Rücktritt von der Pauschalreise

Verbraucher | WISO - Rücktritt von der Pauschalreise

Flug, Hotel und Programm vor Ort: Bei Pauschalreise-Angeboten ist alles geregelt. Doch was tun, wenn man die Reise kurzfristig nicht antreten kann?

Beitragslänge:
4 min
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Video verfügbar bis 27.05.2017, 10:00

Es hätte so schön werden können: Ausspannen am Strand, gutes Essen, Rundum-Versorgung im Hotel. Die Pauschalreise war schon lange gebucht, doch dann kommt Ihnen etwas dazwischen und die Reise fällt ins Wasser. Was nun? Unsere WISO-Tipps zum Rücktritt von der Pauschalreise.

Deutsche Touristen buchen ihre Pauschalreisen in der Regel mehr als drei Monate im Voraus. In diesen drei Monaten kann viel passieren. Meist werden Reisende kurzfristig vor dem Urlaub krank oder erleiden einen Unfall. Häufig sind aber auch berufliche Verpflichtungen oder Änderungen der persönlichen Situation die Ursachen, weshalb Pauschalreisen storniert werden müssen.

Stornierung einer Pauschalreise

Und das kann teuer werden: Die Reiseveranstalter können die Höhe der so genannten Stornokosten in einem gewissen Rahmen selbst festlegen. Je kurzfristiger Reisende stornieren, desto teurer wird es. In der Regel behalten die Reiseveranstalter zwischen 20 und 55 Prozent des Reisepreises ein, wenn ihre Kunden eine Reise stornieren. Wenn Sie nur wenige Tage vor der Abreise stornieren, können die Stornogebühren aber auch bis zu 90 oder gar 100 Prozent des Reisepreises betragen. Es gibt jedoch Ausnahmen, so der ADAC: Wenn Sie Ihre Reise absagen, weil ein erheblicher Reisemangel besteht oder wenn der Reiseveranstalter den Leistungsumfang Ihrer Reise geändert oder den Preis erhöht hat, darf keine Stornogebühr erhoben werden.

Ein weiterer Grund für eine kostenlose Stornierung: Höhere Gewalt. Dieser Begriff ist jedoch nicht eindeutig definiert. Er umfasst beispielsweise Naturkatastrophen, wie zum Beispiel gerade zurückliegende oder bevorstehende Hurrikane, sich häufende Terroranschläge oder Kriegsgefahr. Orientieren Sie sich an den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes! Sobald das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für ein Land ausgesprochen hat, ist davon auszugehen, dass Reiseveranstalter eine kostenlose Umbuchung oder Stornierung anbieten.

Reiserücktrittsversicherung

Je länger Sie im Voraus gebucht haben und je teurer Ihre Reise war, desto eher empfiehlt sich eine Reiserücktrittsversicherung. Falls Sie die Reise stornieren müssen, übernimmt der Versicherer in vielen Fällen die Stornokosten. Aber: Schließen Sie die Reiserücktrittsversicherung nicht mit der Buchung im Reisebüro ab, sondern vergleichen Sie in Ruhe die Angebote verschiedener Versicherer zuhause. Das empfiehlt die Stiftung Warentest. Viele Versicherungen können Sie noch bis 30 Tage vor Abreise abschließen.

Beachten Sie: Die Versicherung greift in der Regel nicht, wenn Sie die Reise stornieren, weil Sie beispielsweise Angst vor einem Terroranschlag haben, sich von Ihrem Partner getrennt haben oder Ihr Chef Ihnen keinen Urlaub bewilligt.

Reiseabbruchversicherung

Denken Sie außerdem über eine Kombination aus Reiserücktritts- und Abbruchversicherung nach! Dann übernimmt die Versicherung nicht nur die Kosten für die Stornierung. Falls Sie beispielsweise während des Urlaubs krank werden oder falls einem Ihrer Angehörigen in Deutschland etwas zustößt und Sie daher früher zurückreisen oder länger im Urlaubsland bleiben müssten, übernimmt die Versicherung die Mehrkosten.

In der Regel kostet die Kombination aus Reiserücktritts- und Abbruchversicherung rund 20 Prozent mehr als eine reine Reiserücktrittsversicherung.

Reiseversicherungen über die Kreditkarte

Vielleicht haben Sie schon längst eine Reiserücktrittsversicherung – und wussten es nur noch nicht. Viele Kreditkartenanbieter bieten ihren Kunden nämlich Zusatzleistungen wie Auslandskrankenversicherungen oder Reiserücktrittsversicherungen. Das bedeutet: Unter Umständen sind Sie also beispielsweise als Besitzer einer Gold- oder Platin-Kreditkarte bereits umfassend für das ganze Jahr und alle Reisen, die Sie unternehmen, versichert.

Beachten Sie jedoch: Die Versicherer behalten sich teilweise gewisse Einschränkungen vor; Versicherungsleistungen sowie die Höhe der Selbstbeteiligung können von Kreditkarte zu Kreditkarte variieren. So muss in manchen Fällen die Reise zur Hälfte oder gar komplett mit der entsprechenden Kreditkarte bezahlt sein, damit der Versicherungsschutz überhaupt gewährleistet ist. Informieren Sie sich ausführlich bei Ihrer Bank beziehungsweise dem Kreditkartenanbieter!

Weiterverkauf einer Pauschalreise

Sie hatten für Ihre Pauschalreise keine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen? Oder aber der Versicherungsschutz gilt für Sie nicht, weil Sie die Reise beispielsweise aufgrund einer Trennung absagen möchten? Dann könnten Sie versuchen, Ihre Pauschalreise weiterzuverkaufen, anstatt sie zu stornieren. Laut Gesetz sind Pauschalreisen nämlich übertragbar und können somit weitergegeben werden. Allerdings: Beim Weiterverkauf einer Pauschalreise werden nur die Namen der Reisenden geändert. Darum müssen Reisezeitraum, Anzahl der Reisenden und Abflughafen genau auf den Käufer passen.

Beachten Sie: Der Verkauf lohnt sich nur, wenn die Stornogebühren höher sind als alle Abzüge. Da Sie als Verkäufer selbst den Verkaufspreis Ihrer Reise bestimmen, sollten Sie folgendes beachten: Gewähren Sie einen Preisnachlass, um das Angebot attraktiv zu machen! Aber beachten Sie: Sie als Verkäufer zahlen immer die Umschreibung der Reiseunterlagen beim Veranstalter. Das kostet in der Regel 10 bis 30 Euro. Und: Haben Sie auf einem der Stornoportale inseriert, zahlen Sie im Fall einer erfolgreichen Vermittlung zusätzlich eine Provision. Die variiert von Portal zu Portal: Mal ist es ein gewisser Prozentsatz von der Ersparnis der Stornogebühren; mal ist es ein Festpreis.

Weiterverkauf von Flugtickets

Sie können nicht nur komplette Pauschalreisen, sondern auch einzelne Flugtickets weiterverkaufen. Auch hierfür gibt es spezielle Portale im Internet. Die Voraussetzung: Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Fluggesellschaft gestatten eine Namensänderung („name change“) und damit die Übertragung des Flugtickets auf einen anderen Passagier. Dies ist nämlich nicht grundsätzlich erlaubt. Einige Billigflieger schließen diese Option ganz aus.

Außerdem sollte die Umschreibegebühr in einem überschaubaren Rahmen bleiben und in jedem Fall geringer sein als die Gebühr für die Stornierung Ihres Tickets. Beachten Sie: Manche Airlines bieten eine Änderung der Flugroute und des Reisedatums an. So könnten Sie Ihren gebuchten Flug unter Umständen für eine andere Reise verwenden.

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