Adventszauber

Spurensuche im Schnee

Wissen | Leschs Kosmos - Adventszauber

Harald Lesch mit einem Kommentar zum Thema Advent.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.12.2019, 00:00

Viele Tiere haben erstaunliche Anpassungen an die Eiseskälte rauer Winter entwickelt, die ihnen das Überleben sichern. Dabei hilft ihnen oft sogar der Schnee. Dass der fällt und uns eine weiße Weihnacht beschert, darauf mag sich der Mensch längst nicht mehr verlassen: In Österreich soll eine Art künstliche Wolke schon bald Pulverschnee auf Skihänge zaubern.

Warum sind Schneekristalle so wunderbar symmetrisch, und weshalb gleicht keiner dem anderen? Und stammt der Weihnachtsmann aus der Türkei? Harald Lesch zeigt die Wissenschaft hinter dem Wintermärchen. Er geht den Rätseln der stillen Zeit mit wissenschaftlichem Blick auf den Grund, mitunter aber auch mit einem Augenzwinkern.

Überleben im Schnee

Gemsen im Winter
Instinkt und Erfahrung schützen Gemsen vor Lawinen.

Mit Kälte und Nahrungsmangel im Winter kommen nur Tiere mit besonderen Fähigkeiten klar, wie beispielsweise Gämsen. Ihr Fell ist im Winter besonders lang und dicht. Es schützt sie selbst bei minus 30 Grad Celsius. Verblüffende Verhaltensmuster sichern den Gämsen das Überleben in den winterlichen Alpen: Wenn viel Schnee Gras und Kräuter bedeckt, wird die Futtersuche schwierig. Sind Nadeln und Triebe in geringeren Höhen weggeknabbert, müssen die Tiere die Berge hinauf. Sie suchen Hänge, von denen der Schnee abrutscht oder vom Wind weggeblasen wird. Freigewehte Grasbüschel sind zwar gefroren, doch gleich daneben scharren die Gämsen die dünne Schneeschicht weg. Darunter finden sie Gras, das vor dem Frost geschützt war.

Um an diese hochgelegenen Futterplätze zu kommen, müssen die Tiere aber lawinengefährdete Hänge überqueren. Trotz der enormen Gefahr werden erstaunlich wenige Gämsen Opfer von Lawinen. Das hat einen Grund: Gelangt ein Gämsenrudel an einen lawinengefärdeten Hang, geht eine ältere und erfahrene Gams voraus. Ihr Instinkt führt sie auf eine sichere Route. Erst wenn die Leitgams die Gefahrenzone durchquert hat, folgen die anderen Tiere der Gruppe. Einzeln begeben sich die Gämsen nun auf denselben Pfad. Auf diese Weise wird die Schneedecke weniger stark belastet. Zusätzlich verringern die Tiere das Risiko, dass eine Lawine das ganze Rudel mitreißt.

Schnee als Schutzschild

Lemming unter Schneedecke
Die Schneedecke hält warm und schützt vor Feinden.

Für viele Tiere ist der Winter eine echte Herausforderung. Für die Lemminge sind Sommer und Herbst schwierige Zeiten, denn sie haben viele Feinde. Die Wühlmäuse aus dem hohen Norden sind zum Beispiel die Leibspeise von Schneeeulen. Im Winter wendet sich das Blatt. Unter dem Schnee sind die Nagetiere vor den scharfen Augen ihrer Feinde sicher. Für die Lemminge beginnt nun die Hochsaison. In Hohlräumen unter der Schneedecke bauen sie ihr Winternest. Im Schutz des langen Nordwinters bekommen sie mehrmals Junge. Und das, obwohl sie sich jetzt nur von dem spärlichen Grün ernähren können. Die weiße Pracht wirkt wie eine Dämmschicht. Frisch gefallener Schnee enthält bis zu 90 Prozent Luft. Der hohe Luftanteil sorgt dafür, dass Schwankungen der Außentemperatur nur allmählich in den Schnee eindringen. Deshalb lässt es sich unter einer dicken Schneedecke gut leben.

Rotfuchs steckt mit Kopf in Schneedecke
Der Rotfuschs findet trotz der Schneedecke seine Beute.

Das gilt auch für manche Bewohner der Alpen. Eine Schneedecke von 60 Zentimetern und mehr beschert hier Schneemäusen eine wohnliche Umgebung. Sie sind damit vor harschen Außenbedingungen komplett geschützt. Selbst wenn die Temperatur draußen auf minus 30 Grad absinkt, herrschen unter dem Schnee noch um die null Grad. Doch vor manchen Feinden sind die Mäuse selbst unter der geschlossenen Schneedecke nicht sicher. Der Rotfuchs mit seinem exzellenten Hörsinn kann ihnen selbst jetzt noch gefährlich werden. Er folgt den Gängen der Nager nach Gehör und blitzschnell springt der Fuchs kopfüber in die weiße Pracht und schnappt sich seine Beute. Wenn der Schnee an der Oberfläche antaut und dann wieder gefriert, stößt sich der Fuchs seine Schnauze an. Verharschter Schnee bietet den Mäusen einen exzellenten Schutz.

Rätselhafte Begegnung über den Wolken

Auf einem Militärstützpunkt in Florida startet 2008 eine Trainingsmaschine zu einem Routineflug. In 450 Metern Höhe gibt es eine Kollision, doch dem Piloten gelingt es, die Maschine sicher zu landen. Die darauf folgende Untersuchung durch ein Washingtoner Forschungslabor, das alle Vogelschlagunfälle des Militärs unter die Lupe nimmt, sorgt für Aufregung: Das Blut von der Einschlagstelle stammt nicht von Vögeln, sondern von einer Art Hirsch. Die Fantasie der Ermittler beginnt zu blühen: Es war wenige Tage nach Weihnachten – könnte der Unfall ein fliegendes Rentier getroffen haben, vielleicht auf dem Weg zurück nach Hause?

Aasgeier mit Knochen
Aasgeier sorgten für große Verwirrung.

Die Ermittler stehen vor einem Rätsel. Noch einmal wird der Abstrich von der Einschlagsstelle genau untersucht. Tatsächlich finden die Ermittler hier eine neue Spur – eine so genannte Barbula: Eine Feder, bestehend aus einem Federkiel und Federästen. Die Ermittler tippen sofort auf Geier. Sie brauchen die große Flughöhe, um nach Aas Ausschau zu halten. Die Federn des Rabengeiers sind dunkel gefärbt, wie die Barbula aus dem Flugunfall. Damit ist der Fall klar: Geier ernähren sich von verendeten Tieren. Ein Rabengeier hatte sich an einer Hirschart satt gegessen. In seinem Magen befand sich nun Blut aus dieser Mahlzeit. Als es zum Unfall kam, war dies zufällig das einzige Blut, das am Flugzeug gefunden wurde.

Warum schenken wir zu Weihnachten?

Am 6. Dezember ist der Namenstag des Heiligen Nikolaus von Myra. Der wahre Nikolaus lebte 400 nach Christus in einer Stadt in der heutigen Türkei. Hier sollte er durch kleine Taten große Wirkung entfalten. Nikolaus war früh verwaist, hatte jedoch ein Vermögen geerbt. Statt es zu mehren, verschenkte er als Bischof seine Reichtümer an die Armen der Region. Jedes Jahr am 6. Dezember feiern wir seitdem die Taten des Heiligen Nikolaus.

In den Darstellungen des Heiligen Nikolaus erinnern drei Goldkugeln an den Menschenfreund, der einst seine Reichtümer an Bedürftige verteilte. Doch dann kam ein Mann, der alles veränderte: Martin Luther. Seine Reformen hatten eine  „Nebenwirkung“. Den Kult um die Heiligen empfand Luther als Götzendienst. Allein Jesus Christus sollten die Menschen verehren. Das damals bescheidene Fest an Christi Geburt wollte er dafür aufwerten. Und entschloss sich zu einem radikalen Schritt: Er verlegte kurzerhand das Fest des Schenkens auf den 25. Dezember, Christi Geburt. Doch das Volk nahm seinen Heiligen einfach auf das neue Datum mit. Im Laufe der Zeit verwandelte er sich zunehmend in den Weihnachtsmann, wie wir ihn heute kennen. Auch als Weihnachtsmann bringt der Heilige Nikolaus seine Geschenke meist heimlich in die Häuser der Menschen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet