Atemlos

Im Wettlauf mit der Zeit

Auf die Frage: "Wovon würden Sie sich mehr wünschen?" antworten immer mehr Menschen wie aus der Pistole geschossen: "Zeit." Erstaunlich, denn bis vor ein paar Jahren war es noch das Geld, nach dem sich alle sehnten. Die Stunden und Tage scheinen immer schneller zu vergehen. Wir unterwerfen uns dem Diktat der Uhr, versuchen Zeit zu sparen und haben schließlich keine Minute gewonnen. Wie können wir dem Dilemma entkommen? Können wir uns wieder "entschleunigen"?

Ein Mann rennt vor ein Auto.
Ein Mann rennt vor ein Auto. Quelle: ZDF

Seit vielen Jahren erforschen Wissenschaftler das Zeitgefühl der Menschen. Sie wissen, der wichtigste Taktgeber, die innere Uhr, steckt in unserem Gehirn. Sie sagt uns, wann wir müde oder hungrig sind, sie steuert unseren Stoffwechsel, die Körpertemperatur, unsere Hormone und sogar unsere geistige Leistungsfähigkeit. So hat alles am Tag seine Zeit, individuell für jeden Menschen. Erst langsam beginnen Wissenschaftler zu verstehen, welche Bedeutung dem persönlichen, naturgegebenen Takt zukommt und welche negativen Folgen ein Leben gegen den natürlichen Rhythmus haben kann.

Die untrügbare innere Uhr

Darstellung des menschlichen Schädels mit der inneren Uhr.
Ca Schädel Text 1 Quelle: ZDF


Seit Generationen untersuchen Wissenschaftler bereits, was uns im Innersten steuert, wie das Wechselspiel zwischen Wachen und Schlafen entsteht und was diesen Rhythmus beeinflusst. Licht, besondere Lichtqualitäten, spielen eine wichtige Rolle. Ein Leben gegen die Taktgeber der Natur, wie bei Schichtarbeitern, bleibt nicht folgenlos. Doch die komplexen Zusammenhänge, die Ursache-Wirkungs-Beziehungen, blieben lange im Dunkeln.

Erkrankungen, deren Ursachen bislang Rätsel aufgaben, sehen Forscher nun in neuem Licht. Der Schlüssel zur Entstehung manch ernster Krankheit und zur richtigen Therapie liegt scheinbar im Verständnis, wie jeder Körper "tickt". Die aktuelle Forschung bringt immer mehr Erkenntnisse über die erstaunliche Feinabstimmung in unserem Körper zutage. Selbst die Wirkung von Medikamenten steht nun auf dem Prüfstand.

Von Lerchen und Eulen

Die biologische Uhr von Frühaufstehern und Langschläfern geht unterschiedlich, mit bislang unterschätzten Auswirkungen. So muss offensichtlich die individuelle Natur des Menschen mehr als bisher in den Fokus medizinischer Forschung gerückt und die ärztliche Betreuung darauf eingestellt werden. Zu welchem Chrono-Typ ein Mensch gehört, welcher Rhythmus der seine ist, ist in den Genen festgelegt. Die Konsequenzen für unser Leben werden erst allmählich deutlich.

Professor Harald Lesch taucht ein in die magische Welt der Zeit. Welche Konsequenzen werden die Erkenntnisse zur Macht der biologischen Uhr haben? Und: Wird der Mensch eines Tages den Wettlauf mit der Uhr verlieren und unter dem selbst auferlegten Zeitkorsett allmählich ersticken?

Weiter mit: Die Subjektivität der Zeit

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