WISO-Tipp: Krankes Kind

Ihre Rechte als Arbeitnehmer

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Kleinkinder holen sich bis zu zwölf Infekte pro Jahr und brauchen in dieser Zeit meist die Betreuung zuhause. Berufstätige Eltern müssen oft spontan reagieren und ihren Tag umorganisieren. Welche Rechte und Pflichten haben Eltern?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.08.2018, 03:00

Eltern werden zur Pflege ihres erkrankten Kindes grundsätzlich von der Arbeit freigestellt. Das bedeutet konkret, dass Sie im Notfall immer Ihren Arbeitsplatz verlassen können beziehungsweise gar nicht erst zur Arbeit erscheinen müssen. Als Notfall zählt bei Kindern unter zwölf Jahren jede Form der Erkrankung. Doch wie sieht es mit der Bezahlung in dieser Zeit aus? Um keine oder nur geringe finanzielle Einbußen zu haben, besteht unter bestimmten Umständen das Recht auf Lohnfortzahlung oder der Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Ihre Rechte bei älteren Kindern

Nach Ansicht rechtlicher Experten ist ein Kind ab zwölf Jahre selbständig genug, um alleine zuhause zu bleiben. Ändert sich mit dem zwölften Geburtstag dann tatsächlich alles? Zumindest was das Kinderkrankengeld angeht: ja. Der Anspruch erlischt schlicht ab diesem Zeitpunkt und Sie müssen im Falle des Falles Urlaub einreichen. Oft lohnt sich aber das direkte Gespräch mit dem Arbeitgeber, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Das kann unbezahlter Urlaub sein, aber vielleicht kommen ja auch Homeoffice oder Überstundenabbau in Frage?

Lohnfortzahlung bei Betreuung krankes Kind
Gut zu wissen, wenn man ein krankes Kind zu Hause betreuen muss! Quelle: ZDF

Bei Arbeitgebern, die den § 616 BGB zur „vorübergehenden Verhinderung“ nicht ausgeschlossen haben und der auch Grundlage für die Fortzahlung im Krankheitsfall bei jüngeren Kindern ist, liegt der Fall etwas anders. Notfälle wie die plötzliche Erkrankung oder ein Unfall des Kindes werden als vorübergehende Verhinderung meist anerkannt, allerdings ist der Ermessensspielraum relativ groß, vor allem, was die Notwendigkeit einer weiteren Betreuung durch die Eltern betrifft. Grundsätzlich lässt sich hier schwer eine einheitliche Richtlinie festlegen, wann und für wie viele Tage der § 616 BGB bei erkrankten Kindern wirksam ist. Wichtig ist aber auch hier: Informieren Sie Ihren Arbeitgeber unverzüglich, entweder morgens, wenn Sie gar nicht erst kommen können oder bevor Sie Ihre Arbeitsstelle bei einem akuten Notfall verlassen.

Droht der Arbeitgeber mit Kündigung

In der Theorie ist der Fall klar: Der Arbeitgeber kann Ihnen nicht kündigen, weil Ihr Kind krank ist. Zwar ist die Vergütung für die Betreuungszeit variabel oder auch ausschließbar, nicht aber das Recht auf Freistellung. Das ist unanfechtbar und die elterliche Fürsorge um das Kind hat immer Vorrang.

Sollte es hart auf hart kommen, ist es allerdings trotzdem ratsam, vorbereitet zu sein. Denn dann müssen Sie als Arbeitnehmer nachweisen, dass die Kündigung auf Grund zu häufiger Fehlzeiten wegen Ihres erkrankten Kindes erfolgte. Sammeln Sie also Belege für jeden einzelnen Krankheitstag und die Betreuungssituation, sowohl ärztliche Atteste des Kinderarztes als auch Nachweise, dass außer Ihnen niemand für die Pflege des kranken Kindes zur Verfügung stand.

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