Blackout

Geht uns das Licht aus?

Wissen | Leschs Kosmos - Blackout

Harlad Lesch macht sich Gedanken zum Thema "Blackout: Geht uns das Licht aus?". Er appelliert an den gesunden Menschenverstand: Wir müssen von den fossilen Energien wegkommen, hin zu erneuerbaren.

Beitragslänge:
11 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.02.2018, 23:55

Plötzlich ist das Fernsehbild weg, der Wasserkocher verstummt, die Lichter gehen aus - Stromausfall. Was in den ersten Minuten vielleicht noch romantisch erscheint, kann auf Dauer ein Alptraum sein. Aber wie wahrscheinlich ist ein solches Szenario in Deutschland?

Europa aus dem All bei Nacht
Europa aus dem All bei Nacht: Die Zentren leuchten hell dank Strom. Quelle: Getty

Ein tagelanger Blackout: Nicht nur, dass Amplen ausfallen, Züge und Lifte stillstehen, auch Frischwaren verderben in den Kühltheken der Supermärkte, und Bankomaten geben kein Geld mehr aus. In Krankenhäusern reichen die Dieselvorräte für die Notstromaggregate für ein bis zwei Tage. An Nachschub zu gelangen ist schwierig, denn selbst Tanken funktioniert nicht ohne Strom, und nur wenige Tankstellen besitzen Notstromgeneratoren. Atomkraftwerke werden zu Zeitbomben, denn ohne Kühlung droht die Kernschmelze. Setzt auch hier die Notstromversorgung aus, könnte es zum Super-GAU kommen. Ist ein solches Szenario in Deutschland wahrscheinlich?

Strom aus dem Norden für den Süden

Manche sehen mit der Energiewende in einem Blackout eine reale Gefahr. Die Sicherheit der Energieversorgung, die Stabilität der Netze sei nicht mehr gewährleistet, seit nach dem Super-GAU in Fukushima in Deutschland acht Kernkraftwerke vom Netz gingen. Nun sollen gewaltige Strommengen von den Windparks im Norden in den Süden der Republik transportiert werden, wo große Industriebetriebe viel Strom brauchen. Doch die Regionen sind nicht ausreichend miteinander vernetzt. Es drohen Versorgungsengpässe und die Überlastung von Leitungen. Dadurch könnte der Strom in Zukunft immer häufiger ausfallen, warnen Kritiker. Und tatsächlich stand das Netz im vergangenen Winter mehrere Male kurz vor dem Kollaps.

Große Distanzen zwischen den Orten der Stromerzeugung und denen des Stromverbrauchs zu überwinden sind nicht erst heute eine Herausforderung. Vor demselben Problem stand man Ende des 19. Jahrhunderts, als Thomas Edison, der Wegbereiter der Glühbirne, sich um den Auftrag zum Bau des Niagara-Kraftwerks bewarb. Er setze auf Gleichstrom und lieferte sich einen kuriosen Wettkampf mit seinen Konkurrenten, die auf den Wechselstrom setzten.

Damals siegte die Wechselspannung, die auch heute noch aus unseren Steckdosen kommt. Doch heute soll Gleichstrom die Lösung des aktuellen Transportproblems liefern. Der Plan: Sogenannte Stromautobahnen sollen Strom mittels Gleichspannung fast verlustfrei vom Meer bis an die Alpen transportieren.

In Abenteuer Forschung beleuchtet Harald Lesch, wie real die Gefahr eines Blackouts heute tatsächlich ist. Kommt es durch die Energiewende zu mehr Stromausfällen? Wie kann man das Netz sicherer und stabiler machen? Ist dezentral erzeugter Strom eine Lösung – oder ein neues Risiko für die Sicherheit der Stromversorgung? Harald Lesch stellt die Argumente von Befürwortern und Gegnern auf den Prüfstand.

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