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Wenn Kinder einen Job haben

Verbraucher | WISO - Wenn Kinder einen Job haben

Ob Führerschein, neue Spielekonsole oder Urlaub mit Freunden - Kinder und Jugendliche haben viele Wünsche, die sich von ihrem eigenen Geld erfüllen wollen oder müssen. Was man dabei beachten sollte, verrät der WISO-Tipp.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.07.2019, 19:25

Schicke Sneaker - das neueste Smartphone - ein eigener Führerschein. Wenn die Ansprüche im Leben eines Teenagers den Rahmen des Taschengeldes mal wieder sprengen, muss ein Nebenjob her. Mindestens jeder fünfte Jugendliche bessert mittlerweile so sein Taschengeld auf.

Erlaubt ist das, mit Zustimmung der Eltern, grundsätzlich bereits für Kinder ab 13 Jahren. Allerdings gelten hier strenge gesetzliche Vorschriften hinsichtlich der Arbeitsdauer, der Arbeitszeit und des Verdiensts – das so genannte Kinderarbeitsschutzgesetz besagt:

Kinder unter 13 Jahren dürfen in Deutschland nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen arbeiten. 13- und 14-Jährige dürfen leichte Aushilfsarbeiten machen – und zwar maximal 2 Stunden pro Tag, nicht morgens vor dem Unterricht und nur bis 18 Uhr. Achtung: Das gilt auch für alle Schüler in der 9. Klasse - selbst, wenn sie schon 15 sind, da sie noch „vollzeitschulpflichtig“ sind. Ab 15 dürfen Jugendliche dann zusätzlich Ferienjobs annehmen – und zwar max. 4 Wochen pro Jahr.

Aber welcher Job ist gesetzeskonform – also eine leichte Aushilfstätigkeit?

Gartenarbeit, mit Hunden Gassi gehen, Babysitten oder jüngeren Schülern Nachhilfe geben: All das sind Aushilfsjobs bei Privatleuten, die Kinder gut machen können – und auch dürfen. So lange Ihr Kind nur ab und zu bei den Nachbarn den Rasen mäht und dafür ein paar Euro auf die Hand bekommt, geht der Job als Gefälligkeit durch.

Aber Achtung: Sobald ein Kind eine solche Tätigkeit regelmäßig gegen Geld erledigt, sollte der Job als Minijob angemeldet werden. Sie bewegen sich ansonsten in einer Grauzone zur Schwarzarbeit.

Ein weiterer beliebter Job bei Kindern ab 13: Zeitung austragen!

Wichtig: Als Eltern sollten Sie immer auf einem Vertrag mit dem Arbeitgeber Ihres Kindes bestehen - selbst in einem privaten Anstellungsverhältnis. Darin sollte aufgeführt sein: Die Tätigkeitsbeschreibung, die Arbeitszeiten und der Stundenlohn.

In der Regel sind Zeitungszusteller als Minijobber angemeldet, da sie nicht mehr als 450 € pro Monat verdienen. Allerdings: Bei minderjährigen Schülern greift der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 € nicht. Minijobber zahlen keine Sozialabgaben und Steuern - und Schüler bleiben weiterhin in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert.

Angemeldet?

Achten Sie darauf, dass der Job auf jeden Fall auf Ihr Kind angemeldet ist: Denn falls bei der Ausübung des Jobs ein Unfall passiert, wäre Ihr Kind unfallversichert. Und auch für die Ferien gibt es klare gesetzliche Regelungen mit den jeweiligen Arbeitgebern: Wer als 13-16-Jähriger einmal die Woche arbeitet, hat einen Anspruch auf 5 Tage bezahlten Urlaub pro Jahr.

Unsere Zusammenfassung: Wenn auch Ihr Kind nebenher arbeitet – das sollten Sie als Eltern wissen:

Ihr minderjähriges Kind benötigt immer Ihr Einverständnis, um ein Arbeitsverhältnis einzugehen. Verlässliche Arbeitgeber sollten eine solche Einverständniserklärung der Eltern auch einfordern. Regelmäßige Jobs sollten offiziell angemeldet sein! Als Minijobber ist Ihr Kind unfallversichert und bleibt mit Ihnen in der Krankenversicherung familienversichert!

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