschutz, dann erhalten Sie mindestens 200 Euro an Zuschüssen. Maximal können Sie 1.500 Euro an Fördermitteln erhalten.

Antrag bei der KfW

Die Summe der Zuschüsse für das Jahr 2016 ist bereits aufgebraucht (Stand: 12. Oktober 2016). Anträge für das Jahr 2017 können jedoch bereits gestellt werden. In diesem Fall wird Ihre Förderung bereits jetzt reserviert – Sie bekommen die Mittel dann nach dem Jahreswechsel ausbezahlt. Lassen Sie sich nicht irritieren: Wenn Sie die Förderung von Maßnahmen zum Einbruchschutz beantragen wollen, müssen Sie das Formular „Altersgerecht Umbauen (455)“ ausfüllen.

Sie können die Förderung für den Einbruchschutz auch in Zusammenhang mit Zuschüssen für eine energieeffiziente Sanierung beantragen. Dies kann beispielsweise interessant sein, wenn Sie ein altes Haus besitzen, in dem Sie die Fenster komplett austauschen wollen. Dann sollten die neuen Fenster nicht nur energieeffizient sein, sondern auch einbruchsicher. Die Zuschüsse für diese Kombination sind für das Jahr 2016 noch nicht aufgebraucht (Stand: 12. Oktober 2016).

Wachsame Nachbarn

Die Polizei rät, bleiben Sie wachsam: Achten Sie auf fremde Personen rund ums Haus, in der Straße und auf den angrenzenden Grundstücken. Haben Sie den Eindruck, dass die Personen etwas beobachten und sich merkwürdig verhalten, rufen Sie die Polizei! Haben Sie keine Angst davor, einen möglichen Fehlalarm auszulösen. Die Polizei kommt lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl.

Zum Thema wachsame Nachbarschaft hat die Polizei eine ausführliche Broschüre zusammengestellt, die Sie hier downloaden können:
Polizei-Beratung.de: Die Nachbarschaft (PDF, das ZDF ist für den Inhalt externer Websites nicht verantwortlich.)

Situation der Mieter

Über 35 Millionen Menschen in Deutschland leben zur Miete. Wie ist es um ihre Sicherheit bestellt? Wie können Mieter ihre Wohnungen vor Einbrechern schützen? Fakt ist: Vermieter sind lediglich dazu verpflichtet, ihre Mietwohnungen mit abschließbaren Eingangs- und Wohnungstüren auszustatten. Mieter haben lediglich Anspruch auf die Ausstattung, die zum Zeitpunkt der Mietvertragsunterzeichnung im Objekt vorhanden war, das heißt, sie dürfen später im Grunde keine Nachrüstungen verlangen. Es sei denn, eine der Maßnahmen, die bereits zum Einzug vorhanden waren, erweist sich mit der Zeit als defekt.

Wenn Sie als Mieter Türen oder Fenster einbruchsicher machen möchten und zum Beispiel abschließbare Fenstergriffe oder Querriegelschlösser an der Wohnungstür anbringen möchten, ist das Ihre Sache. Das bedeutet: Sie müssen in der Regel die Anschaffung und den Einbau selbst bezahlen.

Was ist erlaubt?

Doch dürfen Sie das auch? Grundsätzlich gilt: Solange Sie keine Veränderung an der Bausubstanz vornehmen, dürfen Sie Maßnahmen zum Einbruchschutz anbringen. Aber: Setzen Sie Ihren Vermieter darüber in Kenntnis! Halten Sie dies im besten Fall schriftlich fest!

Und: Wenn Sie ausziehen, darf der Vermieter verlangen, dass Sie die Wohnung wieder in den Ursprungszustand versetzen. Wenn Sie Fenstergriffe, Türbeschläge oder Schlösser austauschen, sollten Sie die ursprünglichen Griffe und Beschläge aufbewahren und gegebenenfalls bei Ihrem Auszug wieder anbringen. Je nachdem, wie viel Sie in den Einbruchschutz investieren, können Sie Ihrem Vermieter auch anbieten, ihm die Einbauten im Falle eines Auszuges zu verkaufen. Auch hier empfiehlt es sich, etwaige Absprachen frühzeitig schriftlich zu fixieren.

Mieterhöhung wegen Einbruchschutz

Falls Sie Veränderungen an der Bausubstanz vornehmen – die ist beispielsweise beim Einsetzen eines Querriegelschlosses, von Fenstergittern oder Außenalarmanlagen notwendig – benötigen Sie die schriftliche Zustimmung Ihres Vermieters. Beachten Sie: Wenn Ihr Vermieter den Einbruchschutz auf seine Kosten verbessert, berechtigt ihn dies zu einer Mieterhöhung. Es handelt sich dabei um eine Verbesserung oder Modernisierung. Dabei darf der Vermieter die Miete um bis zu elf Prozent der Baukosten erhöhen.

Ein Beispiel: Wenn der Vermieter Ihre Wohnungstür durch einen Profilzylinder, eine Schutz-rosette und eine Mehrfachverriegelung für insgesamt 800 Euro nachrüstet, kann er elf Prozent auf Ihre Miete umlegen – das sind 88 Euro Mieterhöhung pro Jahr oder 7,34 Euro pro Monat.

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