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Gefahren im Haushalt für Kinder

Kindersichere Umgebung in der Wohnung schaffen

von Ulrike Pia Stegemann

Zweidrittel aller Unfälle von Kleinkindern passieren im häuslichen Umfeld. Alltagsgegenstände wie heiße Herdplatten, giftige Pflanzen stellen im Haushalt oftmals eine Gefahrenquelle für Kinder dar. Wie Sie zuhause eine kindersichere Umgebung schaffen.

5 min
5 min
15.03.2021
15.03.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.03.2023

Während die Kleinen neugierig auf Entdeckungstour gehen, haben wir Erwachsenen nicht immer einen Blick dafür, was sich auf Augenhöhe des Nachwuchses befindet.

Doch gerade Zuhause gilt es besonders aufmerksam zu sein, denn Zweidrittel aller Unfälle von Kleinkindern passieren im häuslichen Umfeld.

Haus kindersicher machen

Die gute Nachricht: Es ist nicht notwendig, die Wohnung zu 100 Prozent abzusichern. Das Kind soll so früh wie möglich ein Risikobewusstsein entwickeln. Der wichtigste Faktor beim Thema Kindersicherheit ist also, zu erkennen, wo Risiken in den eigenen vier Wänden lauern. Dabei ist es am besten, sich auf die Augenhöhe des Kindes zu begeben und durch die Wohnung zu krabbeln. So entdeckt man, was die Augen des Kindes sehen und was die kleinen Hände alles erreichen können.

Ebenfalls wichtig: der individuelle Charakter des Kindes. Klettert das Kind gerne auf Möbel, stellt Elektrizität eine große Anziehungskraft dar oder wird alles erst einmal in den Mund genommen? Diese unterschiedlichen Vorlieben und Verhaltensweisen des Kindes sollten immer im Hinterkopf behalten werden, wenn die Wohnung kindersicher gemacht wird.

Die kindersichere Küche

Die größte Gefahr in der Küche stellen heiße Lebensmittel und Küchengeräte dar. So kann der heiße Backofen und Herd, spritzendes Fett oder auch der Wasserkocher schnell zu Verbrühungen oder Verbrennungen führen. Mit diesen Tipps verringern Sie die Gefahr:

  • Kochen Sie, wenn möglich, auf den hinteren Herdplatten!
  • Die Griffe von Pfannen und Töpfen immer nach hinten drehen!
  • Ein Herdschutz zum Ankleben schützt das Kind sowohl vor den heißen Platten als auch vor Nudelwasser oder spritzendem Fett.
  • Elektrische Küchengeräte wie etwa der Wasserkocher sollten immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufgestellt und die Kabel aufgerollt werden.
  • Achtung vor Spülmaschinen-Tabs und Putzmittel: Bei Verschlucken droht Vergiftungsgefahr. Alle Utensilien ganz oben in einem Regal oder Schrank sammeln, der für Kinderhände nicht erreichbar ist!

Das Kinderzimmer sichern

Das eigene Reich des Kindes sollte ebenfalls genau betrachtet werden, denn hier wird früher oder später unbeaufsichtigt gespielt und geschlafen. Unsere WISO-Tipps:

  • Tische und Stühle sollten nie direkt ans Fenster gestellt werden. Das Kind könnte hier drauf klettern und somit leichter ans Fenster kommen, sodass die Gefahr besteht, dass es herausfällt.
  • Damit kein Sturz aus dem Fenster droht, sollten die Griffe mit einem Fensterschutz abgesichert werden. Dieser erschwert die Öffnung des Fensters, sodass es nur noch von Erwachsenen geöffnet werden kann. Hier gibt es verschiedene Produkte zum Anschrauben oder Einhaken.
  • Steckdosen unbedingt absichern, am besten mit einer Kindersicherung zum Schrauben!
  • Lampen und Regale, wenn möglich, an der Wand oder Decke befestigen! Stehlampen oder freistehende Regale sollten vermieden werden, es droht Kippgefahr.
  • Die Rohre der Heizung werden sehr heiß und befinden sich auf direkter Höhe eines Kleinkindes: unbedingt isolieren! Dies ist gerade bei älteren Heizkörpern wichtig!

Das kindersichere Badezimmer

Das wichtigste vorweg: Lassen Sie Ihr Kind nie unbeaufsichtigt baden oder spielen! Bei Kleinkindern droht auch bei wenig Wasser die Gefahr des Ertrinkens. Ansonsten gilt:

  • Spitze Gegenstände (z.B. Nagelfeilen oder Rasierklingen), Kosmetika und Medikamente ganz oben im Schrank aufbewahren! Es besteht akute Vergiftungsgefahr!
  • Sind elektrische Geräte (z.B. Föhn) nicht in Gebrauch: Immer den Stecker ziehen und das Kabel aufrollen!
  • Die Haut von Kleinkindern ist viel dünner als die eines Erwachsenen und sehr empfindlich, weswegen zu heißes Wassereine große Unfallgefahr darstellt. Die optimale Wassertemperatur beträgt 36-38 Grad Celsius. Kontrollieren Sie diese am besten mit einem Badethermometer!
  • Im Badezimmer gibt es oft Stürze, denn feuchte Fließen werden schnell rutschig. Hier hilft eine rutschhemmende Unterlage.

Generelle Tipps

  • Besuchen Sie spezielle Kurse für Erste-Hilfe bei Kindernotfällen, zum Beispiel bei Rettungsorganisationen oder Volkshochschulen!
  • Wasch- oder Reinigungsmittel enthalten Tenside. Hat ein Kind diese verschluckt, sollte es nicht erbrechen. Rufen Sie den bundesweiten Notruf: 112!
  • Die App „BfR-Vergiftungsunfälle“ klärt auf, informiert und hat die integrierte Möglichkeit den Giftnotruf zu wählen.
Kind und Pflanzenvergiftung
Bei Pflanzenvergiftung richtig reagieren
Quelle: ZDF
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