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Rechte bei Flugverspätung

Was Reisende wissen sollten

von Johanna Schilling

Allein bis Mai dieses Jahres hatten 1500 Flüge mindestens drei Stunden Verspätung. Die Gründe dafür sind vielfältig: Schlechtes Wetter, technisches Versagen oder Streik des Airline-Personals. Welche Rechte haben Reisende?

Videolänge:
5 min
Datum:
23.07.2018

Check-In am Flughafen. Große Freude auf Sommer, Sonne, Strand. Nur noch wenige Meter bis zum Urlaubsflieger. Doch im Boarding-Bereich heisst es dann erstmal: warten. Denn der Abflug verzögert sich. Wenn es länger dauert, haben Reisende ganz bestimmte Rechte und das in der ganzen EU.

Für alle Flüge, die entweder in der EU starten oder die in der EU landen und zugleich ihren Sitz in der EU haben, gilt: Ab 3 Stunden Verspätung kann der Fluggast eine Entschädigung verlangen. Und zwar bei einer Fluglänge bis 1.500 km 250 Euro; bei bis zu 3.500 km 400 Euro und bei einer Distanz über 3.500 km 600 Euro. Und wenn der Flug auf den nächsten Tag verschoben wird, muss die Airline neben der Entschädigung auch den Flughafentransfer sowie die Übernachtungskosten übernehmen.

Quittungen aufheben

Wesentlich ist zudem, welchen Grund die Verspätung hatte. Denn es gibt nicht in jedem Fall einen Anspruch auf Entschädigung. Die Airline ist verpflichtet zu entschädigen, wenn ein technischer Defekt vorliegt, wie z.B. Wartungsarbeiten am Flugzeug oder ein Computerausfall. Die Airline muss jedoch dann nicht bezahlen, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen. Dazu gehören z.B. ein unvorhersehbarer Streik, Unwetter oder politische Instabilität im Start- oder Landeland.

Lassen Sie sich die Verspätung und den Verspätungs-Grund noch am Flughafen schriftlich bestätigen. Und zwar mit Firmen-Siegel der Airline. Heben Sie alle Quittungen und Belege für Aufwendungen am Reisetag auf. Notieren Sie die Kontaktdaten der Mitreisenden.

Schriftlich Anspruch anmelden

Um eine Entschädigung zu erhalten, gehen Sie zunächst folgendermaßen vor: Wenden Sie sich schriftlich an die Airline und verlangen Sie die Entschädigungszahlung. Schicken Sie die gesammelten Belege mit.  Setzen Sie eine Zahlungsfrist von 3 Wochen. Oder Sie füllen Online einen Entschädigungsantrag aus, zu finden z. B. auf der Internetseite der Verbraucherzentrale. Die Belege können Sie einscannen und hochladen. Das ist die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr. Diese setzt die Forderung für Sie durch, wenn die Airline den Antrag ablehnt.

Oder Sie wenden sich an Online-Dienstleister wie z.B. EUfligt, flightright oder fairplane, um den Anspruch durchzusetzen. Vorteil: Sie sparen Zeit und Mühe. Nachteil: Die Anbieter behalten 30 bis 40 Prozent der Entschädigungssumme als Entgelt ein.

Mehr Beschwerden über Flugreisen

Immer mehr Flugreisende melden sich mit Beschwerden bei der SÖP, der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personennahverkehr. Dort zählt man im ersten Halbjahr 2018 45 Prozent mehr Anträge auf Streitschlichtung im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ursachen sind - neben der wachsenden Bekanntheit der Schlichtungsstelle - die schon seit einigen Monaten gehäuft auftretenden Flugverspätungen und -annulierungen.

Die Airlines begründen diese mit Engpässen bei der Flugsicherung, Fluglotsenstreiks und einer Häufung von Unwettern. Auch die Air Berlin-Pleite hat Auswirkungen. Zwar wurden Flugzeuge von Lufthansa-Tochter Eurowings und Easyjet überneommen, doch deren Ummeldung auf die neuen Eigentümer und die Einbindung der Crews nimmt Zeit in Anspruch. Beschwerden von Bahnreisenden haben ebenfalls zugenommen, nachdem sie zuvor in den Jahren 2014-16 zurückgegangen waren.

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