WISO-Tipp: Work & Travel

Worauf achten beim Arbeiten auf Auslandsreisen

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Kellnern in Melbourne, dann surfen vor der Küste Sydneys. Skilifte in den Rocky Mountains betreuen und dann Kanufahren auf dem Ontariosee in Kanada. Das ist Work & Travel – Arbeiten und Reisen. WISO verrät, worauf man dabei achten muss.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.08.2018, 19:25

Nach dem Abitur oder der Ausbildung zieht es viele junge Menschen Richtung Australien, Südamerika oder Kanada. Die monatelange Auszeit unterwegs ist teuer. Aber das sogenannte Working Holiday Visum ermöglicht es, sich die Reise mit Aushilfsjobs zu finanzieren. Für wen das geeignet ist und worauf Sie beim Arbeiten auf Auslandsreisen achten sollten: in unserem WISO-Tipp!

Working Holiday Visum

Um auf Reisen arbeiten beziehungsweise Geld verdienen zu dürfen, benötigt man außerhalb der Europäischen Union in aller Regel ein spezielles Visum. Mit insgesamt elf Staaten hat die Bundesrepublik Deutschland spezielle Absprachen getroffen, die es jungen Menschen ermöglicht, für maximal zwölf Monate im Partnerland leben und arbeiten zu dürfen. Für Australien, Argentinien, Chile, Hongkong, Israel, Japan, Neuseeland, Südkorea, Taiwan und Uruguay gilt das sogenannte Working Holiday Programm. Für Kanada gibt es ein ähnliches Programm: Das Youth Mobility Canada Program.

Voraussetzungen für ein Working Holiday Visum

Ein solches Working Holiday Visum ist in der Regel für junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren erhältlich. Ausnahmen: Kanada und Taiwan – hier darf man maximal 35 Jahre alt sein. Das Visum müssen Sie selbst bei der jeweiligen Botschaft beantragen. Es kostet zwischen 0 Euro in Japan und 300 Euro in Australien.

Beachten Sie: Die Länder unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der Kosten, sondern auch hinsichtlich der Voraussetzungen für ein solches Visum. Um ein Working Holiday Visum für Uruguay zu bekommen, müssen Sie beispielsweise ein Führungszeugnis und eine ärztliche Gesundheitsbescheinigung nachweisen, „aus der hervorgeht, dass die Person an keinerlei gesundheitlichen Einschränkungen oder Krankheiten leidet, die einen Aufenthalt in Uruguay verhindern könnten“, so die Vorgabe der Botschaft von Uruguay.

Die meisten Länder setzen voraus, dass Sie ein finanzielles Polster von 2.000 bis 3.500 Euro nachweisen können, damit Ihr Lebensunterhalt und der Rückflug sicher finanziert sind. Als Nachweis gilt in der Regel ein Kontoauszug, der auf Verlangen vorgezeigt werden muss.

Weitere Infos zu den spezifischen Voraussetzungen und zum Visums-Prozess finden Sie in unserer Linkliste, mit der Sie direkt auf die Webseiten der jeweiligen Staaten bzw. der jeweiligen Botschaften in Deutschland gelangen (Stand: 08.08.2017):

Work & Travel über eine Agentur

Einen Work & Travel-Aufenthalt kann man von Deutschland aus eigenständig über das Internet vorbereiten oder mithilfe spezieller Agenturen. Diese kümmern sich um Flüge, Ansprechpartner vor Ort oder auch Zugänge zu Jobportalen. Dieser Service kostet je nach Umfang zwischen 300 und 2.000 Euro. Tipp: Angebote genau vergleichen und Preis-Leistungs-Verhältnis abwägen!

Auf der Webseite „Raus von zuhaus“ hat die Initiative Eurodesk zahlreiche Infos rund ums Thema Auslandsaufenthalt zusammengestellt. Unter anderem finden Sie dort eine umfangreiche Programmdatenbank, in der Sie Agenturen finden können, die auf Work & Travel spezialisiert sind.

Link: rausvonzuhaus.de

Eurodesk ist vom Bundesfamilienministerium und der Europäischen Kommission gefördert und agiert daher völlig neutral und unabhängig.

Welche Versicherungen sind wichtig?

Wichtig: Sie brauchen für Work & Travel eine Auslandskrankenversicherung! Auch eine Haftpflichtversicherung, die Sach- und Personenschäden versichert, ist zwingend notwendig. Traveller, die noch in Ausbildung sind, sind häufig noch mit den Eltern versichert. Sie sollten trotzdem prüfen, ob längere Auslandsaufenthalte mitversichert sind. Infos hierzu finden Sie in der Police oder bei Ihrem Versicherungsberater. Wichtig zudem: Die Deckungssumme sollte mindestens drei Millionen Euro betragen.

Eine zusätzliche Unfallversicherung ist kein Muss, aber empfehlenswert für alle, die Sport und Action planen. Achtung: Vor Abschluss unbedingt prüfen, ob geplante Sportarten wie Surfen oder Klettern enthalten sind. Auch der Rücktransport nach Deutschland sollte versichert sein!

Was gehört ins Gepäck?

Lebenslauf und Zeugnisse in jedem Fall schon zuhause in die Landessprache übersetzen und mitnehmen. Tipp: Die wichtigen Unterlagen wie Zeugnisse, Visum, Pass, Versicherungspolicen, Adressen und Telefonnummern kopieren und einscannen. Am besten einen Stapel der Kopien zuhause bei der Familie lassen und die Scans in einer Cloud speichern! So hat man jederzeit Zugriff.

Außerdem sollte jeder Reisende eine oder besser gar zwei Kreditkarten dabei haben. Tipp: Einige Anbieter haben spezielle Reise-Kreditkarten im Portfolio, mit denen man weltweit kostenlos Bargeld abheben kann.

Empfehlenswert sind außerdem ein Laptop oder Tablet. Solche mobilen Geräte können vor allem hilfreich sein, um mit Zuhause zu kommunizieren und, um mit künftigen Arbeitgebern in Kontakt zu kommen. Videotelefonie, E-Mail und soziale Netzwerke sind wichtige Hilfsmittel für Backpacker.

Anspruch auf Kindergeld verfällt

Die Eltern vieler Traveller beziehen bis zum Start der Reise ihrer Kinder noch Kindergeld. Viele Reisende sind erst zwischen 18 und 25 Jahren alt und waren bis vor kurzem noch Schüler, Auszubildende oder Studierende.

Mit Beginn des Work & Travel-Abenteuers verfällt in aller Regel jedoch der Anspruch auf Kindergeld. Und zwar, weil eine wichtige Voraussetzung wegfällt: Die Traveller machen während der Reise keine Ausbildung. Gegenüber der Familienkasse müssen die Eltern regelmäßig den Kindergeldanspruch geltend machen, indem sie anhand eines Ausbildungsvertrags oder einer Immatrikulationsbescheinigung den Status ihrer Kinder nachweisen. Da Aushilfsjobs im Ausland als Erntehelfer oder Servicekraft in aller Regel nicht zur Ausbildung gehören, kann das Kindergeld auch nicht weiter gezahlt werden.

Eine Ausnahme kann im Einzelfall ein längerer Sprachkurs während der Reise sein, der gegenüber der Familienkasse als Bestandteil der Berufsausbildung deklariert werden kann. Hier gilt: Die Familienkasse entscheidet! Besser frühzeitig Kontakt aufnehmen und mit dem zuständigen Sachbearbeiter austauschen!

Weitere Infos rund ums Kindergeld: Link: arbeitsagentur.de

Steuer- und Sozialversicherungsnummer

Wichtig: Vor der Jobsuche im Reiseland eine Steuernummer und eine Sozialversicherungsnummer beantragen sowie ein Konto eröffnen! Tipp: In vielen Ländern kann man sich am Ende der Reise gezahlte Steuern teilweise zurückholen, wenn man vor Ort noch eine Steuererklärung macht!

Typische Backpacker-Jobs sind Aushilfsjobs in der Gastronomie, im Tourismus, in der Landwirtschaft. Erfahrene Traveller raten: Am besten direkt zu den Farmen, Restaurants oder Hotels gehen, sich vorstellen und nach freien Stellen fragen. Das klappt überraschend häufig! Außerdem: In Australien gibt es Job-Agenturen, die auf Backpacker spezialisiert sind. In Kanada sucht man bei Jobmessen, sogenannten „jobfairs“. Working Hostels bieten Unterkunft und Jobvermittlung in ländlichen Gebieten in einem. Tipp: Vorher unbedingt Bewertungen lesen und niemals den Pass dem Hostel überlassen!

Achtung: Bei Aushilfsjobs gibt es meistens keinen Arbeitsvertrag. Tipp: Vom Arbeitgeber eine schriftliche Bestätigung einfordern, in der Lohn und Arbeitszeit festgehalten sind. Außerdem: Die geleisteten Stunden vom Arbeitgeber quittieren lassen.

Alternativen zu klassischem Work & Travel

Work & Travel ist nicht die einzige Option, um ein fremdes Land zu erkunden, eine Sprache zu lernen und Arbeitserfahrungen im Ausland zu sammeln. Im Gegenteil: Den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. In unseren Infokästen finden Sie weiterführende Links und Beispiele (selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

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