Deutscher Zukunftspreis 2009

Bundespräsident verleiht Preis für ein Medikament gegen Trombose

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In den Industrieländern sind Thrombosen - Blutgerinnsel, die die Gefäße verstopfen - eine der häufigsten Todesursachen. Die Peisträger fanden eine wirkungsvolle und unkomplizierte Therapie gegen diese gefährliche Erkrankung.

Beitragslänge:
44 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.12.2022, 23:59

Bundespräsident Horst Köhler hat in der Max-Taut-Aula in Berlin den mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis 2009, den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, an Dr. med. Frank Misselwitz, Dr. med. Dagmar Kubitza und Dr. rer. nat. Elisabeth Perzborn verliehen.

Mit ihrem Projekt Thrombosen verhindern - eine Tablette kann Leben retten haben sich die Forscher der Bayer Schering AG in Wuppertal gegen zwei weitere hervorragende Projekte durchsetzen können, die die Jury für die Endrunde nominiert hatte.

Das Feingefühl nicht verloren

In den Industrieländern sind Thrombosen - Blutgerinnsel, die die Gefäße verstopfen - eine der häufigsten Todesursachen. Die drei ausgezeichneten Forscher und ihre Teams fanden eine wirkungsvolle und unkomplizierte Therapie gegen diese gefährliche Erkrankung. Sie haben ein neuartiges Medikament entwickelt, das sich durch einen sehr effizienten Wirkmechanismus auszeichnet und das von den Patienten in Tablettenform eingenommen werden kann.

Grundlage dieser Innovation ist der bei der Bayer Schering Pharma AG identifizierte Wirkstoff Rivaroxaban, der selektiv und gezielt in die biochemischen Abläufe während der Blutgerinnung eingreift. Maßgeblich für die Thrombosenbildung ist das Enzym Faktor Xa, es steuert die Bildung des Enzyms Thrombin. Dieses spaltet Fibrinogen zu Fibrin – dem „Klebstoff“ der Blutgerinnung. Indem er die Aktivität des Faktor-Xa-Enzyms hemmt, verringert der Wirkstoff Rivaroxaban das Thromboserisiko. Wichtig ist, dass er die Blutgerinnung nicht völlig verhindert, sodass der Körper weiterhin Blutungen, etwa nach einer Verletzung oder einer Operation, stoppen kann.

Einfachste Anwendung

Rivaroxaban hat in Studien nicht nur eine höhere Wirksamkeit gezeigt als die bisherige Standardtherapie – bei vergleichbarem Sicherheitsprofil –, der Wirkstoff ermöglicht auch eine einfachere Anwendung: Die Patienten können ihn einmal täglich als Tablette einnehmen, während konventionelle Präparate für die Kurzeitanwendung gespritzt werden müssen. Auch eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes, zum Bespiel während der oralen Langzeit-Standardtherapie, sowie eine Anpassung der Dosis an Alter, Körpergewicht und Geschlecht des Patienten sind bei einer Behandlung mit Rivaroxaban nicht erforderlich.

Rivaroxaban ist unter dem Markennamen Xarelto® in der EU und anderen Ländern zur Vorbeugung venöser Thromboembolien bei erwachsenen Patienten nach elektiven Hüft- oder Kniegelenksersatzoperationen zugelassen. Weitere Zulassungen, etwa zur Behandlung von Venenthrombosen oder Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern, sollen folgen.

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