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Frühjahrsputz - So geht's umweltfreundlich!

Verbraucher | WISO - Frühjahrsputz - So geht's umweltfreundlich!

Der Frühling kommt, es wird Zeit für den Frühjahrsputz! Um die Umwelt zu schonen, sollte man bei der Wahl seiner Putzmittel allerdings einiges beachten!

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.03.2019, 19:25

Der Frühling ist da! Und damit beginnt auch für viele das Großreinemachen. Denn
Schmutz und Staub, die sich gekonnt in der Dunkelheit des Winters versteckt hielten, zeigen sich nun im Sonnenschein in Haus und Wohnung. Höchste Zeit für den Frühjahrsputz! Schnell und gründlich soll das traute Heim wieder glänzen. Dazu gibt es im Supermarkt ein ganzes Arsenal vermeintlich starker und kraftvoller Reinigungsmittel.

Rund 220.000 Tonnen Haushaltsreiniger werden pro Jahr in Deutschland verkauft. Dazu kommen etwa 260.000 Tonnen Geschirrspülmittel. Diese Produkte enthalten oftmals Chemikalien, die Umwelt und Gesundheit unterschiedlich stark belasten können.

Inhaltsstoffe, die Umwelt und Gesundheit belasten können

Zwar sind die in den Reinigungsmitteln enthaltenen Tenside mittlerweile vollständig biologisch abbaubar, so das Umweltbundesamt, doch andere Inhaltsstoffe wie Phosphate, optische Aufheller, Polycarboxylate, Konservierungsmittel, Silicone, Paraffine, Duftstoffe und Farbstoffe sind dagegen häufig biologisch schwer abbaubar. Sie können sich in Organismen und in der Umwelt anreichern, erklärt das Umweltbundesamt. Auch Inhaltsstoffe wie Phosphor- oder Stickstoffverbindungen können problematisch sein, denn sie tragen, so das Umweltbundesamt, zu einer Überdüngung der Gewässer bei.

Deshalb sollten Reinigungsmittel im Idealfall nur geringe Mengen solcher Stoffe beinhalten. Vor allem von chlorhaltigen Sanitärreinigern und WC-Reinigern mit anorganischen Stoffen rät das Umweltbundesamt ab, da sie im Gegensatz zu anderen Reinigungsmitteln die Umwelt stärker belasten sollen. Eine starke anorganische Säure ist zum Beispiel Salzsäure, eine starke anorganische Lauge beispielsweise die Natronlauge. Diese Stoffe gelten als aggressiv und ätzend.

Worauf man verzichten sollte

Außerdem: Statt einem chemischen Abflussreiniger sollte der Abfluss mechanisch, also mit Saugglocke, Bürste oder Spirale gereinigt werden. Einige Reinigungsmittel enthalten neben umweltbelastenden Substanzen auch gesundheitsschädliche Stoffe, die als gefährlich eingestuft werden.

Das Umweltbundesamt warnt vor folgenden Reinigungsmitteln, auf die verzichtet werden sollte:

  • Stark saure oder stark alkalische Reiniger: Sie können bei unsachgemäßer Anwendung zu Hautreizungen oder sogar Verätzungen führen.
  • Flüchtige Lösungsmittel: Sie verschlechtern die Innenraumqualität, heißt es.

Reinigungsmittel sollten deshalb möglichst frei von Lösungsmitteln sein. Außerdem Finger weg von Raumsprays, Duftspendern und anderen „Raumbeduftungsmitteln“, so das Umweltbundesamt. Desinfektionsmittel sieht das Umweltbundesamt ebenfalls kritisch. Sie können sowohl die Atemwege schädigen als auch Allergien auslösen. Verbraucher sollten auf die folgenden Gefahrensymbole achten: Reinigungsmittel mit einem schwarzen Kreuz auf dem Etikett können reizend sein, solche mit dem orangen Gefahrensymbol ätzend.

Wie viele Reinigungsmittel braucht der Haushalt?

Drei bis vier Reinigungsmittel sollten völlig ausreichend für den Frühjahrsputz im gesamten Haushalt sein, so Experten. Dazu gehören Allzweckreiniger, Handspülmittel und Sanitärreiniger mit Zitronensäure. Bei hartnäckigem Schmutz hilft eine Scheuermilch. Wichtig: Bei der Anwendung die Dosierungsanleitung beachten, so belastet man weniger die Umwelt und entlastet die Haushaltskasse.

Umweltfreundliche Produkte

Im Handel oder im Internet findet man problemlos umweltfreundliche Produkte. Das Umweltbundesamt empfiehlt dafür zwei Siegel zur Orientierung: So gelten Reinigungsmittel mit dem EU-Umweltzeichen „Euroblume“ oder mit dem „Blauen Engel“ als besonders umweltfreundlich. Diese Produkte unterliegen bei den eingesetzten Rohstoffen strengen Auflagen hinsichtlich der Verträglichkeit für Umwelt und Gesundheit, so das Umweltbundesamt.
Auch hier gilt: Immer auf die Dosierung auf der Packungsrückseite achten!

Weitere Informationen zu den Umweltzeichen erhalten Sie beim Umweltbundesamt!

Umweltfreundlich Putzen mit Hilfsmitteln

Beim Putzen sollten mechanische Hilfsmittel wie etwa Bürsten, Mikrofasertücher, Fensterabzieher benutzt werden! So spart man Reinigungsmittel! Außerdem gilt: Körpereinsatz lohnt sich. Kräftig schrubben und reiben – so löst sich der Schmutz!

Weitere Tipps für den Alltag:

  • Den Schmutz möglichst immer sofort entfernen.
  • Angebranntes und andere Verschmutzungen an Herd und Backofen vor der nächsten Nutzung entfernen, sonst können sich diese noch stärker einbrennen.
  • Armaturen und Duschen nach der Benutzung abtrocknen, so verhindert man Kalkflecken.
  • Regelmäßig die Kaffeemaschine und den Wasserkocher entkalken, so spart man beim Stromverbrauch, denn eine Kalkschicht behindert die Wärmeabgabe der Heizstäbe an das Wasser, so das Umweltbundeamt.

Alternative: Putzmittel selbst machen

Neben den herkömmlichen Reinigungsmitteln gibt es die Möglichkeit, Reinigungsmittel selbst herzustellen. Dafür braucht man lediglich: Zitronensäure, Soda, Natron, ätherische Öle und Kernseife. Natron zum Beispiel soll ein gutes Reinigungsmittel für Küche und Bad sein: Gemischt mit Soda, Zitronensäure und Kernseife wird es zu einem Allzweckreiniger. Zitronensäure gemischt mit Wasser und etwas Spülmittel wird zu einem Kalkreiniger fürs Bad. Spülmittel kann man aus Kernseife, Wasser, Natron und ätherischen Ölen mischen.

Doch dabei ist Vorsicht geboten, denn man hantiert mit Chemikalien. So können beispielsweise Spiritus, Essigsäure und Natron die Innenraumluft mit Dämpfen belasten und die Atemwege reizen, deshalb gilt: Immer gut lüften. Außerdem immer nur mit Handschuhen und Schutzbrille arbeiten. Ebenfalls wichtig: Lackierte Stoffe, Kunststoffe oder Steinfußböden können empfindlich reagieren oder beschädigt werden. Achtung: Wenn das selbstgemachte Putzmittel in einen Behälter abgefüllt wird, sollte der Behälter unbedingt genau mit allen Inhaltsstoffen beschriftet werden. Denn es droht Verwechslungsgefahr mit Lebensmitteln.

Umweltfreundlich Waschen

Jährlich werden in Deutschland etwa 630.000 Tonnen Waschmittel verbraucht! Auf jeden Einwohner kommt damit fast acht Kilogramm Waschmittel im Jahr! Hinzukommen etwa 220.000 Tonnen Weichspüler und andere Waschhilfsmittel.
Umweltfreundliche Waschmittel, so das Umweltbundesamt, gibt es nicht. Denn jedes Waschmittel enthält wohl biologisch nicht leicht oder nicht vollständig abbaubare Stoffe und auch Substanzen, die Gewässerorganismen schädigen oder sich in der Umwelt anreichern.

Trotzdem kann man einiges dafür tun, umweltfreundlich zu waschen: Die Waschmaschine immer voll beladen und entsprechend des Verschmutzungsgrades dosieren, empfiehlt das Umweltbundesamt.

„Wird auf der Packung zwischen ‚leicht‘, ‚normal‘ und ‚stark verschmutzter‘ Wäsche unterschieden, genügt für Wäsche im Haushalt meist die Dosierung für leicht oder normal verschmutzt. Überdosierung bringt kein besseres Waschergebnis, sondern nur höhere Kosten und Umweltbelastung“, so das Umweltbundesamt. Außerdem wichtig: Die Dosierung entsprechend der Wasserhärte wählen. Für den Wasserhärtebereich „weich“ lediglich die geringste Waschmittelmenge verwenden, für „mittel“ bis „hart“ kann man etwas mehr Waschmittel verwenden. Je weicher das Wasser also, desto weniger Waschmittel ist nötig.

Energie sparen, Umwelt entlasten!

Mit Baukastensystemen oder Kompakt- und Superkompaktwaschmitteln im Tandemsystem erspart man der Umwelt Chemikalien, rät das Umweltbundesamt. Flüssigwaschmittel sollen übrigens Kläranlagen und Gewässer wegen des höheren Tensidgehalts stärker belasten als Kompaktpulver. Den Energieverbrauch kann man senken, in dem man statt eines 60°C-Waschgangs das 30°C – oder 40°C-Waschprogramm nutzt. Ebenfalls verzichtbar: Der Vorwaschgang. Kochwäsche sollte die Ausnahme sein, beispielsweise bei ansteckenden Krankheiten. Und: möglichst wenig Weichspüler verwenden!

Tipp: Wer umweltbewusst Waschmittel einkaufen möchte, sollte sich auf der Verpackung die Angaben zur Ergiebigkeit ansehen: Produkte mit hoher Ergiebigkeit erfordern nur eine geringe Dosierung pro Waschgang. So gelangen durch den Einsatz hoch konzentrierter und damit sehr ergiebiger Waschmittel entsprechend weniger Waschmittelchemikalien in die Abwässer und anderen Gewässer als bei der Verwendung herkömmlicher Waschmittel, so das Umweltbundesamt.

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