Neu gekauft und schon defekt?

Das sind Ihre Rechte als Verbraucher!

Verbraucher | WISO - Neu gekauft und schon defekt?

Der Kühlschrank brummt, das Handy spinnt, die Waschmaschine verliert Wasser. Irgendwie gehen Elektrogeräte immer schneller kaputt. In solchen Fällen gut zu wissen: wo und wie man sich beschweren kann.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.06.2017, 16:00

Das neue Smartphone rauscht beim Telefonieren, das Bild am 4-K-Fernseher ruckelt oder der eben gekaufte Herd wird einfach nicht warm. Was nun? Immer wieder kommt es vor, dass sich neu gekaufte Waren oder Geräte als defekt herausstellen oder nicht richtig funktionieren. Die gute Nachricht: Sie als Kunde haben sogenannte Gewährleistungsansprüche. Wir erklären, wie Sie diese durchsetzen - im WISO-Tipp.

Geht es Ihnen auch so: Bei Ihnen zuhause geht etwas kaputt und Sie fragen sich zuerst: „Hat das Gerät noch Garantie?“. Doch genauso sollten Sie überprüfen, ob die gesetzliche Gewährleistung noch greift. Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt und aus welchem Grund Ihr Gerät kaputt gegangen ist, ist es empfehlenswerter, den Schaden im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung oder der Garantie reparieren oder ersetzen zu lassen.

Gewährleistung

In Deutschland gilt: Waren müssen mangelfrei, also einwandfrei verkauft werden. Stellt sich eine Ware innerhalb der ersten zwei Jahre als mangelhaft heraus, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf die Gewährleistung. Was aber gilt als so genannter Sachmangel?

Beachten Sie: Wenn Sie das Gerät selbst kaputt gemacht haben, wenn Sie es falsch verwendet haben oder es sich um Verschleiß handelt, gilt die gesetzliche Gewährleistung nicht!

Wer muss was beweisen?

Die Gewährleistung des Händlers gilt zwar zwei Jahre – aber nach den ersten sechs Monaten muss der Käufer beweisen, dass der Fehler schon beim Kauf vorhanden war. Bei der Garantie des Herstellers ist das unerheblich. Geht Ihr Gerät beispielweise also sieben oder acht Monate nach dem Kauf kaputt, sollten Sie überprüfen, ob der Defekt auch im Rahmen der Garantie repariert werden könnte. Dann müssen Sie nicht beweisen, wie lange der Defekt schon vorhanden war.

Umtauschrecht?

Wer kennt das nicht? Sie sehen im Schaufenster eine wunderschöne Bluse und sind über-zeugt, die würde Ihrer Schwester prima stehen. Sie verschenken die Bluse zum Geburtstag, doch sie gefällt der Beschenkten ganz und gar nicht. Kein Problem – darf man ja umtauschen. Weit gefehlt! In Deutschland gibt es kein gesetzlich verbrieftes Recht auf Umtausch.

Solange kein Mangel an der Bluse festzustellen ist, ist der Verkäufer nicht dazu verpflichtet, die Bluse umzutauschen oder zurück zu nehmen. Wann immer dies geschieht, geschieht das rein aus Kulanz.

Umtausch nur aus Kulanz!

Beachten Sie: Wenn ein Verkäufer ein Umtauschrecht einräumt, dann geschieht das zu sei-nen Spielregeln. So darf er durchaus festlegen, dass Sie nur gegen einen Gutschein, nicht aber gegen die Auszahlung von Bargeld umtauschen dürfen. Auch wenn der Verkäufer bestimmt, dass reduzierte Ware vom Umtausch ausgeschlossen ist, ist das völlig in Ordnung.

Jedoch gilt auch hier: Wenn die reduzierte Ware einen Mangel aufweist, können Sie Ihre gesetzlichen Gewährleistungsansprüche geltend machen. Die Ware kann noch so sehr reduziert sein, sie muss im Moment des Kaufs einwandfrei sein, so die Experten von der Verbraucherzentrale.

Umtausch vorher abklären!

Was können Sie also tun, wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Geschenk passt oder gefällt? WISO-Tipp: Fragen Sie schon beim Kauf, ob Sie das Geschenk bei Nichtgefallen umtauschen können und vereinbaren Sie dies mit dem Verkäufer oder der Verkäuferin schriftlich. Ein Vermerk auf dem Kassenbon genügt. Klären Sie, wie lange Sie die Ware umtauschen dürfen; ob gegen einen Gutschein oder die Auszahlung des Betrags in bar und ob die Ware in der Originalverpackung zurück gebracht werden muss!

Kauf auf Bestellung

Früher bestellten Sie in den Katalogen der großen Versandhandelshäuser, heute zunehmend im Internet. Früher wie heute galt: Was auf den Hochglanzfotos kleidend, bequem oder praktisch aussah, erweist sich nach dem Auspacken gerne mal als zu klein, zu eng oder völlig unpraktisch. Was dann?
Wann immer Sie aus der Ferne etwas bestellen und kaufen, gilt eine Besonderheit: Das Widderrufsrecht. Das bedeutet: Sie können alle Artikel, die Sie im Internet, im Katalog oder im Versandhandel per Telefon, per Fax oder per Klick bestellt haben, innerhalb von 14 Tagen zurückgeben. Der Vorteil: Sie müssen keinerlei Gründe für den Widerruf des Kaufs angeben. Und das gilt auch, wenn die Ware im Angebot war oder die Originalverpackung zerstört oder nicht mehr vorhanden ist. Spätestens 30 Tage nach der Rücknahme muss der Händler Ihnen das Geld für den Kauf und die Rücksendung zurück überwiesen haben. Beachten Sie: Das Widerrufsrecht gilt nicht für Lebensmittel, die Sie bestellt haben.

14 -Tage Frist

Immer wieder strittig: Ab wann zählen die 14 Tage, innerhalb derer Sie die Ware zurücksen-den dürfen? Die Frist beginnt in der Regel an dem Tag, an dem Sie die Ware erhalten haben. Vorausgesetzt Sie wurden schriftlich über Ihr Widerrufsrecht aufgeklärt. Entscheidend ist, dass Sie als Empfänger, bzw. als Käufer den Zustand des Pakets und seines Inhalts kontrollie-ren können. Das geht natürlich erst, wenn Sie selbst das Paket entgegen genommen haben.

Bestellung im Ausland

Wenn Sie eine Ware im Internet bestellen, sollten Sie immer darauf achten, wo der Online-Händler seinen Sitz hat. Falls Sie nämlich – ob aus Versehen oder absichtlich – eine Ware im Ausland bestellen, gelten unter Umständen andere Richtlinien. Und das kann teuer werden!

Beim Kauf in einem Land der EU gelten weitgehend die gleichen Rechte und Pflichten wie bei uns in Deutschland. In der Regel gilt auch hier ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Beim Kauf in einem Land außerhalb der Europäischen Union kann es schnell schwierig werden. Schließlich dürfen nicht einfach unbegrenzt Waren nach Deutschland importiert werden. So müssen Sie nicht nur mit erheblichen Portokosten rechnen, sondern je nach Ware und Warenwert auch Steuern und Zölle auf Ihre bestellten Waren bezahlen.

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