Sie sind hier:

Wohnen im Alter: Welche Wohnform ist die richtige?

Betreutes Wohnen, Senioren-WG, Mehrgenerationenhaus

von Sina Groß

Wie und wo möchte man im Alter leben? Viele Senioren lehnen das herkömmliche Pflegeheim ab und möchten möglichst lange selbstbestimmt leben. Diese alternativen Wohnformen gibt es. Die Vor- und Nachteile.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:

Betreutes Wohnen

Betreutes- oder Service-Wohnen eignet sich für Senioren, die in einer eigenen Wohnung leben und im Notfall schnell und zuverlässig Hilfe zur Verfügung haben möchten. Bei Einzug in eine betreute Wohnanlage müssen sie in der Lage sein, ihren Haushalt eigenständig zu führen.

Die dortige persönliche Betreuung kann den Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim überflüssig machen oder zumindest hinausschieben. Denn im Notfall stehen neben dem Grundservice alle Hilfen zur Verfügung.

  • Das kann eine Putzhilfe im Alltag sein
  • oder ambulante Pflege im Fall einer Erkrankung.

Was in der Wohnanlage dabei sein sollte

  • Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Wohnanlage möglichst zentrumsnah ist, ruhig gelegen und nicht zu groß.
  • Sie sollte auch barrierefrei sein und den Kontakt zwischen den Bewohnern erleichtern.
  • Zudem sollten Gemeinschaftseinrichtungen wie ein Café, Räume für Freizeitaktivitäten und Trockenräume zur Anlage gehören.
  • Wichtig sind auch Freiflächen mit Sitzgelegenheiten sowie Bänke im Hof oder Garten, die zu einem spontanen Schwatz mit den Nachbarn einladen.

Wohnung vergleichen und Probe wohnen

Geben Sie sich bei der Auswahl der Einrichtung nicht mit den Informationen des Anbieters zufrieden. Besichtigen Sie die Anlage mehrmals und erkunden Sie das Umfeld. Sprechen Sie mit potenziellen Nachbarn und vergleichen Sie die Wohnung mit ähnlichen Angeboten. Wohnen Sie, falls möglich, ein bis zwei Wochen zur Probe.

Was muss in den Betreuungsvertrag?

Der Betreuungsvertrag sollte die Leistungen, die in der Grundpauschale enthalten sind, genau auflisten und beschreiben. Manche Einrichtungen bieten Wahlleistungen in Form von Dienstleistungspaketen an. Achten Sie darauf, dass diese Ihren Bedürfnissen entsprechen. Ebenso wichtig ist es, vor dem Einzug den Umfang an Pflegeleistungen und die Kosten abzuklären. Ob Sie dauerhaft bleiben können, hängt von der angebotenen Pflege und der Schwere der Pflegebedürftigkeit ab.

Senioren- oder Pflege-WG

In einer Senioren-Wohngemeinschaft wohnen ältere Menschen zusammen, die entweder bereits in Rente oder kurz davor sind. Die Bewohner teilen sich eine Wohnung oder ein Haus und Gemeinschaftsräume wie etwa eine großen Küche oder einen Garten. Üblicherweise ziehen die Bewohner zusammen, wenn sie noch agil sind. Wird einer von ihnen pflegebedürftig, übernimmt meist ein professioneller Pflegedienst die Betreuung.

Betreute Wohngemeinschaft

Es gibt auch betreute Wohngemeinschaften, in der hilfe- oder pflegebedürftige ältere Menschen zusammenleben: so genannte Pflege-WGs. Das Alltagsleben spielt sich im Gemeinschaftswohnzimmer und in der Küche ab. Jeden Tag kommen Betreuer ins Haus, die die Gruppe beim Kochen, in der Haushaltsführung und bei Gemeinschaftsaktivitäten unterstützen. Bei Bedarf werden ambulante Pflegedienste engagiert. Die Bewohner erleben einen möglichst normalen, selbstbestimmten Alltag und werden verlässlich betreut.

Gegründet werden Pflege-WGs häufig von kleineren Organisationen wie ambulanten Pflegediensten, aber auch von Angehörigen. Da die Wohnform in der Regel nicht dem Heimgesetz unterliegt, können Ausstattung und Personaleinsatz selbst bestimmt werden. Die Bewohner haben ganz normale Mietverträge. Betreuer und Pfleger sind Dienstleister.

Diese Kosten fallen an

Es fallen Kosten an für Miete, Haushaltsgeld, die Betreuung durch Präsenzkräfte und die individuelle Pflege. Da Pflege-WGs sozialrechtlich als eigener Haushalt gelten, gelten die Pflegesätze für ambulante Betreuung.

Wer sich für Senioren- oder Pflege-WGs interessiert, sollte Kontakt zu ambulanten Pflegediensten, Sozialstationen oder der Wohlfahrtspflege aufnehmen und nach bereits bestehenden Projekten fragen oder sich beraten lassen.

Mehrgenerationenhäuser

In Mehrgenerationenhäusern leben je nach Konzept ältere und jüngere Menschen, körperlich beeinträchtigte oder auch nicht körperlich beeinträchtigte zusammen in Miet- oder Eigentumswohnungen, einem Haus oder in einer Wohnanlage. Meist bewohnt jede Partei eine eigene, abgeschlossene Wohnung. Die Gemeinschaftsräume sind allen gleichermaßen zugänglich. Sie eignen sich für offene, kontaktfreudige Menschen, die sich in eine Gemeinschaft einbringen wollen. Beim Einzug sollten sie noch nicht pflegebedürftig sein.

Viele hoffen in gemeinschaftlichen Wohnprojekten auf gegenseitige Hilfe und Unterstützung. Vor allem die Älteren wünschen sich, auch dann in der Gemeinschaft wohnen bleiben zu können, wenn sie einmal pflegebedürftig werden. Die meisten Bewohner planen, professionelle Kräfte hinzuzuziehen, wenn eine Pflege dauerhaft nötig wird.

Kosten für Bewohner

Die Bewohner zahlen in der Regel eine ortsübliche Miete und müssen teils Anteile an einer Baugenossenschaft kaufen. Mehrkosten entstehen vor allem für Gemeinschaftsräume und -flächen, wenn diese nicht öffentlich gefördert oder auf andere Weise subventioniert werden. Das Zusammenleben hilft jedoch sparen: So können Waschmaschinen, Werkzeuge oder Autos gemeinsam angeschafft und genutzt werden. Ältere Bewohner können sich die Kosten für Hilfsdienste oder ambulante Pflege teilen.

Es ist wichtig, früh mit der Suche nach einem geeigneten Wohnprojekt anzufangen. Bis Sie einen Platz finden oder ein geeignetes (mit-) realisieren, können mehrere Jahre vergehen.

Mehr zum Thema

Zuhause alt werden

Gesellschaft | Re - Zuhause alt werden

Zuhause wohnen bleiben: ein Herzenswunsch fast aller Senioren.

Leben in einer Demenz-WG

Verbraucher | Volle Kanne - Leben in einer Demenz-WG

Wie Demente und Angehörige gemeinsam den Alltag bestreiten.

Videolänge:
13 min
Marcus Niehaves mit Heimbewohnerinnen sitzen im Gemeinschaftsraum eines Heimes

Verbraucher | WISO - Wenn Eltern alt werden

Mama und Papa können nicht mehr wie früher. Was dann?

Videolänge:
43 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.