Botschaften an die Außenwelt

Welche Bedeutung haben unsere Träume?

Sind Träume bedeutsam für unser Leben, enthalten sie tiefere Wahrheiten oder sind sie nur ein sinnloses elektrochemisches Gewitter in unserem Kopf? Die Meinungen der Wissenschaft gehen in dieser Frage weit auseinander: Einige Schlafforscher sind überzeugt davon, dass es sich bei Träumen lediglich um trügerische Illusionen handelt, andere sehen darin einen aufschlussreichen Blick in unser Innerstes, der uns erstaunliche Erkenntnisse offenbart.

Wie dem Chemiker Dmitri Mendelejew: Jahrelang brütete dieser darüber, wie die chemischen Elemente in eine logische Ordnung zu bringen seien - bis ihm die Lösung im Traum erschien. Es war die Geburtsstunde des Periodensystems der Elemente. Zufall, Legende - oder enthalten Träume tatsächlich wichtige Botschaften?

Träume als Training

In der Abgeschiedenheit eines Schlaflabors will ein amerikanischer Forscher der Bedeutung von Träumen auf den Grund gehen. Er wartet darauf, dass sein Proband einschläft. Etwa eine Minute danach weckt er ihn und fragt ihn, was er geträumt habe. Der Mann erzählt davon, dass er ein Skirennen gefahren ist. Welcher Sinn steckt darin?

Am Vortag hatte der Wissenschaftler den Probanden ausgiebig am Skisimulator trainieren lassen. Dabei hatte dieser gelernt, wie das Videospiel funktioniert. Im Traum hat sich das Training offensichtlich fortgesetzt. Die Theorie des Forschers: Das Gehirn hat das am Vortag Erlernte als wichtig bewertet und die Erinnerung daran im Gedächtnis gefestigt. Tests mit weiteren Probanden in derselben Situation bestätigen die Vermutung. Wer vom Skifahren träumte, schnitt beim nächsten Training besser ab.

Lernen im Schlaf

Bei Ratten wagen Forscher einen tieferen Blick ins Gehirn. Sie hören elektrische Signale von einzelnen Nervenzellen ab, während die Tiere lernen, den Weg durch ein Labyrinth zu finden. Je nach Position im Irrgarten feuern unterschiedliche Nervenzellen und erzeugen ein unverwechselbares Muster. Jedes dieser Muster können die Forscher einer bestimmten Position im Labyrinth zuordnen. Das Erstaunliche: Die gleichen Muster tauchen wieder auf, wenn die Ratten schlafen. Es ist, als ob die Ratten im Traum das Labyrinth nochmals durchliefen.

Doch dabei ist im Gehirn der Versuchsratten nicht nur der Bereich aktiv, der für das Gedächtnis und für den Orientierungssinn wichtig ist, der sogenannte Hippocampus, sondern auch die Sehrinde. Das deutet darauf hin, dass die Ratte den Weg im Schlaf vor sich sehen und womöglich im Traum lernen. Ergebnisse wie dieses legen nahe, dass Träume für das Lernen, für die Verarbeitung der Informationen des Tages eine große Bedeutung haben. Doch nur ein Bruchteil der Trauminhalte lässt sich so erklären. Es bleibt noch viel Raum für Forschung - und für Spekulation.

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